Chromoendoskopie


Die Chromoendoskopie (Einsatz von Spezialfarbstoffen bei einer Endoskopie) ist eine endoskopische Zusatzmethode zur Verbesserung der Diagnostik im Magen-Darm-Trakt. Der Einsatz verschiedener Färbemethoden dient vor allem der besseren Erkennung von bösartigen Veränderungen sowie von Vorstufen bösartiger Veränderungen in Speiseröhre, Magen, Dünndarm und Dickdarm. Aus diesen verdächtigen Bereichen mit auffälligem Färbeverhalten können dann gezielt Proben zur feingeweblichen Untersuchung entnommen werden oder auch entsprechende Bereiche gezielt behandelt werden.


Lugol´sche Lösung

Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Absorptionsfärbung, das heißt, der Farbstoff wird von bestimmten Zellen aufgenommen und reagiert dann, falls in den Zellen vorhanden, mit Glykogen (tierischer Stärke) zu einer bräunlichen Verbindung.

Dieser Farbstoff wird vor allem zum Nachweis von bösartigen Veränderungen und insbesondere ihren Vorstufen in der Speiseröhre sowie am After eingesetzt. 

                          

 
Methylenblau

Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Absorptionsfärbung (s.o.). Dieser Farbstoff wird zum Nachweis einer veränderten Schleimhaut in der Speiseröhre, dem sogenannten Barrett-Epithel eingesetzt, das sich durch den Farbstoff blau verfärbt.

Normale Speiseröhrenschleimhaut (Plattenepithel) und Magenschleimhaut färben sich hingegen nicht an. Außerdem können innerhalb dieser veränderten Barrett-Schleimhaut  auch bösartige Veränderungen und Vorstufen solcher bösartiger Veränderungen durch eine verringerte Anfärbung nachgewiesen werden. 

 

                                                        

                                                               

Indigokarmin

Mit Indigokarmin wird eine sogenannte Kontrastfärbung durchgeführt. Das heißt, der Farbstoff wird von den Zellen nicht aufgenommen, sondern dient einer verbesserten Kontrastierung des Schleimhautreliefs, indem sich der tiefblaue Farbstoff in kleinsten Falten, Vertiefungen und Grübchen ansammelt und diese hiermit von der rötlichen Darm-Schleimhaut abhebt.

                          

Dieser Farbstoff wird vor allem im Darm zur Identifizierung und Charakterisierung von Polypen eingesetzt. Hierbei können spezielle Muster identifiziert werden („pit-pattern“, Kudo-Klassifikation), die Hinweise auf eine mögliche Entartung des Polypen geben. Außerdem wird der Farbstoff auch im Magen und Zwölffingerdarm eingesetzt, um gut- oder bösartige Veränderungen besser sichtbar zu machen oder auch das Zottenrelief bei Krankheiten wie der Zoeliakie (Sprue) besser darstellen zu können. 

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  • Zuletzt aktualisiert am 17.09.2015
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