Rhythmologie

 

Leiter der Abteilung für Rhythmologie
    

Elektrophysiologie

Neurokardiologie

Device Therapie

Telemedizin

      PD Dr. med Shin


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Elektrophysiologie


Die Abteilung Rhythmologie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen.  Man versteht darunter eine Störung der normalen Herzschlagfolge, deren Ursache sehr vielfältig sein kann. So existieren zahlreiche angeborene Herzrhythmusstörungen, die zumeist mit dem klinischen Erscheinungsbild eines „Herzrasens“ einhergehen. Darüber hinaus ist eine große Anzahl an Herzrhythmusstörungen erworben, d.h. sie treten als Folge einer kardialen Grunderkrankung im Verlauf des Lebens auf (z.B. bei Bluthochdruck, nach einem Herzinfarkt, bei chronischen Lungenerkrankungen etc.). Bei erworbenen Herzrhythmusstörungen sind Symptome zumeist mannigfaltig und reichen von Herzrasen, Herzstolpern und Luftnot über Angina pectoris, Schwindel und Bewußtlosigkeit. Es treten auch ganz diffuse Beschwerden wie Leistungsminderung, Übelkeit, plötzliche Angst oder auch nur ein Flimmern vor den Augen auf, die im ersten Moment nicht zwingend mit Herzrhythmusstörungen in Verbindung gebracht werden.

Die Ursachen von Herzrhythmusstörungen sind vielfältig. Eine genaue Diagnose ist nur die nachfolgende Behandlung sehr wichtig. Hier dient die Rhythmologische Sprechstunde der umfassenden Beratung, Therapieplanung und Nachsorge von Patientinnen und Patienten mit rhythmologischen Fragestellungen aller Alt.

Die Abteilung für Rhythmologie ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als Fortbildungsstätte zur Zusatzqualifikation "spezielle Rhythmolgie" unter der Leitung von Herrn Dr. med. Shin anerkannt worden.
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 Neurokardiologie

I. Neurozirkulatorische Funktionsdiagnostik

Im Zentrum der Untersuchungen stehen neben der kardialen Leistungdiagnostik (Spiro-Ergometrie) die Charakterisierung von kardiovaskulären Adaptationsmechanismen durch das vegetative Nervensystem (Abbildung 1). Diese können sowohl bei strukturell herzgesunden Menschen, als auch bei Patienten mit zahlreichen Komorbiditäten und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse von Bedeutung sein. Differentialdiagnostisch können primär hämodynamische Anpassungsmechanismen von einer autonomen Dysfunktion einerseits und einem Baroreflexversagen andererseits unterschieden werden. Neben elektrokardiographischen und hämodynamischen Befunden werden funktionelle Parameter (kardiale Funktion; Respiration) unter verschiedenen physiologischen Stimuli zur Modifikation der sympathischen und/oder parasympathischen Aktivität untersucht.  Insbesondere sind in diesem Zusammenhang Erkrankungen von Bedeutung, die bereits in einem frühen Stadium mit einer erhöhten sympathischen und/oder einer verminderten parasympathischen Aktivität einhergehen.

Hiervon sind beispielsweise häufig Patienten mit einer arteriellen Hypertonie, einer Herzinsuffizienz, oder einem Diabetes Mellitus, betroffen. Die Betreuung Betroffener erfolgt in einem interdisziplinären Team gemeinsam mit den entsprechend spezialisierten Kollegen des UKD.

Die Charakterisierung der Aktivität des autonomen Nervensystems ist hierbei sowohl von diagnostischer, prognostischer, als auch zunehmend von therapeutischer Bedeutung und soll eine individualisierte Behandlung Betroffener verbessern helfen.

 

Abbildung 1: Neurozirkulatorische Funktionsdiagnostik. Die Abbildung zeigt die Durchführung einer Spiroergometrie mit simultaner Echokardiographie zur Charakterisierung kardiovaskulärer Adaptationsmechanismen bei einem Patienten mit einer diastolischen Dysfunktion auf dem Boden eines Hochdruckherzens.

 

II. Kardiale autonome Dysfunktion - Syndrome

Neben vegetativen Adaptationsmechanismen im Rahmen kardiovaskulärer Erkrankungen, sowie der kardialen autonomen Neuropathie, wurden in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene klinische Erscheinungsbilder charakterisiert, die heute unter (3.) den Syndromen der kardialen autonomen Dysfunktion zusammengefasst werden (Abbildung 2). Es handelt sich um heterogene Krankheitsbilder, die häufig mit Palpitationen und/oder Schwindel einhergehen. Aufbauend auf einer umfassenden interdisziplinären Diagnostik werden inzwischen neben einer ausführlichen Beratung lebensstilassiziierte, pharmakologische, sowie auch interventionelle (Katheterablation, Device-Implantation) Therapieverfahren eingesetzt.

 

Abbildung 2: Syndrome der kardialen autonomen Dysfunktion.

 

III. Interventionelle Neurokardiologie

Es ist heute gut bekannt, dass zahlreiche kardiale Funktionen maßgeblich durch neuronale Strukturen gesteuert werden, die durch interventionelle Therapieansätze (Katheterablation, elektrische Stimulation) moduliert werden können. Wissenschaftliche Untersuchungen unserer und anderer Arbeitsgruppen haben gezeigt, dass dies insbesondere für Herzfrequenz, -rhythmus, sowie die myokardiale Funktion gilt (siehe auch AG kardiovaskuläre Neuro- und Elektrophysiologie).
Im Zentrum unserer Arbeit steht dabei v.a. die Behandlung von Herzrhythmusstörungen durch eine gezielte lebensstilbasierte, pharmakologische, sowie im Rahmen von klinischen Prüfungen auch katheter-/devicebasierte Modulationen des kardialen Nervensystems (Abbildung 3). Gemeinsam ist den aktuell in unserer Klinik eingesetzten therapeutischen Ansätzen, dass sie entlang der Pathophysiologie verschiedener Erkrankungen eine Verbesserung der parasympathischen/sympathischen kardialen Aktivität verfolgen.

Abbildung 3: Ebenen der interventionellen Neurkardiologie.

 

Untersucht wird aktuell sowohl die intrakardiale als auch die extrakardiale elektrische Modulation neuronaler Aktivität. Schematisch skizziert sind verschiedene Ansätze, die direkt oder indirekt darauf abzielen durch eine sympathische und/oder parasympathische Modulation Herzrhythmus bzw. –funktion zu verbessern. Gegenstand aktueller multizentrischer klinischer Prüfungen sind insbesondere der therapeutische Nutzen einer elektrischen parasympathischen (N. Vagus) Stimulation bei Herzinsuffizienz, sowie die sympathische Denervierung. Geprüft werden diese Verfahren aktuell für Patienten bei denen insbesondere eine medikamentöse Therapie ggf. zzgl. spezieller devicebasierter Therapien (implantierbarer Cardioverter Defibrillator, kardiale Resynchronisationstherapie) nicht ausreichend ist, um eine angemessene Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen.

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Devicetherapie

Langsame (Bradykardie) und schnelle (Tachykardie) Herzrhythmusstörungen, die oft lebensbedrohlich sein können, sind eine nicht seltene Komplikation verschiedener Erkrankungen des Herzens. Neben der medikamentösen Therapie ist die Elektrotherapie mittels implantierbarer Schrittmacher und Defibrillatoren eine jahrzehntelang etablierte und sichere Therapieform.
An unserer Klinik werden Schrittmachersysteme zur Behandlung bradykarder und Defibrillatorsysteme zur Behandlung tachykarder Rhythmusstörungen und Verhinderung des plötzlichen Herztodes implantiert. Dabei kommen Geräte der neuesten Generation aller Hersteller zum Einsatz,  falls möglich werden dabei MRT-fähige Systeme verwendet. Die Implantation wird im Herzkatheterlabor unter Einsatz modernster Standards in einem für den Patienten möglichst schonenden Verfahren durchgeführt. Zur optimalen Behandlung unserer Patienten findet bei Bedarf stets eine engmaschige Abstimmung im „Heart Team“ statt. Im Verlauf werden die Patienten in enger Abstimmung mit den zuweisenden Kollegen entsprechend den internationalen Empfehlungen weiterbetreut. Dabei kann ergänzend zu der persönlichen Betreuung eine telemetrische Informationsübermittlung erfolgen.

Darüber hinaus implantieren wir zur Behandlung der Herzinsuffizienz CRT-D-Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie. Diese werden in unserer CRT-Spezialambulanz engmaschig nachgesorgt und mittels elektro- sowie echokardiographischer Verfahren eingestellt, um einen optimalen Therapieerfolg zu erzielen.
Zudem implantieren wir Ereignis-Recorder zur Detektion mittels nicht-invasiver Methoden (Langzeit-EKG) nicht erfassbarer Herzrhythmusstörungen.

Unser Leistungsspektrum umfasst:

  • Implantation von implantierbaren Loop-Recordern (ILR) sämtlicher Hersteller
  • Implantation und Wechsel von Ein- und Zweikammerschrittmachern (SM) sämtlicher Hersteller
  • Implantation und Wechsel von implantierbaren Defibrillatoren (ICD) sämtlicher Hersteller
  • Implantation und Wechsel von subkutanen Defibrillatoren (S-ICD, Cameron Health)
  • Implantation und Wechsel von biventrikulären Defibrillatoren zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-D) sämtlicher Hersteller
  • Nachsorge von ICD- und Schrittmachersystemen sämtlicher Hersteller in unserer Schrittmacher/ICD-Ambulanz
  • Nachsorge und Optimierung von CRT-D-Systemen sämtlicher Hersteller in unserer CRT-Spezialambulanz
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Telemedizin

Die Telekardiologie ist ist eine effektive Methode zur Verbesserung der Patientensicherheit über die regelmäßigen persönlichen Konsultationen in unserer Ambulanz hinaus.

Schrittmacher und ICDs mit einer derartigen Funktion übertragen über das Mobilfunk- oder Festnetz im täglichen Intervall bestimmte Systemparameter über ein Service-Center direkt an den behandelnden Arzt. So können Fehlfunktionen oder Verschlechterungen des Zustands des Patienten zeitnah entdeckt werden und fallen nicht erst bei der routinemäßigen Nachsorge auf. Bei bedrohlichen Störungen ist eine umgehende Reaktion möglich und der Patient kann so optimal behandelt werden.

Daten die vom Gerät übertragen werden umfassen:

  • Aufgetretene Rhythmusepisoden
  • Implantattherapien (Stimulationen, Impulse, Schocks)
  • Batteriestatus des Gerätes
  • Elektrodenzustand
  • Messwerte zur Beurteilung der Herzinsuffizienz

 

Die Datenübertragung erfolgt vollautomatisch mit Hilfe einer Basisstation, die beim Patienten aufgestellt wird und keine weiteren Eingriffe erfordert.

Die Sicherheit der Datenübertragung ist durch entsprechende Verfahren auf höchstem Stand und durch Überwachungsbehörden geprüft.

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letzte Aktualisierung: 30.10.2014
 
 
 
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  • Zuletzt aktualisiert am 17.09.2015
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