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Deutscher Krebspreis 2017 für Prof. Dr. Guido Reifenberger

Düsseldorf - 03.03.17

VON: SUSANNE DOPHEIDE

 

2.3.2017 – Die Deutsche Krebsgesellschaft hat am 1. März im Rahmen des AEK Cancer Congresses in Heidelberg - AEK ist die Arbeitsgemeinschaft Experimentelle Krebsforschung - vier Wissenschaftler mit dem Deutschen Krebspreis 2017 ausgezeichnet. Der Düsseldorfer Neuropathologe Prof. Dr. Guido Reifenberger erhielt den Preis in der Kategorie „translationale Krebsforschung“. Reifenberger zählt „zu den weltweit renommiertesten Neuropathologen“, so die Deutsche Krebsgesellschaft. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der molekularen Ursachen von Hirntumoren bei Kindern und Erwachsenen. Die „translationale“ Krebsforschung beschäftigt sich mit der Übertragung neuer Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung am Patienten.

Reifenberger untersucht mit seinem Team, welche molekularbiologischen Veränderungen dazu führen, dass Hirntumoren entstehen und wachsen. Dabei werden nicht nur wie früher allein Gewebemerkmale sondern auch genetische Marker einbezogen. „Wir identifizieren Mutationen in der Erbsubstanz der Tumorzellen. Verschiedene Arten von Hirntumoren zeigen unterschiedliche Mutationen. So können wir sie voneinander abgrenzen und das kann uns helfen, die Tumoren genauer zu diagnostizieren sowie die Voraussetzungen für neue, zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen“, erläutert Reifenberger das Prinzip seiner Arbeit. Im letzten Jahr wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Klassifikation der Tumoren des Nervensystems herausgegeben, die weltweit eingesetzt wird und an der Reifenberger entscheidend mitgewirkt hat. Die genaue Klassifizierung der Tumoren ist wichtig für die Abschätzung der Prognose und die Auswahl der besten Therapie für den einzelnen Patienten.

Reifenbergers Arbeit prägte insbesondere die molekulare Klassifikation und die Entwicklung gezielterer Therapien bei Gliomen. Darunter versteht man Hirntumoren, die aus den Stützzellen des Nervengewebes (Gllazellen) entstehen. Bei einigen Tumorarten, wie den bösartigen Oligodendrogliomen, konnte in den letzten Jahren die mittlere Überlebenszeit der Patienten durch die kombinierte Behandlung mit Radio- und Chemotherapie auf über zehn Jahre verlängert werden.

Insgesamt sind Hirntumoren relativ selten; sie machen zwei bis drei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Allerdings sind viele davon bösartig und es steht für diese Tumoren bisher noch keine Behandlung zur Verfügung, mit der eine dauerhafte Heilung möglich ist. Bei Kindern sind Hirntumoren nach den Leukämien die zweithäufigste Krebserkrankung und die häufigste Ursache für einen Krebstod. „Insofern ist es sehr wichtig, dass wir die molekularen Ursachen von Hirntumoren besser verstehen, um neue, wirksamere Behandlungstrategien entwickeln zu können“, sagt Reifenberger. Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Nikolaj Klöcker, freut sich mit Prof. Reifenberger und seinem Team über den Preis: „Das ist eine Anerkennung exzellenter medizinischer Forschung, die den Fortschritt in der Diagnostik und Therapie hirneigener Tumoren maßgeblich befördern wird. Darauf sind wir sehr stolz.“

Kontakt:

Stefan Dreising, Leiter Unternehmenskommunikation,
Universitätsklinikum Düsseldorf,
Tel.: 0211 / 81-08247

 

Quelle: UKD (Copyright 2017)


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 17.09.2015
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