UKD-Tumorzentrum ist Partner: Nationales Netzwerk soll Versorgung von Lungenkrebs-Patienten verbessern

Düsseldorf - 27.04.18

VON: STEFAN DREISING

Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ist Partner eines bundesweiten Netzwerks, das die Versorgung von Lungenkrebs-Patienten verbessern soll. Über das Netzwerk sollen künftig viel mehr Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs Zugang zu molekularer Diagnostik und innovativen Therapien erhalten. Insgesamt haben sich 15 universitäre Krebszentren im „Nationalen Netzwerk Genomische Medizin (nNGM) Lungenkrebs“ zusammengeschlossen. Die Düsseldorfer Uniklinik ist über das Universitätstumorzentrum (UTZ) Teil des Netzwerks, das insgesamt mit 2,94 Millionen Euro von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird.


Prof. Dr. Irene Esposito, Direktorin des Instituts für Pathologie am UKD. Foto: UKD

Das Ziel des bundesweiten Netzwerkes ist es, den schwer kranken Patienten Zugang zu modernster molekularer Diagnostik und neuesten Therapien zu ermöglichen – auch im Rahmen klinischer Studien. „Und genau das ist eine Stärke der Standorte der Universitätsmedizin. Denn dort gibt es oft ein enges Netzwerk zu den niedergelassenen Ärzten und zu anderen Kliniken. Auch den dort versorgten Patienten kann so der Zugang zum Netzwerk zu ermöglicht werden“, erklärt Prof. Dr. Peter Albers, Direktor der Klinik für Urologie am UKD und des Düsseldorfer Universitätstumorzentrums.

„Die Patienten werden also weiter durch ihre behandelnden und vertrauten Ärzte betreut, die molekulare Diagnostik wird dann im Rahmen des Netzwerks zentral in unseren Speziallabors erledigt. Natürlich unterstützen wir auch bei der Therapieempfehlung anhand der molekularen Ergebnisse, wenn es gewünscht wird“, betont Prof. Dr. Irene Esposito, Direktorin des Instituts für Pathologie am UKD. Dort läuft ein Großteil der Diagnostik zusammen.

Hintergrund: Lungenkrebs (auch Bronchialkarzinom genannt) ist weltweit die häufigste Krebserkrankung und die häufigste Krebstodesursache. Jahrzehntelang standen Patienten im fortgeschrittenen Stadium außer Chemotherapien und Bestrahlungen keine weiteren Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Dank der Fortschritte im Bereich der Genomforschung können nun mehr und mehr personalisierte, das heißt maßgeschneiderte, Therapien zum Einsatz kommen. Diese setzen eine umfassende molekulare Untersuchung vor der Therapie voraus.

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die Anschubfinanzierung der molekularen Diagnostik, die Koordination der regionalen Netzwerke, das Datenmanagement und die Qualitätssicherung der Diagnostik. Die Krankenkassen und der Medizinische Dienst der Kassen sind im Beirat von nNGM vertreten, um die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen schrittweise in die Regelversorgung zu überführen. Das Projekt nNGM soll außerdem Strukturen zur Implementierung und Weiterentwicklung personalisierter Krebstherapien in Deutschland beispielhaft etablieren, um diese später auf andere Krebserkrankungen übertragen zu können. Offiziell startete das Netzwerk in diesem April.

Das Institut für Pathologie versorgt alle Abteilungen des UKD, aber auch auswärtige Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte in der Umgebung mit einem diagnostischen Service, der die feingewebliche und auch die molekularpathologische Untersuchung von Untersuchungsmaterial aller klinischen Sparten umfasst. Mit ca. 55.000 Untersuchungen pro Jahr zählt das Institut für Pathologie des UKD  zu den größten Universitätsinstituten dieser Art in Deutschland und ist in der Lage, alle diagnostischen Belange eines Universitätsklinikums abzudecken. Darüber hinaus ist das Institut für Pathologie auch in viele klinische Studien eingebunden und seit Jahren maßgeblich an der Erarbeitung interdisziplinärer Leitlinien für die Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen beteiligt.

Kontakt und weitere Informationen:
www.uniklinik-duesseldorf.de/pathologie
www.uniklinik-duesseldorf.de/tumorzentrum


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
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