UKD: „Willkürliche Erzwingungsstreiks schaden den Patienten und den Kliniken“

Düsseldorf - 11.10.17

VON: STEFAN DREISING

„Die Folgen des Streiks werden sicher noch lange spürbar sein. Schließlich müssen die ausgefallenen Operationen ja nachgeholt werden“, blickt Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) auf die aktuelle Streikaktion der Gewerkschaft verdi. Ausdrücklich begrüßt er die aktuelle Diskussion auf politischer Ebene dazu: „Es ist gut, dass es auf Bundesebene nun eine Initiative gibt, um allgemeinverbindliche Standards festzulegen, die dann auch bundesweit umgesetzt werden können. Das ist der richtige Weg. Und nicht solche punktuellen Erzwingungsstreiks an offenbar willkürlich ausgewählten Kliniken wie dem UKD. Sie schaden den Patienten und den Kliniken.“


(Foto: UKD)

Ekkehard Zimmer, Kaufmännischer Direktor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des UKD: „Auf Bundesebene kann auch festgelegt werden, wie solche geforderten Standards finanziert werden. Dies würde auch zu der dringend notwendigen Versachlichung der Diskussion beitragen.“ Zimmer erinnert auch daran, dass das UKD trotz Trendwende noch immer hart daran arbeitet, ein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis zu erreichen. Trotzdem hat das UKD in diesem Jahr bereits über 40 Vollkraftstellen in der Pflege zusätzlich aufgebaut und so die Mitarbeiter entlastet. Zimmer fordert: „Wenn der sogenannte „Tarifvertrag Entlastung“ inhaltlich tarifierungsfähige Elemente enthält, dann muss sich Verdi endlich mit der zuständigen „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ an den Verhandlungstisch setzen. Warum kein flächendeckender Tarifvertrag verhandelt sondern stattdessen auf örtlicher Ebene Krawall gemacht wird, darauf gibt es bis heute leider keine nachvollziehbare Antwort. “

Deutliche Einschränkungen im OP-Programm

Auch bei diesem Streik hatte verdi erneut eine gemeinsame Notdienstvereinbarung abgelehnt. „Trotzdem ist es uns, dank sehr vieler engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelungen, die nötige Notfallversorgung in dieser Krisensituation aufrecht zu erhalten. Das war ein Kraftakt, für den ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Namen des Vorstandes ausdrücklich bedanke“, so Prof. Höffken. U.a. konnte so eine naturgemäß kurzfristig angesetzte Herztransplantation durchgeführt werden.

Neben den teilweise gravierenden Beeinträchtigungen für die Patienten (lange Wartezeiten, OP-Absagen, reduziertes Speisenangebot) hat der Streik auch Folgen für die langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums: Eine feierliche Ehrung der Jubilare, die seit bis zu 40 Jahren am größten Klinikum der Landeshauptstadt arbeiten, musste kurzfristig abgesagt werden.

Am ersten Streiktag war die OP-Kapazität des UKD auf etwa ein Drittel reduziert, heute (11. Oktober) konnten in 16 von 29 OP-Sälen die Patientinnen und Patienten versorgt werden.


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
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