Schwerpunkte

  • Behandlungsschwerpunkte

    • Parkinsonsyndrome
    • Tremorerkrankungen
    • Dystonien
    • Huntington’sche Krankheit
    • Andere Bewegungsstörungen
    • Tiefe Hirnstimulation
  • Forschungsschwerpunkte

    • Hirnfunktionen des Menschen
    • Motorik, Kognition, Emotion
    • Bewegungsstörungen
    • Schmerz
    • Oszillatorische Netzwerke
    • Neuromodulation und Plastizität
    • Neurophysiologie und Bildgebung

Herzlich Willkommen auf den Internetseiten des Instituts für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie. Das Institut beschäftigt sich mit der Erforschung menschlicher Hirnfunktionen und deren Störungen im Rahmen neurologischer Erkrankungen, insbesondere der Parkinsonkrankheit und anderen Bewegungsstörungen. Zur Untersuchung der Arbeitsweise des Gehirns werden moderne neurophysiologische und Bildgebende Methoden angewandt und mit psychophysischen Untersuchungen und Verhaltensexperimenten verknüpft. Somit werden neurowissenschaftliche Methoden und Fragestellungen in das vorklinische Fach Medizinische Psychologie integriert. Die klinische Anwendung und Patientenversorgung erfolgt im Zentrum für Bewegungsstörungen und Neuromodulation der Neurologischen Klinik, das dem Institut angegliedert ist. Im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten steht die Untersuchung funktioneller Netzwerke im Gehirn, deren Störung sowie die Behandlung durch medikamentöse Therapien und neuromodulatorische Behandlungsverfahren, insbesondere der Hirnschrittmachertherapie.

Das Institut blickt auf eine lange Tradition zurück. Es wurde 1964 mit der Berufung von Univ.-Prof. Dr. Dr. G.A. Lienert als damals erstes psychologisches Institut an einer medizinischen Fakultät Deutschlands gegründet und von 1974 bis 2005 von Univ.-Prof. Dr. H.-J. Steingrüber als Lehrstuhlinhaber für Medizinische Psychologie geleitet.Im Jahr 2008 wurde das Institut in Lehrstuhl für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie umbenannt. Die Umbenennung spiegelt die Neuausrichtung der Forschung hin zu den modernen Neurowissenschaften wieder. Damit erfolgt eine wesentliche inhaltliche und methodische Erweiterung des wissenschaftlichen Spektrums des Instituts. Die spannende Herausforderung der Erforschung menschlicher Hirnfunktionen erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Unser Team besteht daher aus Neurologen, Psychologen, Psychiatern, Biologen und Physikern.

Patientenversorgung

Das  dem Institut angegliederte Zentrum für Bewegungsstörungen und Neuromodulation der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf behandelt Patienten mit Bewegungsstörungen. Dazu gehören insbesondere die Parkinsonkrankheit, Tremorerkrankungen und Dystonien. Neben der medikamentösen Behandlung stellt die tiefe Hirnstimulation (Hirnschrittmacher) einen zentralen Aspekt des therapeutischen Spektrums dar. Die tiefe Hirnstimulation erfolgt in enger Kooperation mit der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Forschung & Lehre

Forschungsschwerpunkt des Instituts ist die neurophysiologische Analyse normaler und gestörter Hirnfunktionen des Menschen. Methodisch werden die Ganzkopfmagnetenzephalographie (MEG), Elektroenzephalographie (EEG), intraoperative Mikro- und Makroelektrodenableitungen, Transkranielle Magnetstimulation (TMS), EMG, Kinematik, Tremoranalyse, Kraftmessung, tiefe Hirnstimulation sowie funktionelles und strukturelles MRT (dynamische Morphometrie) angewandt. Ziel ist es, physiologische und pathologische Mechanismen sensomotorischer, kognitiver und emotionaler Prozesse auf systemischer Ebene zu analysieren.

Ein grundlegender Aspekt der Arbeiten ist es, neben den Aktivierungen von Hirnarealen vor allem die zeitlich präzise Kommunikation zwischen Neuronenverbänden in Form oszillatorischer Synchronisation zu untersuchen, da Hirnfunktionen ganz wesentlich auf der Kooperation zwischen Hirnarealen beruhen. Neu entwickelte Analysemethoden wurden entwickelt, um aus nicht-invasiven MEG Ableitungen oszillatorische Netzwerke im menschlichen Gehirn zu identifizieren, zu quantifizieren und dreidimensional auf der individuellen Hirnanatomie abzubilden. Die Charakterisierung solcher Netzwerke hat prinzipielle grundlagenwissenschaftliche Bedeutung für das Verständnis normaler Hirnfunktionen. Darüber hinaus werden Veränderungen von Netzwerkinteraktionen bei neuropsychiatrischen Erkrankungen wie der Parkinsonkrankheit, Dystonien, Tremorerkankungen, Gilles de la Tourette Syndrom, Morbus Wilson und der hepatischen Enzephalopathie untersucht. Um die wichtige Frage der Modulierbarkeit oszillatorischer Netzwerke und die damit assoziierten Veränderungen auf der Verhaltensebene zu untersuchen, werden insbesondere die Effekte pharmakologischer Interventionen und der tiefen Hirnstimulation bei Patienten sowie die Effekte der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) und Gleichstromstimulation (tDCS) bei gesunden Probanden analysiert.

Weitere Forschungsschwerpunkte sind die zentrale Schmerzverarbeitung und die funktionelle Organisation und Plastizität des somatosensorischen und motorischen Systems nach fokalen Hirnläsionen.

Die wissenschaftlichen Projekte werden über externe Forschungsmittel verschiedener Drittmittelgeber wie zum Beispiel der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Volkswagen-Stiftung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Das Institut führt die vorklinische Ausbildung von Studierenden der Medizin im Fach Medizinische Psychologie durch. Neben der Vermittlung der Grundlagen der Psychologie wird ein besonderer Wert auf klinisch relevante Inhalte als Vorbereitung für die nachfolgende klinische Tätigkeit gelegt. Studierende, die an klinisch-neurowissenschaftlicher Forschung interessiert sind, haben die Möglichkeit im Rahmen von Forschungspraktika Einblicke in die Forschungstätigkeit des Instituts zu bekommen.

Vita Univ.-Prof. Dr. med. Alfons Schnitzler

Studium der Medizin an der RWTH Aachen, der Universität Kiel und der University of Cambridge Cambridge/UK
1988 - 1991 Assistenzarzt an der Psychiatrischen Klinik, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
1991-1998 Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neurologischen Klinik, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
1993 Facharztanerkennung Psychiatrie
1994/95 Forschungsstipendium (EU) am Brain Research Institute, Helsinki
1995 Facharztanerkennung für Neurologie
1998 Habilitation für das Fach Neurologie und Neurophysiologie
1998 Oberarzt an der Neurologischen Klinik, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
2003 Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
2003 Hans-Jörg-Weitbrecht Preis für Klinische Neurowissenschaften
2005 Ruf auf Lehrstuhl für Cognitive Neuroscience, Simon Fraser University, Vancouver
2006 Reinhard-Heynen und Emmi-Heynen-Preis
2006 Heinrich-Pette-Preis der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
2006 W2-Professor für Neurologie an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
2007 Lehrstuhl für Neuroscience and Neurology, Wales Institute of Cognitive Neuroscience, Bangor University, UK
2007 Rufe auf den Lehrstuhl für Neurologie am Universitätsklinikum Bergmannsheil der Ruhr Universität Bochum, sowie auf den Lehrstuhl für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
Professor Alfons Schnitzler verfügt über ein umfangreiches Publikationsverzeichnis, ist aktives Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften und in Gutachtergremien nationaler und internationaler wissenschaftlicher Förderinstitutionen.
Seit dem 1. April 2008 ist Professor Alfons Schnitzler Direktor des Instituts für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie sowie Ärztlicher Leiter des Zentrums für Bewegungsstörungen und Neuromodulation am Universitätsklinikum Düsseldorf.