Selbstverteidigung - Kooperation mit der Polizei Mönchengladbach

Jedem Angreifer gewachsen….

Selbstverteidigung Schnuppertraining 2010

„WT??? Was ist das denn nun wieder für eine neue Physio-Lerneinheit???“ rief Yvonne, als sie auf den Stundenplan schaute.

Wir alle konnten uns im Vorfeld zunächst noch nicht genau vorstellen, was uns am 19. April 2010 erwarten würde. Zwei Beamte der Mönchengladbacher Polizei, mit der unsere Schule seit diesem Frühjahr eine Kooperation pflegt, waren für einen Nachmittag eingeladen worden: um mit uns ein kleines Selbstverteidigungs-Schnuppertraining abzuhalten.

Erfreulicherweise stellten sich die beiden Beamte als sehr nette und umgängliche Trainer heraus. Schnell waren die Formalitäten geklärt (wann darf man sonst schon einen Polizisten „duzen“?!) und die beiden Herren klärten uns mit wenigen Worten darüber auf, dass sie mit uns heute einige Grundlagen der Wing Tsun-Technik (aha, WT = Wing Tsun!) erarbeiten wollen, um uns bei einem gegnerischen Angriff im Alltag möglichst richtig bzw. schnell verteidigen zu können.

Und da die WT-Kampfkunst der Legende nach von einer Frau entwickelt worden war, gingen selbst auch die letzten zweifelnden Mitschülerinnen mit Motivation zu Sache.

Nach einem anfänglichen Aufwärmen (so ähnlich wie Fighting Fit, nur eben ohne Musik und dafür mit einem echten Kampfsportler) suchten wir uns einen „Sparringspartner“ und versuchten unser Glück:

Das war Partnerarbeit mal anders: Nicht wie sonst im praktischen Unterricht seinen Mitschüler als netten Partner, sondern ihn als "Gegner" ansehen. Unsere anfängliche Unsicherheit legte sich sehr schnell und von Minute zu Minute fiel es uns leichter, sich für eine gewisse Zeit in die Rolle des Angreifers oder Opfers hineinzuversetzen und dementsprechend auch mal “handgreiflich“ zu werden und jemand eins auf die Nase zu geben.

Wie auch in der Physiotherapie arbeiteten wir uns durch die verschiedenen Asten durch: Stehend mit frontalen Angriffen oder an die Wand gedrückt, im "Schwitzkasten" oder auf dem Boden liegend.

Was bei den beiden Polizeibeamten so einfach und leicht aussah, ergab beim eigenen Ausprobieren so manchen Knoten: unsere unterschiedlichen Körpergrößen, Gewichtsklassen und Kräfteverteilungen schienen nicht immer optimal aufeinander abgestimmt zu sein und so manche gut geplante Strategie der Verteidigung erwies sich als „ausbaufähig“ und endete in einem Knoten oder Lachanfall...

Die beiden Herren der Polizei standen uns mit Rat und Tat zur Seite und verrieten uns Tipps und Tricks, die beide aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in vielen Einsätzen gesammelt hatten. Sie selbst stellten sich sowohl als Opfer wie auch als Angreifer zur Verfügung und zeigten uns damit, dass es vor allem auf die Technik bei der Verteidigung ankomme und man bzw.“frau“ sich manchmal im wahrsten Sinne des Wortes "durchboxen“ muss.

Natürlich konnten es einige unserer Jungs nicht lassen, noch mal eben auszutesten, wie es um ihre Sieges-Chancen gegen einen Polizisten steht, wie das ausging könnt ihr euch ja denken, oder?

Ein herzliches Dankeschön noch mal an Herrn Erik Block (Sportbeauftragter) und Herrn Jürgen Metzen (stellvertretender Hundertschaftsführer) von der Polizei Mönchengladbach für ihren „Einsatz“ bei uns im Fachbereich Physiotherapie, jetzt haben wir in unserer Technik-Sammlung neben PNF, FBL und BGM-Technik noch eine neue alltagstaugliche Technik kennenlernen dürfen:  WT!

Text: Julia Raasch, Ulrike Scherber

Fotos: Stefanie Harder

 
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  • Zuletzt aktualisiert am 20.10.2016
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