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Das Risiko vieler Erkrankungen kann durch den richtigen Schutz vor Insektenstichen deutlich verringert werden.

Parasitenerkrankungen wie Malaria und Filariosen sowie viele durch Viren verursachte Erkrankungen wie z.B. Dengue-Fieber, Gelbfieber, die japanische Enzephalitis werden durch blutsaugende Stechmücken übertragen. Die auch im Mittelmeerraum vorkommenden Erkrankungen Leishmaniase und Pappataci-Fieber (='Sandfly-Fever') werden ebenfalls durch Mücken übertragen.



Malaria:

Die Malaria übertragenden Stechmücken (Gattung Anopheles) stechen vor allem in der Zeit von der abendlichen Dämmerung bis zum Morgengrauen. Malaria wird durch Parasiten der Art Plasmodium ausgelöst, die von den weiblichen Mücken bei der Blutmahlzeit übertragen werden. Es gibt vier verschiedene Arten von Plasmodien, wobei die durch Plasmodium falciparum ausgelöste Malaria tropica innerhalb sehr kurzer Zeit nach Krankheitsbeginn (meist mit hohem Fieber und Schüttelfrost) tödlich enden kann. Aus diesem Grund ist die Vorbeugung einer Malariaerkrankung so wichtig! Zwischen dem Mückenstich und dem Erkrankungsbeginn liegt dabei mindestens eine Woche (Inkubationszeit).

Zur Vorbeugung von Malaria gibt es verschiedene Möglichkeiten, von denen jedoch keine 100%ig sicher ist. Die zwei wichtigsten Arten der Malariavorbeugung sind zum einen die Chemoprophylaxe mit der dauerhaften Einnahme von niedrig dosierten Malariamedikamenten und zweitens die sogenannte Expositionsprophylaxe. Darunter versteht man den konsequenten Schutz vor Mückenstichen. Nur mit der Kombination dieser beiden Methoden kann eine weitgehende Sicherheit vor einer Malaria erreicht werden.

Zur Chemoprophylaxe stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, unter denen im persönlichen Beratungsgespräch eine Auswahl getroffen wird. Je nach Reiseland und Reisedauer sowie unter Berücksichtigung individueller medizinischer Aspekte (z. B. Vorerkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente, Schwangerschaft oder Kinderwunsch) wird dabei jede Empfehlung unterschiedlich ausfallen. Pauschale Aussagen zur Chemoprophylaxe werden den spezifischen Anforderungen des einzelnen Patienten daher nicht gerecht und auch Informationen aus dem Internet können eine persönliche Beratung nicht ersetzen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir hier keine pauschalen Hinweise zur Chemoprophylaxe gegen Malaria. Selbst in telefonischen Beratungsgesprächen können selten alle Aspekte beleuchtet werden und es hat sich gezeigt, dass es hier leicht zu Mißverständnissen kommt. Daher empfehlen wir grundsätzlich das individuelle persönliche Beratungsgespräch, in dessen Verlauf alle Fragen ausführlich besprochen werden können. Am Ende des Gesprächs können schließlich auch alle notwendigen Impfungen direkt verabreicht und die notwendigen Rezepte ausgestellt werden.

Die Vermeidung von Mückenstichen (Expositionsprophylaxe) ist die zweite Säule der Malariavorbeugung. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie das Risiko einer Malariaübertragung deutlich verringern:

  1. Mückenfreies Schlafen: Die Anophelesmücke überträgt die Malariaerreger (Plasmodien) vor allem nachts. Daher ist es besonders wichtig, sich im Schlaf vor Stechmücken zu schützen. Diesem Ziel dienen die folgenden Maßnahmen:

    • Klimaanlage: In geschlossenen Räumen mit Klimaanlage ist die Gefahr gestochen zu werden gering, da Mücken Räume mit niedriger Temperatur meiden.

    • Mückengitter: Häufig sind Räumlichkeiten in tropischen Regionen mit Fliegen- oder Mückengittern ausgestattet. Sie sollten diese vor dem Schlafengehen auf Schlupflöcher inspizieren, denn Mücken sind in der Lage auch nur einige Millimeter kleine Löcher zu nutzen.

    • Chemische Mittel: Innenräume können von Insekten befreit werden, indem diese einige Zeit vor dem Schlafengehen mit Insektenspray ausgesprüht werden.

    • Auch Räucherspiralen, die Pyrethroide oder Pyrethrum enthalten bzw. elektrische Pyrethroid-Verdampfer können Mücken aus dem Zimmer oder von der Terasse vertreiben. Die chemischen Abwehrmittel sind jedoch vor allem zum Mückenschutz von kleinen Kindern nicht bedingungslos zu empfehlen, da manche der Substanzen die Schleimhäute reizen können.

    • Auf die Haut aufgetragene Repellentien sind für den Schutz während der Nachtruhe oft nicht ausreichend, da sie bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit nach einigen Stunden ihre Wirksamkeit verlieren.

    • Moskitonetze: Das Schlafen unter einem Moskitonetz ist die beste Art, sich nachts vor dem Besuch von Insekten zu schützen. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern ist sie sehr gut und sicher durchführbar, indem einfach ein Moskitonetz über dem Bett aufgebaut wird.

    • Beim Kauf von Moskitonetzen sollten sie dabei die folgenden Punkte beachten: Das Netz sollte im Idealfall eine Maschengröße von ca. 1.2 x 1.2mm haben und in Form eines Kastens geschnitten sein. Solche Netze bestehen aus vier gerade von der rechteckigen Oberseite herunter hängenden Seitenteilen und vier Anknüpfungspunkten für die Haltefäden an den Ecken der Oberseite. Das Netz muss unter der Matratze eingeschlagen werden beziehungsweise bei Hängematten bis auf den Boden reichen. Nachts sollte kein Körperteil direkt an der Netzwand anliegen, damit die hungrigen Stechmücken Sie nicht durch die Maschen des Moskitonetzes hindurch stechen können. Denken Sie daran: Die Anophelesmücken sind auf ihr Blut angewiesen und gehen dementsprechend energisch auf die Suche nach einer Stechmöglichkeit!

    • Eine Verbesserung der Schutzwirkung kann schließlich durch das Imprägnieren der Moskitonetze mit Insektiziden (Pyrethrine und Pyrethroide) erreicht werden. Die Insektizide vertreiben die Mücken und sind für die Schlafenden nach allen bisher vorliegenden Erkenntnissen völlig unschädlich. Die entsprechenden Mittel sind z.B. in Fachgeschäften für Reiseaustattung erhältlich. Falls Sie jedoch unterwegs keine dieser Substanzen zur Hand haben sollten, können Sie das Netz auch mit ihrem Mückenspray (z. B. Autan® oder No Bite® ) ein sprühen und so die Schutzwirkung verstärken.


  2. Aufenthalt im Freien: Wer abends im Freien sitzt, hat ein besonders hohes Risiko gestochen zu werden. In der Nähe stehender Gewässer ist das Risiko ebenfalls besonders hoch, während windige Orte in unmittelbarer Meeresnähe günstiger sind. Das Risiko eines Mückenstichs im Freien kann folgendermaßen vermindert werden:

    • Tragen von heller langärmliger Kleidung, langen Hosen und Schuhen. Mücken können jedoch auch durch leichte Kleidung hindurch stechen!

    • Auftragen von mückenabwehrenden Mitteln (Repellentien). Unter diesen haben sich Sprays bewährt, die nicht nur auf die Haut sondern auch auf die Kleidung gesprüht werden können (z.B. Autan®, No Bite®).
Alle Maßnahmen der Expositionsprophylaxe gegen Malaria helfen auch zur Vermeidung von anderen durch Insekten übertragenen Krankheiten. Diese werden jedoch nicht mit einem so deutlichen tageszeitlichen Rhythmus übertragen wie Malaria. Daher sollte vor allem der Schutz vor Insektenstichen mit langärmliger Kleidung und Repellentien auch zu allen anderen Tageszeiten möglichst konsequent durchgeführt werden. Mit ein bisschen Disziplin lässt sich damit das individuelle Erkrankungsrisiko deutlich reduzieren! Weitere aktuelle Informationen zur Malariaprophylaxe finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit.