Bundesförderung für Informationssystem zu Rückenmarksverletzungen im März gestartet

Düsseldorf - 15.03.16

VON: SUSANNE DOPHEIDE, REDAKTION

15.3.2016 – Ab März dieses Jahres fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,1 Mio Euro für die nächsten drei Jahre ein Verbundprojekt, dessen Ziel es ist, ein Informationssystem zum Themenkomplex Rückenmarksverletzungen aufzubauen.

Das Informationssystem soll als eine Entscheidungshilfe für die Auswahl und Durchführung klinischer Studien und zu einer schnelleren Umsetzung experimenteller vorklinischer Befunde in der klinischen Anwendung dienen. Die Datenbank bietet auch eine perfekte Grundlage für sog. Meta-Analysen vorhandener Studien, die den Forschern schnell erlaubt, den Stand der Forschung zu bestimmten Fragestellung zu erheben und zu bewerten. Projektpartner sind das Center for Neuronal Regeneration CNR e.V. Düsseldorf, geleitet von Prof. Dr. Hans Werner Müller, Klinik für Neurologie, das Koordinierungszentrum für Klinische Studien mit Dr. Jürgen Grebe sowie das Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld, verantwortlich ist  dort Prof. Dr. Phillipp Cimiano.

Gegenwärtig stehen trotz immenser Forschungsleistungen keinerlei erfolgreiche Therapien für Querschnittverletzte zur Verfügung. Dies ist auch der unüberschaubaren Menge Wissens über die Ergebnisse entsprechender Studien geschuldet, die sich in enormen Beständen einschlägiger wissenschaftlicher Literatur verbirgt. Die Suche nach dem Begriff „spinal cord injury/repair“ (Rückenmarksverletzung bzw -regeneration) ergibt z.B. mehr als 50.000 Publikationen auf der medizinischen Publikationsplattform PubMed.

Bei erfolgreicher Bewertung des Projektverlaufs ist eine zweijährige Verlängerung der Förderung möglich. Die Düsseldorfer Projektpartner der Heinrich-Heine-Universität erhalten 700.000 Euro, die Kooperationspartner in der Semantic Computergroup am Exzellenzcluster CITEC der Uni Bielefeld werden mit rd. 400.000 Euro in diesem gemeinsamen Vorhaben gefördert.

Das Informationssystem, das in diesem Projekt entwickelt wird, soll Neurowissenschaftlern einen Erkenntnisgewinn hinsichtlich der zentralen Parameter ermöglichen, die die Erfolgsaussichten einer experimentellen Therapieform beeinflussen. Sie werden darüber hinaus mit der geplanten Wissensbank in die Lage versetzt, auf der Grundlage vollständiger Information die vielversprechendsten therapeutischen Konzepte für klinische Studien auswählen zu können. Die Projektpartner in Düsseldorf und Bielefeld sind der Überzeugung, dass die Datenbank als Entscheidungshilfe die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung auf dem Gebiet der Querschnittlähmung beschleunigen wird.

 

 

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Hans Werner Müller

Molecular Neurobiology Laboratory

Department of Neurology

Phone: +49-(0)211-811 8410

E-Mail: HansWerner.Mueller@uni-duesseldorf.de

 

 


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
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