Was passiert mit dem gespendeten Blut?
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Die Anwendung der Blutkonserven zur Transfusion der Patienten setzt voraus, dass alle vorgeschriebenen Untersuchungen auf Infektionen (HIV, Hepatitis B, Hepatitis C, Syphilis, Zytomegalie-Virus), Blutbild, Leberwerte etc. durchgeführt und jeweils unauffällig ausgefallen sind. Erst dann darf das gespendete Blut zur Behandlung der Patienten, wir nennen es zur Hämotherapie, eingesetzt werden. Nur diese geregelte, übrigens vom Gesetzgeber arzneimittelrechtlich vorgeschriebene Verfahrensweise gewährleistet den höchst möglichen Sicherheitsstandard für unsere Patienten. Die hierzu erforderlichen aufwendigen Untersuchungen (Labortests) finden parallel zur „Verarbeitung“ des Vollbluts in die einzelnen Blutbestandteile (Komponentenpräparation) statt.
Um mit dem gespendeten Blut ökonomisch umzugehen und um die Patienten optimal versorgen zu können, werden nur die Blutbestandteile verabreicht (transfundiert), die der Patient tatsächlich benötigt. Wir sprechen von „maßgeschneiderten“ Blutkomponentenkonserven bzw. einer Hämotherapie nach Maß.
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Nach der Blutspende wird also das gespendete Vollblut in seine Bestandteile aufgetrennt und konzentriert (Komponentenpräparation). Aus einer Vollblutspende werden ein Erythrozytenkonzentrat (EK), ein gerinnungsaktives Frischplasma (GFP oder „fresh frozen plasma“, FFP) und ein „buffy coat“-Präparat gewonnen. Aus einem solchen „buffy coat“ kann nachfolgend ein Thrombozytenkonzentrat hergestellt werden. Alle zellhaltigen Blutkomponentenkonserven werden gefiltert und hierbei von noch vorhandenen Leukozyten befreit („Leukozyten-Depletion“). Nach der Komponentenpräparation und der arzneimittelrechtlich geregelten Freigabe (s. oben) werden die Blutbestandteilkonserven bis zur Anwendung in unserer Transfusionszentrale gelagert. Dauer (Haltbarkeit) und Lagerungstemperaturen sind je nach Blutbestandteilkonserve völlig verschieden
- Erythrozytenkonzentrate (EK): maximal 49 Tage bei 2 bis 6 °C
- Thrombozytenkonzentrate (TK): maximal 5 Tage bei 22 bis 24 °C
- Fresh Frozen Plasma (FFP): maximal 24 Monate bei minus 42 °C
Nach der Herstellung wird FFP bei minus 53 °C schockgefroren, sechs Monate in Quarantäne („gesperrt“) gehalten und dann erst therapeutisch eingesetzt, wenn bei einer nachfolgenden Blutspende die Virusmarker (HIV, Hepatitis B und Hepatitis C) weiterhin unauffällig ausfallen.
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