Die Bauchspeicheldrüse (auch: das Pankreas) ist die wichtigste Verdauungsdrüse des Menschen. Sie produziert täglich etwa 1,5 l Sekret, welches über den Pankreasgang in den Zwölffingerdarm ausgeschieden wird. Die Produktion des Verdauungsaftes erfolgt in spezialisierten Drüsenzellen die auch als Acinarzellen bezeichnet werden. Die Acinarzellen werden durch verschiedene Hormone wie Sekretin und Pankreozymin (=Cholezystokinin)die während des Verdauungsvogangs in das Blut abgegeben werden zur Abgabe des Verdauungssaftes (Pankreassekret) angeregt, wobei die Zusammensetzung des Pankreassekretes je nach aufgenommener Nahrung verschieden ist. Es enthält die Vorstufen eiweißspaltender Proteine (Trypsinogen, Chymotrypsinogen, Carboxylpeptidase), das zuckerspaltende Protein Amylase und das der Fettspaltung dienende Protein Lipase. Diese auch als Enyme bezeichneten, spezialisierten Proteine sind für die vollständige Zerlegung des aus dem Magen kommenden Nahrungsbreis in über den Darm resorbierbare Bestandteile zuständig. Um eine Sebstverdauung der Bauchspeicheldrüse zu vermeiden werden die meisten Enzyme in einer inaktiven Form in der Bauchspeicheldrüse hergestellt und erst im Dünndarm aktiviert. Die Dünndarmwand ist durch eine spezielle Schleimschicht vor der zersetzenden Wirkung dieser Enzyme - und damit vor einer Selbstverdauung – geschützt, während die Bauchspeicheldrüse selbst über keinen vergleichbaren Schutz verfügt was im Falle einer vorzeitigen Aktivierung dieser Enzyme noch in der Bauchspeicheldrüse selbst zu einer Selbstzersetzung des Organs führt.
Im Falle einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kommt es zu einer Aktivierung dieser Enzyme und damit zur Selbstzerstörung der Bauchspeicheldrüse und im Falle einer schwer verlaufenden Entzündung auch zur Zerstörung des umliegenden Gewebes (Nekrose). Beim Betroffenen kommt es in der Regel zu heftigen im Oberbauch lokalisierten Schmerzen die oft nach allen Seiten ausstrahlen können bzw. gürtelförmig um den Leib ziehen. Darüberhinaus kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen, zum Auftreten von Fieber und vor allem bei schwer verlaufenden Pankreatitiden zu einem Abfall des Blutdruckes bis hin zur Entwicklung eines Schocks.
Ursächlich für eine akute Pankreatitis sind in 45% der Fälle Gallenwegserkrankungen, hierbei vorrangig Gallnblasensteine die beim Abgang durch den Gallengang vorübergehend den gemeinsamen Ausgang von Gallen- und Pankreasgang verlegen und hierdurch zu einem Sekretaufstau führen. Neben Gallenwegserkrankungen ist die zweithäufigste Ursache für eine akute (35 % der Fälle) und die häufigste Ursache für eine chronische Pankreatitis (80 % der Fälle) der Alkoholmissbrauch.