„Krankenhaushygiene ist Infektionsprävention“

Düsseldorf - 11.09.17

VON: STEFAN DREISING

Bereits am 30. Mai hatte das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) mit Informationsständen und Aufklärungspostern zum jährlich stattfindenden Aktionstag „Saubere Hände“ eingeladen. Am 12. September ruft nun auch die Gewerkschaft ver.di zu einem deutschlandweiten Aktionstag „Händedesinfektion“ auf.

„Wir begrüßen es sehr, dass auch die Gewerkschaft die Bedeutung der Händehygiene als Infektionsprävention betont. Die Kliniken machen dies ja bereits seit Jahren“, erklärt Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Düsseldorf. Für ihn ist wichtig: „Händehygiene ist elementarer Teil der Patientenversorgung, keine zusätzliche Aufgabe.“ Dr. Susanne Kolbe-Busch, leitende Krankenhaushygienikerin des UKD, ergänzt: „Entscheidend bei der Händehygiene ist, sie sinnvoll in den richtigen Momenten der Patientenversorgung einzusetzen, denn so können Übertragungen von multiresistenten Erregern und Infektionen vermieden werden.“

Rund 70 Schulungen in kleinen Gruppen führt das Team der Krankenhaushygiene jährlich durch. „Gerade hier geht es darum, die Automatismen zu üben. Daher beobachten unsere Hygienefachkräfte auch die Prozesse bei der Patientenversorgung auf den Stationen. Kommt es zu Fehlern, sprechen wir das aktiv an. So können wir helfen, Risiken zu vermeiden“, erklärt Kolbe-Busch. Bereits bei der Begrüßung neuer Mitarbeiter an der Uniklinik gibt es zudem jeden Monat eine erste Basisschulung über Standardhygienemaßnahmen.

Beim bundesweiten Vergleich des Desinfektionsmittelverbrauchs der Kliniken liegt die Düsseldorfer Uniklinik schon jetzt im oberen Viertel: Über 32.000 Liter Händedesinfektionsmittel werden am UKD jährlich verbraucht. „Das zeigt, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Thema ernst nehmen“, so Prof. Höffken.

Zur Prävention der Weiterverbreitung von multiresistenten Keimen werden zudem fast alle Patienten am UKD bei der Aufnahme nach einem festen Schema, z.B. auf MRSA untersucht. „Dabei gehen wir deutlich über die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI hinaus. Denn wir sind als Universitätsklinikum ein Maximalversorger, unserer Patienten benötigen besonderen Schutz. Wir wollen resistente Keime aktiv finden und Infektionen verhindern“, betont Dr. Susanne Kolbe-Busch.

Auch daher geht das UKD freiwillig deutlich über gesetzliche Vorgaben hinaus und hat sich im Jahr 2016 an einer bundesweiten Erhebung zu Infektionen beteiligt. Das Ergebnis: Bei 4,4 Prozent der Patienten am UKD konnte 2016 eine „nosokomiale“, also eine im Krankenhaus erworbene Infektion festgestellt werden. „Dieser Wert liegt für ein Universitätsklinikum mit Patienten der Maximalversorgung im Durchschnitt. Auch hier wollen wir uns in Zukunft weiter verbessern“, so Prof. Höffken. An der Erhebung haben sich deutschlandweit über 200 Kliniken auf freiwilliger Basis beteiligt.

Mehr Informationen zu dieser Studie:
www.nrz-hygiene.de/fileadmin/nrz/download/pps2016/PPS_2016_Abschlussbericht_20.07.2017.pdf 


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
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