Kommissarischer Direktor: Prof. Dr. med. Klaus GrabitzMoorenstr. 5 Tel.: +49 (0)211 81 17090 Fax: +49 (0)211 81 19091 gefaesschirurgie@med.uni-duesseldorf.de |
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Die Klinik für Gefäßchirurgie und Nierentransplantation hat sich in den vergangenen 30 Jahren zu einem bedeutenden überregionalen Zentrum für Operationen an den Blutgefäßen ohne Herz-Lungen-Maschine und für die Nierentransplantation entwickelt. Zu den Behandlungsschwerpunkten zählt die Chirurgie der Arterien zur Wiederherstellung der Durchblutung bei chronischen oder akuten Verschlussprozessen. Hierzu gehören beispielsweise Operationen an der Halsschlagader oder Bypass-Operationen bei arterieller Verschlusskrankheit.
Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld ist die Chirurgie von Aneurysmen der Aorta im Bauch und Brustkorb (Aussackungen von Blutgefäßen) oder der Arterien. Die Klinik verfügt darüber hinaus über besondere Erfahrung bei der Behandlung von Thrombosen und Krampfadern sowie bei der Venenrekonstruktionschirurgie. Bei frischen Thrombosen der unteren Hohlvene und der Bein-Beckenvenen werden Operationen am Venensystem durchgeführt, um eine Lungenembolie und ein späteres postthrombotisches Syndrom (offene Beine) zu verhindern. Besondere Erfahrung hat die Klinik in der Chirurgie von Thrombosen während der Schwangerschaft.
In den vergangenen Jahren ist der langstreckige Venenersatz bei Fehlbildungen der unteren Hohlvene als Erfahrungsschwerpunkt hinzugekommen. In diesem Zusammenhang sollte auch die operative Behandlung von Krampfadern und die Dialyse-Shuntchirurgie (Herstellung von Gefäßzugängen für die Dialyse) als Behandlungsschwerpunkt genannt werden.
Versorgung der Patienten
Zu den behandelten Gefäßerkrankungen gehören beispielsweise Aussackungen von Blutgefäßen, so genannte Aneurysmen. Da diese Gefäßaufweitungen platzen und bluten können, müssen sie rechtzeitig erkannt und operiert werden. Andere Patienten betrifft das umgekehrte Problem – der Verschluss von Blutgefäßen. In akuten Fällen muss die Klinik häufig Notoperationen durchführen, zum Beispiel bei plötzlichem Verschluss der Halsschlagader mit Schlaganfall.
Über besondere Erfahrung verfügt die Klinik auch bei der Nierentransplantation: Seit 1974 wurden bisher rund 1.800 Transplantationen durchgeführt. Hier arbeitet die Klinik eng mit der Klinik für Nephrologie zusammen. Bei chronischem Nierenversagen ist die Nierentransplantation die einzige Alternative zur Dialyse. Die staatlich kontrollierte gemeinnützige Stiftung Eurotransplant vermittelt und koordiniert den internationalen Austausch von Spenderorganen für ein Einzugsgebiet von 120 Millionen Menschen. Eine immer größere Rolle spielt auch die Lebendnierenspende unter Familienangehörigen und anderen engen Bezugspersonen.
Vor der Operation werden die Patienten in der Gefäßambulanz mit Unterstützung modernster medizintechnischer Diagnostik, beispielsweise der Plethysmographie, der Lichtreflexionsrheographie, mit Doppleruntersuchungen und der Duplexsonographie untersucht. Hier werden die Weichen für die weitere operative Behandlung gestellt. Bei allen Operationen setzt die Klinik maschinelle Autotransfusion ein, sodass der Einsatz von Fremdblutkonserven deutlich reduziert werden konnte. Für die Operationen selbst stehen drei Operationssäle zur Verfügung. Mit zurzeit drei Intensivbetten und sechs Überwachungsbetten wird die umfassende Betreuung nach großen Operationen sichergestellt. Eine Erweiterung der Intensivbettenkapazität auf der neuen Intensivstation wird soeben durchgeführt.
Forschung und Lehre
Die Teilnahme an nationalen und internationalen Multicenterstudien verbindet die Klinik mit anderen gefäßchirurgischen Zentren in Deutschland und England. Innerhalb der Heinrich-Heine-Universität werden interdisziplinäre Forschungsprojekte mit anderen Kliniken und Instituten zu Behandlungsoptionen bei tiefen Venenthrombosen durchgeführt. Weitere wichtige Forschungsprojekte erfassen und untersuchen das Auftreten von „Durchgangssyndromen“ im Rahmen von Operationen. Darüber hinaus werden verschiedene Projekte zur Klärung der Ätiopathogenese der arteriellen Dissektionen sowie Familienscreening und Multizentrizität bei Carotis-„Glomus“-Tumoren durchgeführt.
Experimentelle Forschungen befassen sich mit der Ischämietoleranz von Darm, Rückenmark und Nieren bei vorübergehender Aortenabklemmung sowie der Wertigkeit motorisch hervorgerufener Potenziale zur Früherkennung von Durchblutungsstörungen des Rückenmarkes bei Aortenabklemmung. Eine weitere Arbeitsgruppe untersucht das Einheilungsverhalten unterschiedlicher Gefäßprothesen.




