PD

Im folgenden werden die Indikationen zur Peritonealdialyse und die von uns verwendeten Methoden zur Qualitätssicherung kurz beschrieben.

Indikationen zur Peritonealdialyse


Grundsätzlich sollten allen präterminal niereninsuffizienten Patienten, die eine Heimdialyse durchführen können und keine medizinischen Hindernisse aufweisen, beide Verfahren sowohl die Peritonealdialyse als auch die Hämodialyse vorgestellt und angeboten werden.
Spezielle Indikationen

  • Patientenwunsch, berufliche Rehabilitation, Heimdialyse ohne Partner
  • terminale Niereninsuffizienz im Kindesalter
  • kardiale Instabilität
  • fehlender Gefäßzugang
  • Blutungskomplikationen unter HD
  • terminale Niereninsuffizienz im Kindesalter
  • hypotone Kreislaufverhältnisse unter HD
  • Heparin-Unverträglichkeit


Vorteile der PD gegenüber der HD

  • Kardial: Durch kontinuierliche UF bessere Verträglichkeit bei KHK, DCM etc.
  • größere diätetische Freiheit bez. Trinkmenge und Kaliumaufnahme
  • größere örtliche und zeitliche Unabhängigkeit (ca. drei-monatliche Vorstellung im Zentrum)


Nachteile der PD gegenüber der HD

  • tägliche selbstverantwortliche Beschäftigung mit der Dialyse
  • durch das Peritoneum bestimmte und limitierte Dialyseeffektivität
  • bei großen und schweren Patienten (ca. >80kg, Körperoberfläche > 2m2) kann bei Verlust der renalen Restfunktion die Umstellung auf die Hämodialyse notwendig werden


Kontraindikationen

  • fehlende Heimdialysefähigkeit
  • umfangreiche peritoneale Verwachsungen
  • grosse (nicht behandelte) Hernie
  • starke raumgreifende Zystennieren (bei geringerem Ausmaß aber z.B. APD möglich)
  • chronische entzündliche Darmerkrankungen, rez. Pankreatitis


Das Vorgespräch


Patienten können zum Vorgespräch in unserer Ambulanz vorgestellt werden. Hierbei werden der Patient und seine Angehörigen sowohl mit der Peritonealdialyse als auch mit der Hämodialyse bekannt gemacht. Der Patient wird über die Indikationen, die Vor- und Nachteile beider Verfahren und auch über die Komplikationen aufgeklärt. Weiterhin wird geprüft, ob Kontraindikationen für die Peritonealdialyse bestehen. Dem Patienten werden dann die Dialyseverfahren praktisch demonstriert. Gegebenenfalls wird die Möglichkeit zu Kontakten mit Betroffenen ermöglicht.
Hilfreich ist die Vorstellung durch den behandelnden Arzt mit allen vorhandenen Vorbefunden.

Beginn mit der Peritonealdialyse


Ein elektiver nicht zu später Beginn der Peritonealdialyse ist anzustreben. Günstig ist bei einer endogenen Kreatininclearance von ca. 10ml/min bzw. bei einem wöchentl. Kt/V von unter 2,0 die PD einzuleiten.

Nach operativer Katheteranlage werden die Pat. während des stationären Aufenthaltes in der Durchführung der Peritonealdialyse geschult. Während des stat. Aufenthaltes werden ggf. auch bereits die Vorbereitungen zu einer späteren Nierentransplantation getroffen. Ambulant wird ca. 4 Wochen nach Beginn der PD ein PET (Peritonealer Equillibrationstest) durchgeführt. Dieser dient der Klassifizierung der peritonealen Transporteigenschaften zur Erstellung des optimalen Dialyseregimes. Weiterhin wird in regelmäßigen Abständen eine Clearancemessung an der Peritonealdialyse praktiziert. Ziel ist die Überprüfung und Einstellung einer optimalen Effektivität bezüglich der Harnstoffelimination (Kt/V), der Kreatinin-Clearance und der Ultrafiltration für jeden einzelnen Patienten (Dialyseadäquanz).