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Abteilung für Allgemeinmedizin
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Geschf. Direktor:
Univ.-Prof. Dr. Heinz-Harald Abholz
Moorenstraße  5
40225  Düsseldorf
Tel.:  +49 (0)211 / 81- 1 77 71
Fax:  +49 (0)211 / 81- 1 87 55

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www.uniklinik-duesseldorf.de/allgemeinmedizin

Die Allgemeinmedizin ist für wesentliche Bereiche der medizinischen Vorsorge zuständig und bietet für alle häufigen Erkrankungen eine medizinische Grundversorgung auf hohem Niveau. Zentrum eines allgemeinmedizinischen Arbeitens ist ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem alle Aspekte des Krankseins, also seine medizinischen, seine psychischen und seine soziokulturellen Gesichtspunkte mit berücksichtigt werden. Hierdurch unterscheidet sich die Allgemeinmedizin von den Fächern, die sich auf einzelne Organe konzentrieren, wie zum Beispiel Kardiologie oder Urologie. Alle Studenten der Medizin müssen in ihrem Studium diesen wichtigen Bereich der Gesundheitsversorgung in Theorie und Praxis kennen lernen, um für ihre zukünftige Aufgabe als Arzt gerüstet zu sein.

Aus dieser breiten Verantwortung für die Grundversorgung und die Prävention ergibt sich eine Kontinuität der Versorgung der Menschen, in der die tragfähige Patient-Arzt-Beziehung das zentrale Element ist. Charakteristisch für die Allgemeinmedizin ist dabei, dass sie individuell auf den Patienten bezogen ist und über die Anwendung vorstellbarer medizinischer Diagnostik und Therapie unter Berücksichtigung seiner psychischen und soziokulturellen Besonderheiten immer nur gemeinsam mit dem Patienten entscheidet. Patient und Patientenprobleme stehen also immer im Mittelpunkt des Vorgehens. Mit dem Patienten werden Behandlungsweisen ausgehandelt, die seine Krankheitskonzepte, also alle seine Vorstellungen und Gefühle zur Krankheit und ihren Bedingungen berücksichtigen. Dadurch wird die Allgemeinmedizin zu einem Fach des Umgangs – sowohl des Patienten mit seiner Krankheit und seinem Kranksein als auch des Hausarztes mit dem Patienten und seiner Krankheit.

Zur Zuständigkeit für alle Aspekte des Krankseins gehört auch die Funktion des Hausarztes, selbst in hoffnungslosen Situationen tröstender Begleiter zu sein. Gemeint sind hier sowohl die dramatischen als auch die weniger dramatischen Behandlungssituationen, bei denen kaum noch eine nennenswerte Verbesserung zu erwarten ist. Dazu zählt auch die palliativmedizinische Betreuung, bei der medizinisch-technische Fähigkeiten, Leid zu lindern, aber auch das Trösten und Begleiten und das spirituell orientierte Gespräch erforderlich sind.


Forschung und Lehre

Eine von den Patienten zu Recht erwartete gute medizinische Versorgung beim Hausarzt braucht allgemeinmedizinische Forschung und Wissenschaft, um stets neuestes medizinisches Wissen in die Praxis umsetzen bzw. ihren Bedingungen anpassen zu können. Darüber hinaus hat Allgemeinmedizin auch die Aufgabe, Menschen davor zu bewahren, Schäden im Gesundheitswesen zu erleiden, beispielsweise durch zu viele oder falsche Untersuchungsmethoden oder durch zu viele oder falsche Medikamente (Quartiärprävention).

Die Düsseldorfer Abteilung gehört zu den wenigen großen Abteilungen in Deutschland, die intensiv zur Hausarztmedizin forschen, und wird darin von verschiedenen Landesund Bundesministerien sowie der Europäischen Union gefördert. Auch in der Forschung stehen die Patienten im Mittelpunkt. Die Abteilung widmet sich den Fragen, wie Patienten ihr Kranksein erleben, wie die Behandlungskonzepte der verschiedenen Hausärzte aussehen und wie die Versorgung weiter verbessert werden kann.

Darüber hinaus untersucht sie, wie häufig einzelne Erkrankungen in der Bevölkerung vorkommen und wie die Gesundheitspolitik darauf reagieren kann. Die Forschung zu diesen Themenbereichen erfolgt in Zusammenarbeit mit den Lehrärzten, mit Allgemeinarztpraxen in ganz Nordrhein-Westfalen und mit anderen allgemeinmedizinischen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland. Viele Projekte finden in enger Kooperation mit Forschern aus anderen Fächern wie Psychiatrie, Rheumatologie, Innere Medizin und Chirurgie statt.

Auch in der Lehre wird die Zusammenarbeit mit anderen Fächern gepflegt, um die Studierenden an eine den ganzen Menschen umfassende Sicht heranzuführen. Wesentlicher Bestandteil dieses Ansatzes ist ein Blockpraktikum von zwei Wochen, in dem die Studierenden einzeln in Hausarztpraxen mitarbeiten.

Die Praxen der Lehrärzte befinden sich in Düsseldorf und Umgebung, die Studierenden werden aber auch nach Südtirol, vereinzelt sogar nach England, Schweden, Holland und Belgien vermittelt. Die Abteilung und die mitarbeitenden Hausärzte sind darüber hinaus in die Weiterbildung angehender Fachärzte für Allgemeinmedizin und in die Fortbildung ihrer Kollegen einbezogen.


Vita Universitätsprofessor Dr. med. Heinz-Harald Abholz

  Studium der Medizin an der Freien Universität Berlin
1971-1984: Arbeit in der Klinik, überwiegend im Klinikum Steglitz (heute Benjamin-Franklin-Klinikum) der Freien Universität Berlin. Schwerpunkt Kardiologie und Intensivmedizin, später Rheumatologie und Allgemeine Poliklinik
1976-1984: Lehrbeauftragter für Sozialmedizin, später „Klinische Epidemiologie“ an der Freien Universität Berlin
1980: Facharzt für Innere Medizin, Freie Universität Berlin
1980-1984: Oberarzt Innere und ein Jahr Chirurgie im Klinikum Steglitz
1982: Facharzt für Allgemeinmedizin, Freie Universität Berlin
1984-1998: Niedergelassener Allgemeinarzt in Berlin-Schöneberg
1987-1998: Lehrbeauftragter für „Allgemeinmedizin“ am Universitätsklinikum Rudolph Virchow, Berlin
1992-1998: Lehrbeauftragter für „Sozialmedizin und Public Health“, Schwerpunkt „Klinische Epidemiologie“ am Studiengang Public Health (dito) der Technischen Universität Berlin
1998: Berufung zum C4-Professor für „Allgemeinmedizin“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
1998-2004: Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM); danach Vizepräsident.
  Seit 1991 ist Prof. Heinz-Harald Abholz Herausgeber der „Zeitschrift für Allgemeinmedizin“ (ZFA) und seit 1995 Mitglied des Herausgeberkreises des „European Journal of General Practice“.
  Von 1995 bis 2003 war er Mitglied der EU-Arbeitsgruppe „European Network of Teachers in Cancer Care in General Practice“.
  Seit 1986 ist Prof. Heinz-Harald Abholz Berater des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen besonders im Bereich „Prävention“ und „Nutzen Medizinischer Interventionen“.
  Seit 1998 leitet Professor Heinz-Harald Abholz die Abteilung für Allgemeinmedizin.


Forschungsschwerpunkt
Epidemiologie und Behandlungsepidemiologie
Leitlinien und Qualitätssicherung
Nutzennachweis allgemeinmedizinischer Behandlungskonzepte
Umgang mit chronischen Krankheiten durch Patient und Arzt
Umsetzungsprobleme klinischer Konzepte in die Hausarztpraxis
Krankheitskonzepte