Wenn die Schmerzen unerträglich werden: Gemeinsamer Informationsabend für Kniegelenk-Patienten der UKD-Orthopädie und Neurochirurgie

Düsseldorf - 13.11.17

VON: STEFAN DREISING

Rund 400.000 Operationen am Knie werden laut dem statistischen Bundesamt alleine in Deutschland pro Jahr durchgeführt. Dauerhafte Schmerzen im Kniegelenk können schwerwiegende Folgen im Alltag haben – von Arbeitsunfähigkeit, über den Verlust sozialer Kontakte bis hin zu Depressionen. Mit neuen minimal-invasiven Verfahren können die Schmerzen effektiver und gezielt behandelt werden. Um über Therapiemöglichkeiten bei Kniegelenksschmerzen zu informieren, laden die Klinik für Orthopädie und die Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) zum gemeinsamen Patienteninformationsabend am Mittwoch, 15.November 2017, ein. Stattfinden werden die Vorträge ab 18.00 Uhr im Seminarraum 7 im Zentrum für Operative Medizin II des UKD.

Zentrale Themen werden die „interdisziplinäre Therapie des chronischen Schmerzes nach Knieendoprothesenversorgung“ und „Neuromodulation statt Operation als Ausweg aus der Schmerzspirale“ sein. Unter Neuromodulation versteht der Mediziner ein Einwirken auf Nervenstrukturen mit dem Ziel die Weitergabe von Nervenimpulsen zu beeinflussen. Sie wird zum Beispiel in der Behandlung vielfältiger schwerer chronischer Schmerzen eingesetzt und erfolgt durch elektrische Impulse an den Nervenstrukturen im Wirbelsäulenbereich.

Das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks (fachlich: Knie-Endoprothesen) ist in der Orthopädie einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe. Schätzungen gehen davon aus, dass alleine in Deutschland jährlich etwa 150.000 solcher Operationen durchgeführt werden. Sie werden notwendig, wenn die Funktionsfähigkeit des Knies nicht mehr gewährleistet ist, und können die Lebensqualität der Betroffenen wieder verbessern. Bei einigen Patienten kann es bei aller Sorgfalt nach dem Einsetzen aber zu Komplikationen und chronischen Schmerzen kommen. PD Dr. Christoph Zilkens, Leitender Oberarzt und stellv. Klinikdirektor der Düsseldorfer Orthopädie, stellt in seinem Vortag daher Strategien für Patienten mit Schmerzen nach Knieendoprothesenversorgung vor.

Prof. Dr. Jan Vesper, Leiter der Sektion Funktionelle Neurochirurgie und Stereotaxie am UKD, und PD Dr.  Philipp Slotty, Oberarzt der Sektion Funktionelle Neurochirurgie und Stereotaxie, stellen in ihren Vorträgen die Spinalganglienstimulation als Therapiemöglichkeit vor. Bei Betroffenen von neuropathischen Schmerzen ist ein Nerv oder das schmerzleitende Nervensystem so geschädigt, dass es  ständig Schmerzimpulse über das Rückenmark ins Gehirn leitet. Eine wichtige Funktion hat dabei das sogenannte Spinalganglion, eine Nerven-Struktur über die das Schmerzsignal in das Rückenmark und dann von dort  in das Gehirn gelangt. Es befindet sich außerhalb des Rückenmarks und kann Schmerzsignale regulieren, bevor sie weitergeleitet werden. Wie ein Lotse entscheidet das Spinalganglion, wann Empfindungen zum Rückenmark gelangen. Durch eine Stimulation des Spinalganglions können die Schmerzsignale gestoppt werden und nicht zum Gehirn gelangen. Die Stärke der Simulation kann individuell an den Patienten angepasst werden.

Gemeinsamer Patienteninformationsabend der Klinik für Orthopädie und der Klinik für Neurochirurgie: Interdisziplinäre Therapie des chronischen Schmerzes nach  Knieendoprothesenversorgung & Neuromodulation statt Operation als Ausweg aus der Schmerzspirale, Mittwoch, 15.11.2017, um 18:00 Uhr, Seminarraum 7 im Zentrum für Operative Medizin II (ZOMII) Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

Kontakt: Klinik für Orthopädie, Universitätsklinikum Düsseldorf, E-Mail:  ortho-info@med.uni-duesseldorf.de, Tel.: 0211/ 81-18314;
MVZ Funktionelle Neurochirurgie: 0211 81 08778, E-Mail: neuromodulation@med.uni-duesseldorf.de, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf


 
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  • Zuletzt aktualisiert am 18.09.2015
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