Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik

Schwerpunkte

  • Behandlungsschwerpunkte

    • Behandlung von Schmerzen und Fehlfunktionen im stomatognathen System (Kausystem)
    • Implantatprothetik
    • Planung und Versorgung mit Zahnersatz unter besonderer Berücksichtigung der Doppelkronentechnik als Prothesenanker
    • Versorgung von Defekten und Fehlbildungen im Kiefer-/Gesichtsbereich
  • Forschungsswerpunkte

    • Doppelkronentechnik als prothetisch-restauratives Versorgungskonzept
    • Funktionsdiagnostik und Funktionstherapie bei Myoarthropathien/ kraniomandibulären Dysfunktionen (CMD)
    • Funktionsorientierte Okklusionsgestaltung und Kaufunktionsanalyse
    • Galvanoforming

Die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik ist Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Zahnersatz, seien es Kronen, Brücken, Prothesen oder weitere Alternativen. Die Poliklinik arbeitet hierbei eng mit anderen zahnmedizinischen und medizinischen Fachgebieten innerhalb des Universitätsklinikums zusammen.

Besondere Aufmerksamkeit schenkt die Poliklinik mit eigenen Spezialambulanzen der Diagnostik und Therapie von Schmerzen und Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur („Myoarthropathie“). Diese Ambulanzen kümmern sich darüber hinaus auch um die Versorgung von zum Teil umfangreichen Defekten und Fehlbildungen im Kiefer- und Gesichtsbereich („Maxillofaziale Prothetik“).

Ergänzt wird das Arbeitsfeld der Poliklinik durch die Versorgung mit Zahnersatz nach der chirurgischen Einpflanzung von künstlichen Zahnwurzeln, so genannten Implantaten („Implantatprothetik“).

Die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik ist ein wichtiger Bestandteil der Westdeutschen Kieferklinik. Diese Klinik wurde im Jahre 1917 auf Bürgerinitiative in der Düsseldorfer Innenstadt errichtet und nach dem Zweiten Weltkrieg im Haus Himmelgeist untergebracht. Von Anfang an hat sich die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik um einen engen Kontakt zwischen Patientenversorgung, Lehre und Forschung bemüht. Diese Tradition soll auch in Zukunft weitergeführt werden. Besonders hervorzuheben ist das maßgebliche Engagement der Poliklinik bei der Entwicklung und anwendungsorientierten Optimierung des so genannten Teleskopsystems, einem universell einsetzbaren Verfahren zur Verankerung von Zahnersatz.

Versorgung der Patienten

Zahnärztliche Prothetik ist innerhalb der Zahnheilkunde von großer Bedeutung. Die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik behandelt nicht nur Patienten, sondern ist in hohem Maße beratend und planend tätig.

Die Untersuchung und Behandlung der Patienten wird in den Ambulanzen und Spezialambulanzen der Zahnärztlichen Prothetik in der Regel direkt von den wissenschaftlichen Mitarbeitern durchgeführt. Innerhalb der studentischen Ausbildungskurse im Fach Zahnersatzkunde werden darüber hinaus unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen für Zahnersatz diskutiert und praktisch umgesetzt. Hier werden innerhalb der Kurse Patienten von Studierenden höherer Fachsemester behandelt und betreut, selbstverständlich unter fortlaufender fachlicher Aufsicht.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Poliklinik überprüfen und kontrollieren kontinuierlich die Durchführung der verschiedenen Behandlungsmaßnahmen. Durch diese permanente Qualitätskontrolle wird der hohe Behandlungsstandard der Poliklinik sichergestellt. In den studentischen Ausbildungskursen werden umfangreiche prothetischrestaurative Behandlungsmaßnahmen in der Regel zu Beginn des jeweiligen Semesters begonnen. Dennoch versucht die Poliklinik, die zeitlichen Vorstellungen der Patienten möglichst zu berücksichtigen.

Die Dauer einer Behandlung richtet sich nach Umfang, Schwierigkeitsgrad und Vorbereitungsaufwand der prothetisch-restaurativen Arbeit. Da ein Großteil der Patienten umfassend behandelt werden muss, nimmt die Versorgung entsprechend viel Zeit in Anspruch und kann häufig nicht in wenigen Tagen abgeschlossen werden. Für bestimmte zahnärztliche Leistungen und zahntechnische Arbeiten wird eine Kostenreduktion gewährt. Nach jeder abgeschlossenen Behandlung erfolgt eine gründliche zahnärztliche und zahntechnische Nachuntersuchung, bei der geprüft wird, ob die hohen Qualitätsstandards eingehalten worden sind.

Forschung und Lehre

In Forschung und Lehre der Düsseldorfer Prothetik wird eine Reihe von Themenbereichen untersucht und behandelt. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Analyse des Doppelkronensystems in Form der teleskopierenden Verankerung. Die entsprechenden Untersuchungen beschäftigen sich mit dem eingesetzten Material und der Langzeitbewährung dieses Verfahrens. In der Lehre wird das Doppelkronensystem vorgestellt und intensiv eingeübt.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik ist die funktionsorientierte Gestaltung von Restaurationen, die Funktionsdiagnostik des Kausystems sowie die Funktionstherapie bei kraniomandibulären Dysfunktionen bzw. Myoarthropathien (Schmerzen bzw. Fehlfunktionen der Zähne/des Gebisses, der Kaumuskulatur bzw. der Kiefergelenke) und orofazialen Schmerzen (Schmerzen im Bereich des Mundes und Gesichts). Die Analysen erfolgen hierbei mit Hilfe elektronischer computergestützter Messsysteme und bildgebender Verfahren. Darüber hinaus werden Forschungsvorhaben zur forensischen Zahnheilkunde, zum Galvanoforming von zahnärztlichen Restaurationen, zur evidenzbasierten Analyse prothetisch-restaurativer Maßnahmen mit Berücksichtigung funktioneller Aspekte, zur Kiefer-Gesichtsprothetik, zur Alterszahnheilkunde (Gerontoprothetik) sowie zum Einsatz multimedialer Elemente in der vorklinischen und klinischen zahnmedizinischen Lehre durchgeführt.

Vita Universitätsprofessor Dr. med. Ulrich Stüttgen

1968: Zum Wintersemester Beginn des Studiums der Zahnmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
1973: Staatsexamen
1975: Assistent in der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Defektprothetik,Direktor Prof. Dr. H. Böttger
1976: Promotion
1981: Aufnahme in den Verein Deutscher Ingenieure (VDI)
1982: Habilitation
1984: Ruf (C4) an die Freie Universität Berlin (... in Düsseldorf geblieben)
1985: Ruf (C3) als Abteilungsleiter für den Bereich „Zahnärztliche Propädeutik und Defektprothetik“ an der Universität Düsseldorf
1985: Ruf (C4) und Wechsel auf den Lehrstuhl für „Zahnärztliche Werkstoffkunde und Technologie“ an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
1989: Ruf (C4) auf den Lehrstuhl für „Zahnärztliche Prothetik“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Dienstantritt im April 1990)
1996-2002: Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde (Westdeutsche Kieferklinik)
  Professor Ulrich Stüttgen verfügt über ein umfangreiches Publikationsverzeichnis und ist auf dem Gebiet der zahnärztlichen und zahntechnischen Fortbildung national und international tätig.
  Seit 1990 ist er Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik.