Statut zu Aufgaben und Organisation des Hirntumorreferenzzentrums der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN)


Definition und Ziele des Hirntumorreferenzzentrums

Das Hirntumorreferenzzentrum ist eine Überregionale Einrichtung der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN) und führt die Bezeichnung "Hirntumorreferenzzentrum der DGNN". Wesentliche Ziele und Aufgaben sind die referenzneuropathologische Betreuung neuroonkologischer Therapieoptimierungsstudien, die konsiliarische neuropathologische Begutachtung diagnostisch schwieriger Tumoren des Nervensystems sowie die Förderung der Aus- und Weiterbildung in der neuropathologischen Hirntumordiagnostik. Dadurch übernimmt das Hirntumorreferenzzentrum Aufgaben in der Qualitätssicherung und wirkt in Kooperation mit anderen Fachgesellschaften auch bei der Erstellung interdisziplinärer Leitlinien mit. Nicht zu den Aufgaben des Hirntumorreferenzzentrums gehört die Durchführung einer primären Hirntumordiagnostik anstelle der lokalen neuropathologischen Krankenversorgung. 

Organisation des Hirntumorreferenzzentrums

  • Leitung

Das Hirntumorreferenzzentrum der DGNN wird ab dem 01.01.2006 bis auf Weiteres von zwei gleichberechtigten Leitern koordiniert, die auf dem Gebiet der neuropathologischen Hirntumordiagnostik und -forschung national und international anerkannte Persönlichkeiten sein sollten. Die beiden Leiter müssen Mitglieder der DGNN sein. Ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag des Vorstandes durch die Mitglieder der DGNN auf. Die Amtszeit beträgt 5 Jahre. Wiederwahl ist möglich.

  • Assoziierte Mitglieder

Zusätzlich zu den beiden Leitern ist dem Hirntumorreferenzzentrum ein Panel aus assoziierten Mitgliedern zugeordnet. Diese sollten ebenfalls Mitglieder der DGNN sein. Ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag der Leiter des Hirntumorreferenzzentrums durch die Mitglieder der DGNN. Die Amtszeit beträgt 3 Jahre. Wiederwahl ist möglich. Die assoziierten Mitglieder identifizieren sich mit den Zielen des Hirntumorreferenzzentrums und müssen seine Aufgaben aktiv unterstützen.

  • Struktur

Das Hirntumorreferenzzentrum der DGNN ist räumlich an den Neuropathologischen Instituten der beiden Leiter angesiedelt. Die Erfassung und Dokumentation der Referenzfälle an den beiden Standorten erfolgt in einer zentralen, gemeinsam genutzten Datenbank.

Aufgaben des Hirntumorreferenzzentrums

Die wesentlichen Aufgaben des Hirntumorreferenzzentrums der DGNN umfassen:

  • Die konsiliarische Begutachtung diagnostisch schwieriger Tumoren des Nervensystems.
  • Die referenzneuropathologische Betreuung und translationale wissenschaftliche Begleitung von neuroonkologischen Therapiestudien.
  • Die Förderung der Aus- und Weiterbildung von Neuropathologen/innen in der neuropathologischen Diagnostik von Tumoren des Nervensystems.
  • Die Mitwirkung bei qualitätssichernden Maßnahmen für die neuropathologische Hirntumordiagnostik.

Konsiliarische Tätigkeit

Das Hirntumorreferenzzentrum ermöglicht die kompetente konsiliarische histologische Begutachtung diagnostisch schwieriger und unklarer Tumoren des Nervensystems. Dieser konsiliarische Service steht vor allem Kollegen/innen aus der Neuropathologie offen. Die Einsendung von Konsilfällen erfolgt an einen der Leiter des Hirntumorreferenzzentrums, der dann für die zentrale Erfassung und Archivierung der Konsilbefunde inklusive der für die Referenzbefundung angefertigten Schnittpräparate verantwortlich ist. Für eine zügige Bearbeitung empfiehlt sich die Einsendung von Paraffinblöckchen möglichst inklusive zugehöriger HE-Präparate. Nach Abschluss der Konsiluntersuchungen soll dieses Untersuchungsmaterial innerhalb von vier Wochen an den Einsender zur lokalen Archivierung zurückgesandt werden. Das Hirntumorreferenzzentrum erstellt einen Befundbericht und teilt diesen dem Einsender mit. In diagnostisch schwierigen oder strittigen Fällen werden unabhängige weitere Meinungen von einem oder mehreren Experten, ggfs. unter Einbeziehung moderner digitaler Techniken eingeholt. Ausgewählte Fälle sollen dabei gemeinsam mit assoziierten Mitgliedern begutachtet und diskutiert werden.

Referenzneuropathologische Betreuung und translationale wissenschaftliche Begleitung von neuro-onkologischen Therapieoptimierungsstudien

Die Aufgaben des Hirntumorreferenzzentrums in der referenzneuropathologischen Betreuung nationaler und internationaler neuro-onkologischer Therapieoptimierungsstudien umfassen die zentrale Durchführung histologischer und immunhistochemischer Referenzuntersuchungen sowie ggfs. molekularpathologischer Analysen an Gewebeproben von Hirntumorpatienten, die innerhalb von neuro-onkologischen Therapieoptimierungsstudien behandelt werden. Die Koordination der referenzneuropathologischen Studienbetreuung obliegt den beiden Leitern des Hirntumorreferenzzentrums. Bei Anfragen klinischer Studienleiter umfasst diese Tätigkeit auch die Beratung nach Abstimmung mit assoziierten Mitgliedern hinsichtlich einer für die jeweilige Studie optimalen referenzneuropathologischen Betreuung. Hierbei soll ggfs. die Expertise assoziierter Mitglieder des Hirntumorreferenzzentrums kooperativ in die Studienbetreuung eingebunden werden. Die Einsendung von Gewebeproben an das Hirntumorreferenzzentrum im Rahmen von klinischen Studien erfolgt im Regelfall über die lokalen neuropathologischen Einrichtungen oder neuropathologischen Fachvertreter an den beteiligten Studienorten.

Förderung der Aus- und Weiterbildung in der neuropathologischen Diagnostik von Tumoren des Nervensystem

Als weitere Aufgabe obliegt dem Hirntumorreferenzzentrums die Fšrderung der Aus- und Weiterbildung in der neuropathologischen Hirntumordiagnostik. Zu diesem Zweck organisiert das Hirntumorreferenzzentrum eine jährliche Fortbildungsveranstaltung, bei der aktuelle Entwicklungen der Hirntumordiagnostik und -forschung sowie benachbarter Disziplinen von Experten referiert werden und Gelegenheit besteht, interessante und schwierige Hirntumorfälle gemeinsam zu diskutieren. Zusätzlich besteht die Müglichkeit, im Hirntumorreferenzzentrum zu hospitieren und sich direkt vor Ort in der Hirntumordiagnostik fortzubilden. Zu Fortbildungszwecken wird eine Lehrsammlung instruktiver Fälle aufgebaut und kontinuierlich ergänzt. Außerdem werden vom Hirntumorreferenzzentrum Methodenkurse organisiert, die sich speziell mit der Anwendung von modernen molekularpathologischen Methoden in der Hirntumordiagnostik beschäftigen. Durch diese Angebote wird den Mitgliedern der DGNN die Möglichkeit geboten, sich sowohl im Hinblick auf Fortschritte in der Hirntumordiagnostik als auch bezüglich aktueller Weiterentwicklungen in der molekularen Neuroonkologie kontinuierlich weiterzubilden.

Mitwirkung bei qualitätssichernden Maßnahmen für die neuropathologische Hirntumordiagnostik

Das Hirntumorreferenzzentrum übernimmt in Kooperation mit der Qualitätssicherungskommission der DGNN eine qualitätssichernde Funktion in der neuropathologischen Hirntumordiagnostik. Dies beinhaltet u.a. die Erstellung interdisziplinärer Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von unterschiedlichen Hirntumoren in Kooperation mit Vertretern andere Fachgesellschaften. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die adäquate Berücksichtigung neuropathologisch-diagnostischer Aspekte in den interdisziplinären Leitlinien gelegt.

 
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  • Zuletzt aktualisiert am 17.09.2015
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