Externe Anbieter täuschen im Internet eine Verbindung zum UKD vor, indem Sie von ihrem Info/Pressebereich auf uns verlinken. Wir distanzieren uns ausdrücklich von Anbietern, die "Sauerstoffdrucktherapie" in Einpersonen Plastiksäcken als Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) verkaufen wollen.

HBO findet als echte Therapie unter Aufsicht eines Arztes unter den u.a. Bedingungen statt.

Heinrich Heine Universität Düsseldorf

Patienteninformationen

Herzlich Willkommen auf den Webseiten der Hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) des Universitätsklinikums Düsseldorf

    Nachfolgend einige Informationen über die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO).

    Was ist die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)?

    Bei der Hyperbaren Sauerstofftherapie (kurz: HBO) atmet der Patient für einen festgelegten Zeitraum in einer Überdruckkammer mit einer Maske oder in besonderen Fällen über ein Kopfzelt medizinisch reinen Sauerstoff ein. Der Sauerstoff wird über die Lunge an das Blut weitergegeben. Die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff transportieren, sind schon bei normaler Luftatmung nahezu vollständig mit Sauerstoff gesättigt und können nur noch unwesentlich mehr aufnehmen.
    Durch den erhöhten Druck wird der Sauerstoff in der Blutflüssigkeit vermehrt physikalisch gelöst - ähnlich wie die Kohlensäure in einer ungeöffneten Mineralwasser-Flasche. Im Vergleich zur Atmung von normaler atmosphärischer Luft kann während der HBO-Therapie im Blut die ca. 20-fache Menge Sauerstoff transportiert werden. So können auch diejenigen Körpergewebe, die wegen ihrer Lage am Endpunkt der Körperdurchblutung bei entsprechenden Erkrankungen schlechter versorgt werden, vermehrt Sauerstoff erhalten.

    Darstellung der Sauerstoffaufnahme:

    1. Chemisch ans Hämoglobin (unter normalem Umgebungsdruck)
    2. Physikalisch ans Plasma (unter Überdruck)
    Eintauchen in Sauerstoff
    Eintauchen in Sauerstoff

    Film anschauen (.rm /.wmv) 

    Positive Wirkungen des Sauerstoffs unter Überdruck:

    Die Diffusionsbedingungen für Sauerstoff vom Blut in das Gewebe zur Versorgung der Körperzellen können durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt werden. Die Folge ist ein Sauerstoffmangel mit entsprechend eingeschränktem Energiestoffwechsel. 
    Bei der Erhöhung des Sauerstoffpartialdruckes während der HBO-Behandlung verlängert sich die Diffusionsstrecke für den Sauerstoff bis um das Vierfache gegenüber einer normobaren Luftatmung. Hierdurch erreicht der Sauerstoff auch weiter von den Blutgefäßen entfernt gelegene sauerstoffmangelversorgte Körpergebiete, was zu einer Kompensation des dortigen Sauerstoffdefizits führt. Zellen, die bei der Heilung von Wunden für den Aufbau von neuem Gewebe verantwortlich sind, benötigen für ihre Funktion eine Mindestmenge Sauerstoff. Steht diese nicht zur Verfügung, weil die Blutzufuhr in großen oder kleinen Gefäßen vermindert ist, kann es zu Wundheilungsstörungen kommen. Diese treten häufig z.B. als sog. „offene Beine“ bei Diabetikern auf. Eine Verbesserung der Sauerstoffversorgung während der HBO kann diese Heilungszellen aktivieren und den Wundverschluß fördern. 

    Der Auf- und Abbau von Knochensubstanz ist elementar auf Sauerstoff angewiesen. Die HBO-Behandlung beeinflußt die bei bestimmten Krankheiten stark reduzierte Funktion dieser Zellen positiv.

    Die HBO wirkt auf mehreren Wegen gegen Krankheitskeime. Bestimmte Erreger (sog. Anaerobier) können in einer sauerstoffreichen Umgebung nicht überleben; sie werden während der HBO-Therapie direkt abgetötet und ihre Toxine darüber hinaus inaktiviert. 

    Ein Teil der körpereigenen Abwehrzellen - sog. Freßzellen - benötigen zur Keimabtötung große Mengen Sauerstoff. Bei einem Sauerstoffmangel ist ihre Funktion beeinträchtigt und die Abwehrleistung vermindert; als Folge können sich Wunden infizieren. Die HBO kann die Leistung dieser Zellen und damit auch ihre Abwehrfunktion verbessern. Zudem wird die Wirkung einiger Antibiotika bei der Infektabwehr verstärkt. 

    Die HBO bewirkt bei einem Überangebot an Sauerstoff eine Verengung bestimmter Blutgefäße und kann damit erheblich zum Rückgang von Schwellungen beitragen. 

    Untersuchungen vor der ersten Therapie: 

    Genaue Angaben über den Gesundheitszustand des Patienten sind unbedingt erforderlich; dazu muß ein Patientenfragebogen vor dem ersten Arztgespräch sorgfältig ausgefüllt werden. Bevor der Patient in der Druckkammer behandelt werden kann, muß die Druckkammertauglichkeit festgestellt werden. Hierzu erfolgen eine gründliche körperliche Untersuchung, die Überprüfung der Lungenfunktion, die Anfertigung eines EKG und falls nötig eines Belastungs-EKG sowie, je nach Grunderkrankung, weitere Tests. Außerdem wird ein nicht älter als zwei Jahre altes Röntgenbild der Lunge benötigt. 

    Einige Erkrankungen machen eine Behandlung in der Druckkammer sehr schwierig oder schließen eine Therapie aus. Hierzu gehören u.a.:

    • bekannte Anfallsleiden (z.B. Epilepsie)
    • nicht beherrschbare Angst in engen Räumen
    • relevante Lungenerkrankungen
    • schwerwiegende Herz- und Kreislaufprobleme

    Auch während der Schwangerschaft sollte eine HBO-Therapie nur in Notfällen nach vorheriger Rücksprache mit dem behandelnden Arzt durchgeführt werden.

    In jedem Falle muß der zu erwartende Nutzen der HBO-Therapie das Risiko von Nebenwirkungen einer HBO-Therapie übertreffen. Diese Entscheidung wird individuell anhand eines jeden einzelnen Patienten getroffen. 

    Nebenwirkungen der HBO: 

    Wie bei jeder Behandlung, kann es auch bei der Therapie mit hyperbarem Sauerstoff zu Nebenwirkungen kommen, die allerdings bei gründlichen Voruntersuchungen und der attestierten Druckkammertauglichkeit sehr selten sind. Die Gabe von reinem Sauerstoff unter Überdruckbedingungen muß genau dosiert und überwacht werden. 

    Speziell geschultes Personal sowie modernste Überwachungstechnik (Sichtfenster, Videokameras und Sprechanlagen) tragen zu einer optimalen Sicherheit bei. Über mögliche Nebenwirkungen werden die Patienten vom Druckkammerarzt vor Beginn der Behandlung im Rahmen des ausführlichen Informationsgespräches detailliert aufgeklärt. 

    Zusätzliche Informationen: 

    Das Universitätsklinikum Düsseldorf verfügt über eine 12-Personen Druckkammer modernsten Standards und erfüllt alle Voraussetzungen der Medizinischen Geräteverordnung (MedGV), des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) und des Germanischen Lloyd. 

    Nach unserem Selbstverständnis hat die umfassende und ständige Betreuung und Beratung unserer Patienten oberste Priorität. Die Gesamtdauer der Therapie ist von der jeweiligen Grunderkrankung abhängig. Ein individuelles Therapiekonzept wird vor und während der Behandlung mit jedem einzelnen Patienten abgestimmt. Das erfahrene Personal unserer Druckkammer wird Sie ausführlich in die Behandlungsbesonderheiten einführen; darüber hinaus werden Sie auf Wunsch bei der ersten Druckzunahmephase von einem unserer Mitarbeiter begleitet. Während der Therapie besteht zum Personal jederzeit Sprech- und Sichtkontakt. 

    Unsere Druckkammer verfügt über die Möglichkeit der transkutanen Sauerstoffmessung. Hierbei wird auf die Hautoberfläche eine Meßsonde platziert, die während der Behandlung permanent den Sauerstoffgehalt im Körper anzeigt. Diese Werte werden vom Fachpersonal am Computer überwacht und dort dokumentiert. Im Bedarfsfall kann über die Vorkammer jederzeit Personal eingeschleust und Patienten kurzfristig ausgeschleust werden. 

    Sollten Sie Fragen zu einer HBO-Behandlung haben, steht Ihnen unser Druckkammer-Team jederzeit gern zur Verfügung. 

     
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    • Zuletzt aktualisiert am 28.11.2017
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