Uniklinik Düsseldorf kann mit der medizinischen Prüfung für Nierentransplantation von Basel H. beginnen

Düsseldorf - 24.07.17

VON: STEFAN DREISING

Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) kann jetzt mit der medizinischen Prüfung zur Vorbereitung der Nierentransplantation für den dialysepflichtigen syrischen Flüchtling Basel H. beginnen. Dies ist das Ergebnis der juristischen Prüfung durch das UKD, nachdem der Klinik nun erstmals die notwendigen Dokumente vollständig vorgelegt wurden. Damit hat die Klinik nun den rechtssicheren Nachweis über den Aufenthaltsstatus von Basel H. Nach Austausch mit der Bundesärztekammer wird das UKD nun unmittelbar mit der medizinischen Prüfung zur Vorbereitung der Nierentransplantation beginnen.

Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor der Uniklinik in der NRW-Landeshauptstadt: „Die Versorgung des Patienten am UKD war bereits vorher zu jeder Zeit gewährleistet. Die Zeit bis zur Feststellung, dass nun alle Voraussetzungen für die Einleitung des Verfahrens vorliegen, hat keinen negativen Einfluss auf den Gesundheitszustand des Patienten gehabt. Durch unsere sorgfältige Prüfung haben wir nun Rechtssicherheit und Transparenz für alle Beteiligten. Mein Dank gilt allen, die zu dieser Klärung beigetragen haben.“ Er betont zudem: „Dies war für unser Klinikum und für unseren Patienten eine bislang unbekannte Situation in einer extrem komplexen Angelegenheit. Sicher wird es zukünftig auch an anderen Transplantationszentren zu ähnlichen Fällen kommen. Wichtig ist dabei zukünftig ein einheitliches Vorgehen: Für die Kliniken und natürlich in erster Linie für die Patienten.“

Auch bei einer Lebendnierenspende:
Aufnahme auf die Warteliste von Eurotransplant nötig


Zunächst hatte das UKD keine Chance für ein Transplantationsverfahren gesehen, obwohl die beiden Brüder von Basel H. bereit sind, ihm eine Niere zu spenden. Denn: Laut Transplantationsgesetz (TPG) ist eine Lebendnierenspende erst möglich, wenn kein Organ eines verstorbenen Menschen zur Verfügung steht. Solche Spenderorgane werden in Deutschland über die Eurotransplant-Warteliste zugeteilt. Grundlage hierfür ist Paragraph 8 des TPG. Zudem ist das UKD wie alle Transplantationszentren in Deutschland an die  Richtlinien für die Wartelistenführung und die Organvermittlung zur Nierentransplantation der Bundesärztekammer gebunden.

Der nun erfolgte Nachweis des Aufenthaltstitels durch Basel H. und der Austausch mit der Bundesärztekammer ermöglichen es dem UKD nun rechtlich, eine medizinische Prüfung zur Aufnahme auf die Warteliste zur Nierentransplantation mit dem erklärten Ziel einer Lebendnierentransplantation durch einen Bruder von Basel H. einzuleiten.

Kommende Schritte
Für den weiteren Verlauf treten damit nach Feststellung der Rechtssicherheit medizinische Sachverhalte in den Vordergrund. Dazu zählt eine umfangreiche medizinische Untersuchung (z.B. zur Gewebeverträglichkeit und zur Operationsfähigkeit). Dabei wird geklärt, ob eine Transplantation überhaupt möglich ist. Auf Basis dieser Untersuchungen trifft dann die interdisziplinäre Transplantationskonferenz des UKD die medizinisch zu begründende Entscheidung für eine Aufnahme auf die Warteliste zur Nierentransplantation.

Vor einer Lebendnierenspende stehen dann bei einem positiven Votum der interdisziplinären Transplantationskonferenz weitere umfangreiche Untersuchungen beim Spender und beim Empfänger des Organs an. Daher kann derzeit noch nicht festgelegt werden, wann es zu einer Lebendnierentransplantation für Basel H. kommen wird.

Für Patienten, bei denen keine Lebendnierenspender zur Verfügung stehen, liegt die Wartezeit in Deutschland derzeit bei etwa acht Jahren. Alleine am UKD warten aktuell fast 370 Patientinnen und Patienten auf eine neue Niere. In den letzten fünf Jahren wurden am UKD im Durchschnitt 90 Nieren pro Jahr transplantiert.


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
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