Patientinnen und Patienten des UKD droht erneuter Streik / Hotline für Betroffene am Streiktag

Düsseldorf - 09.10.17

VON: STEFAN DREISING

Den Patientinnen und Patienten sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) droht ein erneuter Streik seitens der Gewerkschaft verdi. Die Gewerkschaft will das Universitätsklinikum zu individuellen Tarifverhandlungen zwingen, obwohl das Klinikum Mitglied im Arbeitgeberverband und somit in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) organisiert ist.

In der Vergangenheit wurden, wie in dieser Konstellation allgemein üblich, alle Tarifverhandlungen für das UKD seitens verdi stets mit der TdL geführt. Auch sind andere Unikliniken oder andere Krankenhäuser in NRW offenbar bisher nicht zu Tarifverhandlungen aufgefordert. „Wir können absolut nicht nachvollziehen, warum verdi keine Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder oder dem Arbeitgeberverband sucht“, betont Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor und Vorstandvorsitzender des UKD.

„Bislang hat verdi immer laut aufgeschrien, wenn sich ein Krankenhausbetreiber aus dem Arbeitgeberverband verabschiedet hat und selbstständig einen Haustarif mit verdi verhandeln wollte. Offenbar gibt es hier einen kompletten Strategiewechsel von verdi in Berlin, der uns überrascht und befremdet“, so Ekkehard Zimmer, Kaufmännischer Direktor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des UKD.

Für den erneut angedrohten Streik an der Düsseldorfer Uniklinik hat verdi zum wiederholten Mal darauf beharrt, mit zu entscheiden, wann ein Gesundheitszustand vorliegt, der eine dringende Behandlung oder persönliche Betreuung erfordert. Prof. Höffken: „Diese Forderung ist für uns nicht tragbar. Eine medizinische Beurteilung muss der Arzt bzw. die Ärztin treffen, nicht eine fachfremde Streikleitung, die weitab vom Patienten gerade auf der Straße steht. Die Gewerkschaft scheint nicht in der Lage zu sein, die Streikmaßnahmen aus Sicht der hilfesuchenden und hilfsbedürftigen Patienten zu gestalten. Sie riskiert damit eine Gefährdung für Leib und Leben unserer Patienten, das können und wollen wir nicht akzeptieren.“

Beim letzten Streik am 19. September gab es gravierende Folgen für die Patientinnen und Patienten sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uniklinik. „Operationen mussten abgesagt werden, Transporte von Patienten verzögerten sich enorm, die Patientenspeisenversorgung war extrem eingeschränkt, die Personalkantine musste geschlossen werden. Zudem kamen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu spät zum Dienst, da auch die Kita des UKD ohne direkte Vorankündigung für die Eltern bestreikt wurde und erst eine alternative Kinderbetreuung organisiert werden musste“, so Ekkehard Zimmer.

UKD-Pflegedirektor und Vorstandsmitglied Torsten Rantzsch ergänzt: „Im Zeitraum von Januar bis September 2017 ist es zu einem Aufbau von über 40 Vollkraftstellen im Pflegedienst des UKD gekommen. Im Oktober erfolgten weitere Einstellungen. Zudem haben wir die Gesundheits- und KrankenpflegerInnen von organisatorischen und logistischen Aufgaben entlastet, etwa durch zusätzliche Versorgungsassistenten. Diesen Kurs werden wir am UKD weiter fortsetzen.“ Er betont: „Und natürlich sperren wir auch Betten, wenn es zu Personal-Ausfällen kommt. Das ist übrigens Alltag in deutschen Kliniken.“

Hintergrund der wiederholten Streik-Drohung von verdi:
Der Vorstand des UKD hat im August ein Aufforderungsschreiben von verdi erhalten, Verhandlungen zu einem „Tarifvertrag Entlastung“ aufzunehmen. Das UKD ist als Mitglied des Arbeitgeberverbands des Landes Nordrhein-Westfalen allerdings an die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gebunden. Auch in der Vergangenheit hat die TdL die entsprechenden Tarifverhandlungen geführt und nicht das UKD. Da die TdL stellvertretend für alle an die Tarifgemeinschaft gebundenen Einrichtungen mit Gewerkschaften Verhandlungen führt, hat das UKD für Tarifverhandlungen mit verdi auf örtlicher Ebene kein Mandat. Dies wurde verdi bereits mehrfach schriftlich mitgeteilt.

Streik-Hotline für Patienten und Angehörige:
Wann ein möglicher Streik stattfinden kann, hat verdi noch nicht mitgeteilt. Für Patientinnen, Patienten und deren Angehörige wird das UKD für den Fall eines Streiks eine extra Hotline einrichten. Dort werden während des Streiktages Anfragen entgegen genommen: Tel. 0211 / 81-17107 (Pflegedirektion).

 


Update: 9.10.2017, 12 Uhr:

 

 

Verdi hat dem UKD nun mitgeteilt, dass der Streik für Dienstag, 10. Oktober, und Mittwoch, 11. Oktober, geplant ist.

 

 


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
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