Sektion Theor. Chirurgie

Funktionsbereich Theoretische Chirurgie
Leiter: Prof. Dr. C. Ohmann
Aufgaben und Ressourcen
Der Funktionsbereich Theoretische Chirurgie ist einer von 4 Funktionsbereichen an der Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Wesentliche Aufgabe ist die Unterstützung der klinischen Forschung und hier von den beiden Forschungsschwerpunkten
· kontrollierte klinische Studie in der Chirurgie
· medizinische Entscheidungsfindung.
Zwischen dem Funktionsbereich Theoretische Chirurgie und dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien besteht eine enge Kooperation, die die gemeinsame Nutzung von Resourcen und Räumen umfasst und gemeinsame Forschungsprojekte beinhaltet.
Kontrollierte klinische Studien
Zur Zeit werden zu folgenden Fragestellungen klinischer Studien geplant, durchgeführt oder die Daten ausgewertet:
· Beteiligung an der Studie „EORTC 40954“ Randomized Phase III study of preoperative, chemotherapy, followed by surgery, versus surgery alone in localy advanced gastric cancer” (Kooperation mit KKS).
· Sektorübergreifende Evaluation der Versorgungsqualität bei der Behandlung der Schenkelhalsfraktur. Retrospektive Längsschnittuntersuchung unter Einbeziehung von Akutuntersuchung, Rehabilitation, ambulanter Versorgung und pflegerischer Maßnahmen an Hand der Daten von 1995 und 1998 und prospektive Studie in 2001 in Westfalen-Lippe (Projektleitung, Kooperation mit Ärztekammer Westfalen-Lippe, AOK und MDK Westfalen-Lippe, BMBF-Förderung, Kooperation mit KKS)
· SMARTIE: Smart Medical Applications Repository of Tools for Informed Expert Decision (EU-gefördertes Projekt). Im Rahmen des Smartie-Projektes werden drei Studien durchgeführt
- prospektive multizentrische Vorher-Nachher-Studie zur Evaluierung des klinischen Nutzens von Computerprogrammen zur Unterstützung der diagnostischen und therapeutischen Entscheidungsfindung im Bereich des akuten Abdomens
- Untersuchung der Einhaltung von papierbasierten und computergestützten Leitlinien in einer prospektiven Studie bei Patienten mit oberen Gastrointestinalblutungen
- Verbesserung von enteraler und parenteraler Ernährung bei Intensivpatienten durch computergestützte Berechnung auf Handheld Computern (Kooperation mit KKS)
· Pilotstudie zur CT-Untersuchung bei Verdacht auf Appendizitis (Industrie-Förderung)
· HNPCC-Studie zum Stellenwert einer prophylaktischen Chirurgie (Planung einer bundesweiten Studie, Förderung bei der Deutschen Krebshilfe beantragt, Kooperation mit Frau PD Dr. Möslein und KKS)
Durch die enge Kooperation zwischen dem Funktionsbereich Theoretische Chirurgie der Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie und dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien sind beste Voraussetzungen geschaffen worden um innovative und wichtige Studien nach höchstem Qualitätsstandard (Good Clinical Practice) durchzuführen. Dies umfasst alle Phasen einer kontrollierten klinischen Studie von der Planung über die Durchführung bis hin zur Auswertung. Für klinische Studien in der Chirurgie stehen kompetente Studienmanager, Biometriker, Informatiker, Datenmanager, Dokumentationsassistenten und Studienassistenten zur Verfügung. Es ist beabsichtigt in gemeinsamer Kooperation diesen Bereich zukünftig weiter auszubauen. Der Funktionsbereich Theoretische Chirurgie soll zu einem Kompetenz- und Referenzzentren für Klinische Studien in der Chirurgie ausgebaut werden.
Medizinische Entscheidungsfindung
Das zweite wichtige Forschungsgebiet betrifft die Entwicklung und Anwendung von Methoden medizinischer Entscheidungsfindung. Hierzu zählen Scores, Algorithmen und Expertensysteme. Der Funktionsbereich Theoretische Chirurgie hat federführend Scores für die Diagnose der akuten Appendizitis und für die Prognose der Peritonitis entwickelt und evaluiert. Mit Förderung durch das BMBF wurde ein Experten- und Diagnosenunterstützungssystem für akute Bauchschmerzen erstellt, welches multizentrisch evaluiert wurde. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt stellt die Entwicklung und Evaluierung von wissensbasierten Systemen und Leitlinien dar.
Zur Zeit beteiligt sich der Funktionsbereich Theoretische Chirurgie an einem europäischen Projekt, in dem computerbasierte Entscheidungsunterstützungsmodulen für die Gastroenterologie, Endokrinologie und Intensivmedizin entwickelt werden. In diesem EU-geförderten Projekt werden auf verschiedenen Plattformen (z.B. Windows, Palms) Computerprogramme implementiert, die den Arzt bei Diagnostik und Management unterstützen sollen. Unter der Federführung des Funktionsbereiches Theoretische Chirurgie in Kooperation mit dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien werden Palm-basierte Entscheidungshilfen für die Unterstützung bei der Diagnose akuter Bauchschmerzen, für das Management der oberen Gastrointestinalblutung und für das Management enteraler/ parenteraler Ernährung auf der Intensivstation in klinischen Studien evaluiert. Weiterhin wurde mit Eigenmitteln im Berichtszeitraum eine Leitliniensuchmaschine entwickelt sowie implementiert. Aus diesem Projekt ist ein Projektantrag an das Bundesministerium für Gesundheit entstanden, der die Projektpartner AWMF, DIMDI, ÄZQ sowie Institute der Medizinischen Informatik in Deutschland umfasst. Dieses Projekt soll von dem Funktionsbereich Theoretische Chirurgie in Kooperation mit dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien geleitet werden. Titel des Projektes ist „Förderung der Qualität in der Medizin durch standardisierte Implementierung von Leitlinien“.
Mitarbeit in Fachgesellschaften
Der Leiter des Funktionsbereiches Theoretische Chirurgie arbeitet in folgenden Fachgesellschaften mit:
· World Organisation of Gastroenterology (OMGE)
· Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
· Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
· Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS)
· Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Medizinischen Diagnostik e.V. (MEDICA)
· Wissenschaftlicher Beirat „Health Technology Assessment“ beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)