Schädelbasiszentrum

Die Schädelbasis ist die knöcherne Abdeckung des hirnhaltigen- und hirnwasserführenden Raumes nach „unten“. Man unterteilt in „Frontobasis“ , d.h. die Anteile die zur Nase/ Nasennebenhöhle/Auge Kontakt haben und in „Laterobasis“, welche die seitlichen Anteile im Bereich des Felsenbeines, dem Knochen in dem das Innenohr liegt bezeichnet. Die Schädelbasis kann angeborene oder erworbene Defekte aufweisen, z.B. durch Unfälle. Desweiteren kann die Schädelbasis von malignen (bösartig) oder benignen (gutartig) Prozessen befallen sein.

Da die Schädelbasis die traditionelle Grenze zwischen verschiedenen chirurgischen Fachdisziplinen, wie zum Beispiel der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, die im Bereich der Nasennebenhöhlen und des Ohres operativ tätig ist und der Neurochirurgie, die vom Schädelinneren aus arbeitet, darstellt ist für eine optimale Versorgung der betroffenen Patienten sehr oft eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Daher haben wir am Universitätsklinikum Düsseldorf ein interdisziplinäres Zentrum für Schädelbasischirurgie etabliert, in dem Spezialisten aus den Bereichen HNO, Neurochirurgie und Neuroradiologie zusammenarbeiten. Da es nicht immer möglich ist, Tumore der Schädelbasis vollständig zu entfernen, haben auch Spezialisten aus den Bereichen der Strahlentherapie und Strahlenchirurgie einen wesentlichen Anteil an den interdisziplinären Therapieentscheidungen und weiterführenden Therapien.

Grundlage der Arbeit  der Gruppe sind regelmäßige, interdisziplinäre Konferenzen, die , jeweils Mittwochs, im Seminarraum der HNO-Klinik (15:45 Uhr) stattfinden.

Von chirurgischer Seite bietet die Kooperation zwischen Neurochirurgie und HNO den Zugriff auf zahlreiche Techniken, die je nach Indikation eingesetzt werden. Hierzu zählen die Neuronavigation, das neurophysiologische Monitoring und die Endoskopie.

Zum Versorgungsspektrum gehören Tumore der Schädelbasis (z.B. Ästhesioneuroblastome, Karzinome der Nasennebenhöhlen, Meningeome), aber auch Verletzungen der Schädelbasis, die zur Liquorfistelbildung führen.

Fälle zur interdisziplinären Konferenz können bei Julia.Hirschfeld@med.uni-duesseldorf.de angemeldet werden.

Interdisziplinäres Team
Professor Dr. med. J. Schipper (Direktor der HNO-Klinik)
Prof. Dr. med. T. Klenzner (Leitender Oberarzt der HNO-Klinik)
Prof. Dr. med. M. Wagemann (Oberarzt der HNO-Klinik)
PD Dr. med. J. Cornelius (Oberarzt der Neurochirurgie)
PD Dr. med. H. Pape (Oberärztin der Klinik für Strahlentherapie)
Dr. med. Horstmann (Gamma-Knife-Zentrum Krefeld)

Bei der präoperativen Diagnostik ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Kollegen der Radiologie/Neuroradiologie unerläßlich. Neben der Ausdehnungsbestimmung und Lokalisation der Prozesse mittels Computertomographie und/oder Kernspintomographie, Kernspinangiographie oder digitaler Subtraktionangiographie werden zur Operationsvorbereitung bei Bedarf selektive Embolisationen (Verschluß) von beteiligten Blutgefäßen oder permanente Ballonokklusionen vorgenommen, um den intraoperativen Blutverlust möglichst gering zu halten.

In unserer Klinik werden sämtliche Schädelbasiseingriffe der Frontobasis (tranfazial, transnasal, transfrontal) und der Laterobasis (infratemporal, transmastoidal/translabyrinthär) über alle bekannten Zugangswege durchgeführt. Bei Bedarf erfolgen die Eingriffe interdisziplinär mit der neurochirugischen, kieferchirugischen und/oder ophthalmologischen Abteilung der Klinik, um eine optimale Funktionerhaltung und/oder –verbesserung zu erzielen.

Die Eingriffe erfolgen mikroskopisch und/oder endoskopisch, bei entsprechender Indikation wird die Operation Computer-assisitert (CAS), das heißt mit Hilfe eines Navigationssystems durchgeführt.

Die zum Teil notwendige präoperative Diagnostik kann teilweise einige Tage in Anspruch nehmen. Der postoperative Aufenthalt beträgt ca. 10-14 Tage.

Akustikusneurinom

Seit Einführung der Kernspintomographie bzw. der Magnetresonanztomographie erfolgt die Erkennung des Akustikusneurinoms heute sehr früh. Durch Einsatz mikrochirurgischer Techniken, Einführung der navigierten Chirurgie und des intraoperativen Neuromonitorings ist eine Erhaltung der Nervenfunktionen, wie die des Nervus fazialis und in ausgewählten Fällen des Hörnervs möglich. Die Entfernung des Tumors erfolgt, abhängig von seiner Größe, Lokalisation und tumorbedingter Hörstörung, über einen suboccipitalen, subtemporalen oder translabyrinthären Zugang. Alle in das Klinikum überwiesenen Patienten mit Akustikusneurinomen werden in einem interdisziplinären Koloquium zwischen Otochirurgen, Neurochirurgen, Strahlentherapeuten, Neurologen und Neuroradiologen vorgestellt, um individuell den optimalen operativen Zugangsweg bzw. die optimale Therapie nach eingehender Untersuchung festzulegen. Der Eingriff wird immer von einem erfahrenen Otochirurgen und Neurochirurgen geleitet, eine anschließende intensivmedizinische Behandlung für 24 Stunden kann erforderlich sein. Der stationäre Aufenthalt dauert 7 bis 14 Tage. Das Operationsteam kommt ursprünglich aus der Universitäts-HNO-Klinik Freiburg und verfügt Erfahrungen von über 200 erfolgreichen Akustikusneurinomoperationen.

Translabyrinthärer Zugang: Über diesen Zugang werden ca. 30 – 50 % der Patienten mit Akustikusneurinomen operiert. Voraussetzung ist eine Beeinträchtigung des Hörvermögens mit erheblicher Einschränkung der Sprachverständlichkeit (mit dem Gehör ist ein Telephonieren beispielsweise nicht mehr möglich), da das Innenohr zugangsbedingt entfernt wird. Intraoperativ wird die Funktion des Nervus fazialis immer überwacht.

Subtemporaler Zugang („middle fossa approach“): Dieser Zugang wird bei ca. 10 – 30 % der Akustikusneurinome durchgeführt. Neben der Erhaltung der Funktion des Nervus fazialis wird hier die Erhaltung des Hörnerven und Innenohres angestrebt. Indiziert ist dieser Zugang bei kleineren intrameatalen Tumoren (sog. Typ A Tumore) mit gutem Hörvermögen. Während des gesamten Eingriffes ist eine Überwachung sowohl des Nervus fazialis als auch des Hörvermögens mittels evozierter Potentiale möglich.

Suboccipitaler Zugang: Dieser Zugang ist für größere extrameatal im Kleinhirnbrückenwinkel liegende Tumoren geeignet (sog. Typ C Tumore) und wird bei ca. 20-30% der Patienten gewählt. Eine Erhaltung des Hörvermögens ist möglich. Aus hals-nasen-ohrenärztlicher Sicht ist die Zusammenarbeit bei Tumorausdehnung in den inneren Gehörgang erforderlich, ebenso die intraoperative Überwachung der Hörfunktion.

HNO-Klinik Düsseldorf

HNO-Klinik ZOM II

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  • Zuletzt aktualisiert am 29.11.2016
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