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Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin
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Kommissarische Direktorin:
Prof. Dr. med. Sieglinde Schwarze
Tel.:  +49 (0) 211 - 81 14721
Fax: +49 (0) 211 - 81 15334
sieglinde.schwarze@uni-duesseldorf.de

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www.uniklinik-duesseldorf.de/arbeits-und-sozialmedizin

Die Arbeitsmedizin untersucht Wechselbeziehungen zwischen beruflicher Tätigkeit und dem Menschen, seiner Gesundheit und seinen Krankheiten. Ihr Ziel ist dabei, präventive Maßnahmen zu entwickeln, die verhindern sollen, dass der Berufstätige durch seine Arbeitsbedingungen gesundheitliche Schäden erleidet. Insbesondere geht es darum, Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen vorzubeugen. Die klinischen Schwerpunkte des Instituts liegen auf spezifischen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und Beurteilungen sowie der Erstellung von Zusammenhangsbegutachtungen bei Erkrankungen durch allergisierende oder Krebs verursachende Belastungen am Arbeitsplatz. Dazu gehören Erkrankungen der Atemwege, der Blutbildung und der Harnwege, die beispielsweise durch Schimmelpilze, Holz- oder Mehlstaub sowie Asbestfasern, Quarzstaub, Teerinhaltsstoffe oder Lösungsmittel ausgelöst wurden. Darüber hinaus werden allgemeine Staubexpositionen und ihre Auswirkung auf die Gesundheit untersucht. Zentrale arbeitsmedizinische Aufgabe ist es, diese Gefahren im Rahmen von Arbeitsplatzbegehungen aufzuspüren und zu beurteilen.

Das Wirkungsfeld der Sozialmedizin ist die soziale, d. h. die gesellschaftliche Umwelt der Menschen. Zentrale Frage ist in diesem Zusammenhang, welchen Anteil die soziale Umwelt bei der Entstehung, Verhütung und Behandlung von Krankheiten hat. Die Sozialmedizin befasst sich dementsprechend weniger mit dem Einzelnen als vielmehr mit Personen- oder ganzen Bevölkerungsgruppen. Wie alle medizinischen Fachgebiete hat sie das Ziel, zum Schutz, zur Erhaltung, zur Besserung und zur Wiederherstellung der Gesundheit der Bevölkerung beizutragen. Ergänzend hierzu beschäftigt sich die Sozialmedizin wissenschaftlich und praktisch mit der Organisation des Gesundheitswesens und der sozialen Sicherung.

Im Gegensatz zur „heilenden“ Medizin, wie sie in der Chirurgie oder der Inneren Medizin praktiziert wird, stehen bei der Arbeitsmedizin und Sozialmedizin nicht die Therapie des bereits Erkrankten, sondern die Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung sowie die Rehabilitation und Wiedereingliederung des (arbeitenden) Menschen im Vordergrund. In diesem Kontext arbeitet das Institut mit verschiedenen Partnern aus anderen medizinischen Fachgebieten zusammen. Dazu zählen insbesondere Radiologen, Toxikologen, Zytopathologen, Umweltmediziner und Labormediziner.

Im Institut stehen zahlreiche hochmoderne Analysemöglichkeiten zur Prüfung der Funktionsfähigkeit von Lunge, Herz-Kreislaufsystem und Hör- bzw. Sehvermögen sowie zur Messung von Stresshormonen und Lärmwirkungen zur Verfügung. Einzelne Verfahren sind zum Beispiel die Sonographie, die Blutgasanalyse und die Audiometrie. Außerdem sind besondere Ausstattungen im Akustik-Labor mit einer schallarmen Kammer sowie verschiedene Einrichtungen zur Messung psychophysiologischer Reaktionen vorhanden.


Forschung und Lehre

Das Spektrum der im Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin durchgeführten Forschungsprojekte ist außerordentlich vielseitig. Es wird sowohl Grundlagenforschung als auch praxisbezogene Forschung betrieben. Zum Sektor der Grundlagenforschung gehören z.B. Studien zum binauralen Hören oder experimentelle Studien über die extraauralen Folgen und Risiken von hochenergetischem, sehr tief frequentem Schall (Infraschall) auf biochemischer (Stresshormone) und molekularer Ebene (Genexpressionsanalysen). Bei der praxisbezogenen Forschung steht die direkte Übertragbarkeit der Ergebnisse im Vordergrund, z.B. bei der Überprüfung der Richtwerte zum Schutz vor Wirbelsäulenschäden durch Ganzkörper-Schwingungen oder bei der Erarbeitung von Normwerten für die statische und dynamische Lungendehnbarkeit.

Verschiedene Untersuchungen beschäftigen sich mit der Schlafforschung. Dabei richtet sich das Augenmerk insbesondere auf die Auswirkungen des Atemstillstands während des Schlafes (Schlafapnoe) als Risikofaktor für Unfälle am Arbeitsplatz.

Mehrere Forschungsprojekte untersuchen interdisziplinär die Folgen von Lärmbelastung (Flug-/ Straßenverkehrs-/Arbeitslärm) aus verschiedenen Blickwinkeln. Lärm als eine nahezu allgegenwärtige Belastung in der Arbeits- und Umwelt verursacht die seit Jahrzehnten am häufigsten entschädigte Berufskrankheit. Daneben vermutet man heute, dass Lärm die Entstehung von Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und darüber hinaus durch ein reduziertes Lüftungsverhalten mit Anreicherung von Schimmelpilzen die Entwicklung von Lungenerkrankungen begünstigen kann.

Neben traditionellen medizinischen Forschungsmethoden werden auch sozialwissenschaftliche Verfahren angewendet. Zum Beispiel werden umfangreiche Befragungen im eigenen Telefonlabor durchgeführt.

In der Lehre hat das Institut die Aufgabe, den Studierenden der Medizin die Fächer Arbeitsmedizin und Sozialmedizin in Vorlesungen, Seminaren und Praktika zu vermitteln und sie benotet zu prüfen. Studierende im Postgraduiertenstudiengang Public Health können Lehrveranstaltungen zum Thema „Arbeit und Umwelt“ besuchen. Studierende der Psychologie können das Fach „Arbeitsmedizin“ in der Diplom-Prüfung als Nebenfach wählen. Weiterhin bietet das Institut zusammen mit der Nordrheinischen Akademie für ärztliche Fortbildung und der Ärztekammer Westfalen-Lippe die theoretische Weiterbildung zum „Arzt für Arbeitsmedizin“ an.



Vita Professorin Dr. med. Sieglinde Schwarze

  Studium der Humanmedizin an den Universitäten Köln, Bochum, Essen
1975: Ärztliche Prüfung an der Universität Essen
1976: Promotion an der Universität Essen
1976-1977: Medizinalassistentin
1977: Approbation
1977-1979: Wissenschaftliche Angestellte im Institut für Hygiene und Arbeitsmedizin (Prof. W. Klosterkötter), Universität Essen
seit 1979: Wissenschaftliche Angestellte im Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, davon klinische Tätigkeit: 1979-1980 Dermatologische Klinik und 1980-1981 Medizinische Klinik C-E
1981: Ernennung zur Oberärztin
1987: Bestellung zur Stellvertreterin des Institutsleiters bzw. der Institutsleiterin
1989: Habilitation und Erteilung der venia legendi in den Fächern Arbeitsmedizin und Sozialmedizin, Titel der Habilitation: „Langjährige Lärmbelastung und Gesundheit“
1991: Erteilung der Weiterbildungsermächtigung für das Gebiet Arbeitsmedizin durch die Ärztekammer Nordrhein
1994: Ernennung zur apl. Professorin, Medizinische Fakultät der HHU Düsseldorf
  Seit Mai 2005 ist Professorin Sieglinde Schwarze kommissarische Leiterin und Professurvertretung des Instituts für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin.

Untersuchungsschwerpunkte
Asbestbedingte Erkrankungen wie Bronchialkarzinom
Pleuramesotheliom, Lungenfibrose
Lösungsmittelbedingte Erkrankungen
Allergische Erkrankungen der Atemwege
Arbeitsbedingte Gesundheitsschäden
Gesundheitsförderung, Vorsorge, Diagnose(sicherung) im Rahmen arbeitsmedizinischer
Zusammenhangsbeurteilung und Therapie(vorschläge)

Forschungsschwerpunkte
Akute u. chronische Wirkungen v. Lärm auf Gehör, Vegetativum, Herz-Kreislauf-System
Psychophysiologische Bewertung der „Sound Quality“ von Verkehrsgeräuschen
Einsatz akustischer Irritationen zur psychomentalen Stimmungsbeeinflussung
Feldstudien zu den psychischen und hormonalen Auswirkungen von Fluglärm auf die Anwohner, z.B. an den Flughäfen Düsseldorf, Frankfurt, München
Schlafapnoe-Syndrom als Risikofaktor für Unfälle am Arbeitsplatz, z.B. bei Busfahrern
Wissenschaftl. Begleitung des „Umweltmedizinischen Mess- und Beratungsdienstes“
Biomonitoring bei Schimmelpilz- und MVOC-Exposition
Allergisch-obstruktive Atemwegserkrankungen bei Bäckern