Funktionsbereich Transfusionszentrale

Transfusionszentrale

Blutkonserven

Aufgabe der Transfusionszentrale ist es, die Patienten des Klinikums mit Blutprodukten (Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentraten sowie Frischplasmen) zu versorgen.  Am Universitätsklinikum Düsseldorf werden jährlich ca. 60.000 Blutkonserven transfundiert.

Bis zu der Ausgabe der oben genannten Produkte erfolgen einige Testverfahren, welche von unseren MitarbeiterInnen in unserem 24-Stunden Labor durchgeführt werden.

Diese Aufgaben umfassen:

  • Lagerung und Ausgabe der Blutprodukte
  • Bestrahlung unserer eigenen Thrombozytenkonzentrate und ggf. Erythrozytenkonzentrate (bei onkologischen Patienten)
  • Austestung von Blutkonserven auf Antigene
  • Blutgruppenbestimmung und Antikörpersuchtests, sowie die serologische Verträglichkeitsprüfung (Kreuzprobe) zwischen Spender und Empfängerblut.

Fällt eine Antikörpersuche, Kreuzprobe oder ein direkter Coombstest (DCT) positiv aus, findet die weitere Abklärung inunserem immunhämatologischen Speziallabor statt: 

  • Antikörperdifferenzierung (Festphasenmethode u. verschiedene Suchpanel)
  • Antigenbestimmung von Patienten
  • Antikörper-Titer (vor allem bei Schwangeren)
  • Elutions- und Absorptionsverfahren
  • Abklärung von (Auto-) Immunhämolysen (WAAK z.B.)
  • Chimärismen bei SCT-Patienten
  • Isotiter bei ABO-Inkompartibler NTX
  • Abklärung MHN
  • PNH-Schnelltest (paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie)
  • DTT bei Kälteantikörpern (IgM-Neutralisation)
  • DTT bei Patienten die CD-38-Antikörper (Daratumumab) erhalten (Multiples Myelom)

Welche Patienten brauchen Ihr Blut?

Der überwiegende Teil der Blutempfänger, gerade am Universitätsklinikum Düsseldorf, sind heute Patienten mit bösartigen Erkrankungen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Blutkrebs (Leukämien), Lymphknotenkrebs (maligne Lymphome) oder mit soliden Tumoren, also Krebserkrankungen anderer Organe wie Lunge, Darm, Prostata, Brustdrüse, Gebärmutter, Eierstöcke oder Knochen. „Warum brauchen gerade krebskranke Patienten Blut?“, werden Sie sich zu Recht fragen. Nun, dies hängt neben der eigentlichen Erkrankung insbesondere mit der modernen Chemotherapie zusammen, die diese Patienten erhalten und die ihnen heutzutage reelle Chancen auf Heilung bietet. Allerdings führt diese Chemotherapie in vielen Fällen zu einer vorübergehenden kompletten Unterdrückung der körpereigenen Blutbildung im Knochenmark (Aplasie), so dass die Patienten in diesen kritischen Behandlungsphasen lebenswichtig auf Blutübertragungen angewiesen sind. Viele moderne und heilende Behandlungsverfahren, gerade im Kampf gegen Krebs, können nur durchgeführt werden, wenn für diese Patienten genügend Blut zur Verfügung steht.

Der Transfusionsmediziner hilft bei der Diagnostik und Hämotherapie, also der transfusionsmedizinischen Behandlung von Patienten in allen Fachgebieten.

Transfusion nach Maß

Die Übertragung (= Transfusion) von Vollblut ist heute überholt. Der transfusionsbedürftige Patient erhält gezielt nur die Blutbestandteile, die ihm fehlen. Hierbei gilt das Behandlungsprinzip: „Soviel wie nötig, so wenig wie möglich!“ Dies hat gleichermaßen medizinische wie ökonomische Gründe. Wir gehen also mit ihrem wertvollen gespendeten Blut maßvoll um. Konkret bedeutet das: Hat ein Patient zu wenig rote Blutkörperchen (Anämie), erhält er Erythrozytenkonzentrate. Sind isoliert die Blutplättchen unter einen kritischen Wert gesunken und ist der Patient deshalb blutungsgefährdet, werden Thrombozytenkonzentrate übertragen. Besteht ein Mangel an Gerinnungsfaktoren mit resultierender Blutungsneigung, wird gerinnungsaktives Plasma verabreicht. Diesen gezielten Ersatz erniedrigter oder fehlender Blutbestandteile durch bedarfsgerechte Transfusionsbehandlung nennen wir Hämotherapie nach Maß. Und dazu benötigen wir die maßgeschneiderten Blutkomponentenkonserven, die wir aus Ihrem gespendeten Blut gewinnen.

Qualitätskontrolle und Sicherheitsstandards

Vorrangig bei der Gewinnung und Herstellung von Blutkonserven bleibt, dass die Spende für den Spender ohne  gesundheitliches Risiko ist und dass Sicherheit vor einer Übertragung von Infektionen auf den Empfänger (Patienten) besteht. Die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung durch ein Blutprodukt beträgt heute 1:5.000.000, einer HCV-Übertragung 1:3.500.000. Am Universitätsklinikum Düsseldorf werden jährlich über 60.000 Blutkonserven transfundiert.
Zum Vergleich: das Risiko, bei der Autofahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang zu erleiden, liegt aktuell bei 1:12.000!
Die Sicherheitsstandards für die Gewinnung, Herstellung, Lagerung und Anwendung von Blutkonserven (Hämotherapie) sind in Deutschland sehr hoch und gesetzlich geregelt (Arzneimittelgesetz, Transfusionsgesetz). Damit aber nicht genug. Jedes Zentrum, welches Blutprodukte herstellt, unterliegt, so auch wir, regelmäßigen Inspektionen und Kontrollen durch die zuständigen Aufsichtsbehörden.

 
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  • Zuletzt aktualisiert am 29.01.2018
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