Bau einer interdisziplinären Palliativstation in MNR-Klinik

Im Rahmen des Konjunkturprogramms II wurde der notwendig gewordene Bau einer interdisziplinären Palliativstation in der MNR-Klinik mit 3,0 Mio € inkl. MwSt beantragt. Nach Fertigstellung der Planung und Einreichung beim MIWFT sowie beim Bauministerium Mitte Juli 2009, wurde der Zuwendungsantrag bis Anfang Januar 2010 noch nicht beschieden. Nach Aussage des MIWFT kann jedoch noch im Januar mit dem positiven Bescheid gerechnet werden, so dass anschließend die Bauarbeiten umgehend beginnen werden. Die Fertigstellung ist für März 2011 geplant.

Palliativmedizin gehört seit je her zum Behandlungsspektrum des Universitätsklinikums. Eine solche Behandlung ist essentieller Bestandteil einer umfassenden Versorgung besonders onkologischer Patienten, deren Anteil etwa 25 % aller stationären Patienten im Universitätsklinikum beträgt. Diese Zahl ist seit Jahren mit leicht steigender Tendenz stabil. Die Notwendigkeit einer spezialisierten Palliativversorgung kann sich zusätzlich aber auch aus folgenden Krankheitsbildern im Endstadium ergeben:

  • Vollbild der Infektionskrankheit AIDS,
  • Erkrankung des Nervensystems mit unaufhaltsamen fortschreitenden Lähmungen,
  • Endzustand einer chronischen Nieren-, Leber-, Herz- oder Lungenerkrankung.

Vor dem Hintergrund einer strategischen Schwerpunktbildung im Bereich Altersmedizin und dem Ausbau des Tumorzentrums ist in den folgenden Jahren mit weiter steigenden Patientenzahlen zu rechnen. Palliativmedizin gilt darüber hinaus der Versorgung aller Patienten mit einer unheilbaren, fortschreitenden und /oder weit fortgeschrittenen Erkrankung unabhängig von der Diagnose, ebenso wie deren Angehörigen. Die Etablierung einer eigenständigen Einheit Palliativmedizin ist seit langem Ziel des UKD.

Geplant ist innerhalb des UKD zunächst der Aufbau einer interdisziplinär getragenen stationären Palliativversorgung für Tumor- und anderweitig erkrankte Patienten auf der Basis eines fächerübergreifenden, ganzheitlichen Ansatzes:

  • Es sieht die qualitätsgesicherte Etablierung einer Palliativstation vor, sowie die Etablierung eines palliativmedizinischen Konsiliardienstes. In der Folge soll eine spezialisierte ambulante palliativmedizinische und palliativpflegerische Versorgung von Erwachsenen, auf der Basis eines sektorenübergreifenden, die ambulante und stationäre Versorgung verbindenden Ansatzes, aufgebaut werden.
  • Die Ebene der Multiprofessionalität wird durch die Etablierung funktionierender Kooperationen mit den operativen Fachdisziplinen, sowie den Bereichen Sozialarbeit, Seelsorge, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie gewährleistet. In der Palliative Care spielt die Pflege eine herausragende und zentrale Rolle im Erfolg ambulanter und stationärer Konzepte. Insofern kommt den Pflegenden im IZP eine besonders wichtige Rolle zu.