Chronischer Brustkrebs: Moderne Therapien machen Mut

Düsseldorf - 02.02.16

 

01.2.2016 – Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar informiert das Brustzentrum der Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf über die Therapiemöglichkeiten bei chronischem (metastasiertem) Brustkrebs. Chronischer Brustkrebs kann heute in spezialisierten Zentren so gut behandelt werden, dass betroffene Patientinnen über Jahre bei guter Lebensqualität und ohne wesentliche Einschränkungen im Alltag leben können.


Prof. Dr. Tanja Fehm leitet Frauenklinik und Brustzentrum des Universitätsklinikums Düsseldorf

Da diese Form der Erkrankung im Gegensatz zum heilbarem Brustkrebs aber in der Öffentlichkeit wenig thematisiert wird, sind Betroffene häufig hoffnungslos.

Voraussetzung für die heutigen Therapien war die Entwicklung moderner Medikamente. Dazu zählen neuartige nebenwirkungsarme Chemotherapien, vor allem aber zielgerichtete Immun- und Antikörpertherapien. „Wir benutzen heute den Begriff „chronischer Brustkrebs“, weil er die Situation der Patientinnen besser beschreibt als metastasierter Brustkrebs“, erklärt Prof. Dr. Tanja Fehm, Direktorin der Uni-Frauenklinik. „Der Krebs ist zwar in diesem Stadium nicht heilbar, daher das Wort „chronisch“, kann aber über sehr lange Zeit in Schach gehalten werden, wenn er entsprechend behandelt wird“.

Herkömmliche Chemotherapien kommen dabei als dauerhafte Medikation selten zum Einsatz. Die medikamentöse Therapie verfolgt das Ziel, ein Fortschreiten des Brustkrebses zu verhindern und den Zustand der Patientinnen zu stabilisieren sowie ihre  Lebensqualität zu erhalten. Mit der personalisierten Medizin, die den individuellen Tumor charakterisiert und damit viel gezielter als noch vor Jahren behandeln kann, geben die Ärzte diesen Patienten mittelfristig noch bessere Perspektiven. Dabei setzen sie auf Vernetzung, um die jeweils wirksame Behandlung anzuwenden. Brustzentren können als Mitglieder eines Netzwerkes nach der Metastasentestung überprüfen, an welchem Zentrum des Netzwerkes die passende Therapie im Rahmen einer Studie angeboten werden kann.

Das Brustzentrum der Uniklinik wird demnächst eine Studie zur Therapie von chronischem Brustkrebs starten, von der sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse für dessen zukünftige Behandlung versprechen. „Wir stoßen damit in einen Bereich vor, in dem es keine leitliniengerechte Therapie mehr gibt, sagt Fehm, an deren Klinik ein spezieller Lehrstuhl für konservative Onkologie (Prof. Dr. Eugen Ruckhäberle) eingerichtet ist. Zweimal wöchentlich bietet das Brustzentrum eine Spezialsprechstunde für Patientinnen mit chronischem Brustkrebs an.. „Wir können heute Patientinnen mit chronischem Brustkrebs berechtigt Mut machen, das ist ein großer Fortschritt“, sagt Prof. Fehm.

Das Brustzentrum der Frauenklinik ist als „Organzentrum“ Teil des Universitätstumorzentrums (UTZ) des Düsseldorfer Universitätsklinikums. Das UTZ ist seit Mai 2013 ein Onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe. Zusätzlich wurde das UTZ als Onkologisches Zentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft im November 2014 zertifiziert.

 

Kontakt: Prof. Dr. Tanja Fehm, Direktorin der Frauenklinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81 -17501


 
  • bitte hier klicken um diese Seite zu druckenSeite drucken
  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
  • URL zur aktuellen Seite: http//www.uniklinik-duesseldorf.de/presse/detailansicht/