Überschrift

Eine grundlegende Voraussetzung für die Entstehung von Metastasen ist das invasive Wachstum eines Tumors. Es wird vermutet, dass neben Blut- und Lymphgefäßen auch die im peripheren Blut vorhandenen, sogenannten zirkulierenden Tumor-Einzelzellen (ctc’s) eine wichtige Rolle spielen. Ctc’s können aufgrund der Existenz von charakteristischen Oberflächenmolekülen von den Zellen des Blutes unterschieden werden (siehe Abbildung). In unserer Studie wurden 18 Patienten mit neuroendokrinen Tumoren untersucht. Dabei waren unterschiedliche Organe befallen: Pankreas (Bauchspeicheldrüse), Darm, Nebenniere (Phäochromozytom), Lunge und Uterus. 12 Patienten zeigten eine Metastasierung (67%). In unserer Analyse konnten wir bei 8 Patienten (44%), die an Tumoren der Bauchspeicheldrüse, des Darms oder der Nebenniere erkrankt waren, ctc’s im Blut nachweisen (siehe Abbildung). Dabei kann ein Zusammenhang zwischen der Existenz con ctc’s und einer Metastasierung nicht ausgeschlossen werden: 6 der 8 Patienten mit ctc’s zeigten eine Metastasierung. Auch wenn eine Erhöhung der Patientenzahl zwingend notwendig ist um zuverlässige Aussagen machen zu können, so deuten unsere Daten dennoch auf folgendes hin: die Messung der ctc’s bei Patienten mit einem neuroendokrinen Tumor könnte einen Hinweis auf den Verlauf der Erkrankung geben. 

zirkulierende Tumorzellen

Abbildung A zeigt die Frequenz der ctc’s im peripheren Blut von allen untersuchten Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (Anzahl der Patienten = 18) und in den einzelnen Subgruppen (gruppiert nach der Lokalisation des Primarius). In Abbildung B ist eine repräsentative Färbung von Zellen des Blutes zu sehen. Hierbei wurden die Oberflächenmoleküle CD45 (grün) und EpCAM (rot) histologisch gefärbt. Die Zellkerne erscheinen blau (gefärbt mit DAPI). Ctc’s sind durch die charakteristische Existenz von EpCAM, aber der fehlenden Existenz von CD45 von den Zellen des Blutes zu unterscheiden. Der Pfeil deutet auf eine ctc.

CgA in Pheo

In einer kürzlich publizierten Arbeit konnte weltweit erstmalig gezeigt werden, dass das neuroendokrine Tumorzell-spezifische Oberflächenmolekül Chromogranin A (CgA) auch als Tumorantigen fungiert. Auf der Basis eines Mausmodells konnte bewiesen werden, dass nach Immunisierung mit CgA-Peptiden eine CgA-spezifische Immunität induziert wird. Dies führt zur Infiltration von ex vivo applizierten Tumoren (Abbildung A) und eine Lyse von Tumorzellen durch aktivierte (Interferon gamma-sezernierende) T-Lymphozyten (Abbildung B). 

            Abbildung B: Phäochromozytom-Tumorzellen werden nach Kokultivierung mit aktivierten T-Zellen lysiert. Diese Lyse ist mittels einer MHC-Blockierung hemmbar. Nicht aktivierten T-Zellen zeigen keine Lyse.

Publikationen zu NET
  • Circulating Tumor Cells in Patients with Neuroendocrine Neoplasms. Ehlers M, Allelein S, Haase M, Willenberg HS, Knoefel WT, Schott M. Horm Metab Res 2014(46):744-745.
  • Chromogranin A as potential target for immunotherapy of malignant pheochromocytoma. Papewalis C, Kouatchoua C, Ehlers M, Jacobs B, Porwol D, Schinner S, Willenberg HS, Anlauf M, Raffel A, Eisenhofer G, Neumann HP, Bornstein SR, Scherbaum WA, Schott M. Moll Cell Endocrinol 2011(1):69-77.
  • Papewalis C, Jacobs B, Baran AM, Ehlers M, Stoecklein NH, Willenberg HS, Schinner S, Anlauf M, Raffel A, Cupisti K, Fenk R, Scherbaum WA, Schott M. Increased numbers of tumor-lysing monocytes in cancer patients. Moll Cell Endocrinol  2011,
    337(1-2):52-61.
  • Wuttke M, Papewalis C, Jacobs B und Schott M: Identifying tumor antigens in endocrine malignancies. Trends Endocrinol Metab 2009, 20(3):122-9
  • Papewalis C, Wuttke M, Seissler J, Meyer Y, Kessler C, Jacobs B, Ullrich E, Willenberg HS, Schinner S, Baehring T, Scherbaum WA und Schott M: Dendritic cell vaccination with xenogenic polypeptide hormone induces tumor rejection in neuroendocrine cancer. Clin Canc Res 2008, 14: 4298-305
  • Jacobs B, Papewalis C, Wuttke M, Ullrich E, Fenk R, Willenberg HS, Schinner S, Cohnen M, Seissler J, Zacharowski K, Scherbaum WA und Schott M: IFNa skews Monocyte Differentiation into CD56+ expressing dendritic cells with potent functional activities in vitro and in vivo. J Immunol 2008, 180:1462-70
  • Wuttke M, Papewalis C, Meier Y, Kessler C, Jacobs B, Willenberg HS, Kouatchoua C, Seissler J, Baehring T, Scherbaum WA und Schott M: Amino acid-modified calcitonin immunization induces tumor epitope-specific immunity in a transgenic mouse model for medullary thyroid carcinoma. Endocrinology 2008, 149: 5627-5634
  • Schott M, Sagert C, Willenberg H, Ramp U, Varro A, Schinner S, Eisenberger C, Raffel A und Scherbaum WA: Carcinogenic hypergastrinemia: Signet ring cell carcinoma in a patient with multiple endocrine neoplasia type 1 with Zollinger-Ellison’s Syndrome. J Clin Endocrinol Metab 2007, 92:3378-82

 

        Laborleiterin     

 

       

Dr. rer. nat. Margret Ehlers

Postdoc

Tel: +49 (0)211 81 17818

margret.ehlers@uni-duesseldorf.de

 

         Mitarbeiter

 

       

Roswitha Charko

Medizinisch-technische Assistentin

Tel: +49 (0)211 81 17866

roswitha.charko@uni-duesseldorf.de

 

      

Ursula Dötter

Medizinisch-technische Assistentin
Tel: +49 (0)211 81 18521

Ursula.Doetter@med.uni-duesseldorf.de

 
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  • Zuletzt aktualisiert am 05.07.2016
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