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Im Verlauf von chronischen Lebererkrankungen kann es auf dem Boden andauernder Entzündungsprozesse durch bindegewebig-narbigen Umbau der Leber zur Entwicklung einer Leberzirrhose (Lebervernarbung) kommen. Auslöser hierfür sind so verschiedene Ursachen wie die durch Hepatitis Viren verursachte Leberentzündung (virale Hepatitis durch Hepatitis B, C bzw. D Virus), die alkoholbedingte Leberschädigung, die nicht durch Alkohol verursachte Fettleberentzündung (NASH: Nicht Alkoholische Steato-Hepatitis) oder seltener Ursachen wie die Autoimmunhepatitis, die Primär Biliäre Zirrhose (PBC) und die Primär Sklerosierende Chonagitis (PSC).

Typische Komplikation der Leberzirrhose ist die Entwicklung eines so genannten Pfortaderhochdrucks, der durch den Aufstau von Blut, welches aus dem Darm, der Milz und den Magenvenen kommt und durch die Pfortader zur Leber fließt, zustande kommt. Der durch den Aufstau von Blut vor der Leber bedingte Druckanstieg ist letztendlich wesentliche Ursache vieler Folgeerkrankungen wie den als Varizen bezeichneten Krampfadern in Speiseröhre, Magen und selten auch im Bereich von Dünn- und Dickdarm oder der Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Bauchwassersucht oder Aszites) bzw. des hepatorenalen oder hepatopulmonalen Syndroms.

Die Varizen entstehen durch einen Abfluss des vor der Leber aufgestauten Blutes über atypische Wege, insbesondere über kleine Venen unter anderem der Speiseröhre und des Magens. Durch die Erweiterung dieser Venen kommt es ab einer gewissen Dehnung der Venenwand zur Gefahr der Zerreißung. Da das Blut ungehindert in Speiseröhre oder Magen abfließt handelt es sich oft um schwere, lebensbedrohliche Blutungen. 

Eine weitere Komplikation des Pfortaderhochdruckes ist die Entstehung von Aszites (Bauchwassersucht). Diese Situation ist zumindest zu Beginn in der Regel durch eine medikamentöse Therapie beherrschbar, wobei insbesondere die medikamentöse Förderung der Ausscheidung von Flüssigkeit über die Nieren im Vordergrund steht. Im weiteren Verlauf der zugrunde liegenden Lebererkrankung kann jedoch eine Situation entstehen, in der eine weitere medikamentöse Therapie wirkungslos wird.

In einer solchen Situation ist die Entlastung des Pfortader-Hochdrucks über einen Eingriff der einzig sinnvolle Weg. Hierbei stehen prinzipiell zwei Verfahren zur Verfügung: I) die Herstellung einer Kurzschlussverbindung zwischen einer Lebervene und einem Ast der Pfortader durch Anlage eines TransjugulärenIntrahepatischen Portosystemischen Stent Shunts (TIPS-Shunt) im Rahmen eines Eingriffs der ohne eine offene Operation durchgeführt wird oder II) die Herstellung einer Kurzschlussverbindung zwischen dem Splanchnikusgebiet (im wesentlichen Venen aus Milz, Magen und Darm die zur Pfortader zusammenfließen) und dem systemischen Kreislauf im Rahmen eines offenen gefäßchirurgischen Eingriffs. Hierbei gilt die Anlage einer Kurzschlussverbindung durch einen TIPS-Shunt als risikoärmere und erfolgreichste Methode zur Senkung eines erhöhten Pfortaderdrucks.

Neben dem therapierefraktärem Aszites (Bauchwassersucht) ist die Anlage eines TIPS-Shunts daher auch die Therapie der Wahl bei anderweitigen Komplikationen des Pfortader-Hochdruckes wie die wiederholte Ösophagus- und Fundusvarizenblutung oder die Entstehung eines hepatorenalen Syndroms. Auch für die seltenen Krankheitsbilder des Budd-Chiari-Syndroms und der Pfortaderthrombose hat die TIPSS-Technik ganz neue Therapiemöglichkeiten in der Akutphase erbracht.

In der Zirrhose/TIPSS-Ambulanz der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf steht sowohl für Fragen der konservativen Behandlung der Leberzirrhose und ihrer Komplikationen als auch für Fragen der interventionellen Möglichkeiten ein entsprechend spezialisertes Team zur Verfügung.