Uniklinik setzt Entlastungskurs fort / „Strukturen und Prozesse auf dem Prüfstand“

Düsseldorf - 10.10.17

VON: STEFAN DREISING

Allein bis September hat das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) über 40 zusätzliche Vollkraftstellen im Pflegebereich aufgebaut und damit einen spürbaren Beitrag zu mehr Entlastung der Beschäftigten geleistet. „Gerade vor diesem Hintergrund können wir die erneuten Vorwürfe der Gewerkschaft verdi nicht nachvollziehen“, erklärt Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Düsseldorf.


Die Düsseldorfer Uniklinik gehört zu den 20 besten Krankenhäusern Deutschlands. Das zeigt die erst jüngst veröffentlichte neue „Klinikliste“ des Nachrichtenmagazins Focus (Foto: UKD)

Die Gewerkschaft hat ab heute (10. Oktober) zu einem 48-stündigen Warnstreik an Düsseldorfs größter Klinik aufgerufen. Sie will das Universitätsklinikum zu individuellen Tarifverhandlungen zwingen, obwohl das Klinikum Mitglied im Arbeitgeberverband und somit in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) organisiert ist. In der Vergangenheit wurden, wie in dieser Konstellation allgemein üblich, alle Tarifverhandlungen für das UKD seitens verdi stets mit der TdL geführt. Auch sind außer der Düsseldorfer Universitätsmedizin keine andere Unikliniken oder andere Krankenhäuser in NRW zu Tarifverhandlungen aufgefordert.

„Eine gemeinsame Notdienstvereinbarung konnte leider nicht mit verdi geschlossen werden, da die Gewerkschaft eine Reduktion der OP Kapazität auf ca. 20 Prozent forderte. Dies können wir als einziges Maximalversorgungskrankenhaus in der Region Düsseldorf und somit als letzte Instanz der hiesigen Krankenversorgung nicht zulassen,“ so Ekkehard Zimmer, Kaufmännischer Direktor und stellvertretender Vorsitzender des UKD.

„Modernisierung ist gewaltige Aufgabe“

Ergänzend zu den Neueinstellungen hat das UKD die Gesundheits- und KrankenpflegerInnen von organisatorischen und logistischen Aufgaben entlastet, etwa durch zusätzliche Versorgungsassistenten. „Wir stellen unsere Prozesse und Strukturen auf den Prüfstand. Wir haben dort enormes Potential. Wir wollen und müssen unsere Abläufe weiter anpassen und modernisieren. In vielen nicht-medizinischen Bereichen arbeiten wir leider noch auf dem Stand der 1980er Jahre. Das ist natürlich für viele engagierte Kolleginnen und Kollegen frustrierend. Diese Modernisierung und Digitalisierung ist eine gewaltige Aufgabe, der wir uns stellen und die von einem großen Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Klinikums mitgetragen wird“, erklärt Ekkehard Zimmer.

Welch hohes Ansehen die medizinische und pflegerische Leistung an der Düsseldorfer Uniklinik hat, zeigte erst jüngst die neue „Klinikliste“ des Nachrichtenmagazins Focus: Dort stieg das UKD um drei Plätze und liegt damit erstmals auf Platz 20 aller deutschen Kliniken.

Blickpunkt Tochtergesellschaften

Der erneute Streikaufruf von verdi richtet sich auch an die Beschäftigten der Tochtergesellschaften.

Hintergrund: Das Universitätsklinikum Düsseldorf hat für seine wirtschaftliche Aufgabenwahrnehmung bereits vor mehr als zehn Jahren 100-prozentige Tochtergesellschaften gegründet – ebenso wie andere öffentliche Einrichtungen und Kliniken in NRW und den anderen Bundesländern. Als öffentliche Einrichtung ist das UKD zum wirtschaftlichen Handeln verpflichtet.

So sind in den Tochtergesellschaften „Gesellschaft für klinische Dienstleistungen Düsseldorf mbh (GKD)“ und „Universitätsklinikum Düsseldorf Medical Services GmbH (UKM)“ verschiedene nicht-medizinische Serviceleistungen gebündelt. Dazu zählen etwa Transportdienste, Sicherheitsdienste, die Gebäudereinigung, das Verpflegungsmanagement oder die Sterilgutversorgung.

Anders als andere Kliniken oder auch Einrichtungen der öffentlichen Hand vergibt das UKD solche Leistungen also nicht an Anbieter außerhalb des Einflussbereiches des UKD. Bereits jetzt gibt es einen gültigen Haustarifvertrag für die Tochtergesellschaft GKD mit jährlichen Gehaltssteigerungen, daran orientiert sich auch die Bezahlung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der übrigen Tochtergesellschaften. Damit werden den Beschäftigten branchenübliche Gehälter gezahlt, die teilweise auch über dem jeweiligen Branchentarif liegen.

Streik-Hotline für Patienten und Angehörige

Auch der aktuelle Streik trifft wieder in erster Linie die Patientinnen und Patienten des UKD. Dringende Operationen können zwar trotz Streik durchgeführt werden, auch die Notfallversorgung ist gesichert. Trotzdem musste eine Vielzahl von Operationen verschoben werden, ebenso kam und kommt es zu langen Wartezeiten für den Patiententransport. Auch wenn dort und in der Küche, auch heute wieder Kolleginnen und Kollegen aus Verwaltungsbereichen sowie aus dem Klinikvorstand aushalfen.

Für Patientinnen, Patienten und deren Angehörige hat das UKD eine extra Hotline eingerichtet. Dort werden während der Streiktage Anfragen entgegen genommen: Tel. 0211 / 81-17107 (Pflegedirektion).


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
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