Hypophysenadenome

Die Hypophyse sitzt als erbsengroßes Organ an der Unterseite des Gehirns, gehalten und geschützt von einer knöchernen Einfassung, die als Türkensattel (Sella turcica) bezeichnet wird. Als eines der wichtigsten Organe für die Produktion und Steuerung von Hormonen kommt diesem kleinen Organ eine ganz besondere Bedeutung zu.

 

Endokrinologie

Zur Abklärung eines jeden Befundes, der die Hypophyse betrifft, d. h. in der Region der Sella turcica liegt, gehört eine ausführliche endokrinologische Testung. Diese wird bei uns durch die Kollegen der Klinik für Endokrinologie (Leiter spezielle Endokrinologie: Prof. Dr. Schott) durchgeführt. Ziel ist es in laborchemischer Untersuchung verschiedener Hormonkonzentrationen im Blut die Erkrankung der Hypophyse genauer einzugrenzen, notwendige Substitutionen von Hormonen vorzunehmen und vor allem auch die weitere Betreuung nach chirurgischer Behandlung zu planen.

Regelmäßig (einmal pro Monat) findet eine interdisziplinäre Konferenz unter Mitwirkung der Kollegen der Klinik für Endokrinologie, Neuroradiologie und Hypophysenchirurgie statt. Hier werden Patientenfälle, die ein komplexeres und abgestimmtes Vorgehen erfordern diskutiert und entsprechende Behandlungen festgelegt.

Neuroophthalmologie

Alle Patienten, bei denen aufgrund einer Raumforderung in der Hypophyse eine Sehstörung aufweisen oder bei denen aufgrund der Größe des Prozesses eine Sehstörung zu vermuten ist erhalten eine umfassende Abklärung der Sehkraft und des Gesichtsfeldes vor der Behandlung. Das Team der Augenklinik (Direktor: Univ.-Prof. Dr. G. Geerling) unterstützt uns in der augenärztlichen Beurteilung von Patienten mit Hypophysentumoren.

Behandlung

Operation

Aufgrund der Lage der Hypophyse an der Unterseite des Gehirns und der nur sehr dünnen knöchernen Wand zu den Nasennebenhöhlen ist eine operative Entfernung von Hypophysenadenomen durch die Nase in endoskopischer oder mikrochirurgischer Technik in den meisten Fällen möglich.
Nur in Ausnahmefällen, z. B. bei sehr ausgedehnten Prozessen der Hypophyse, die sich weit nach oben gegen andere Bereiche des Gehirns ausdehnen ist ein transkranielles Vorgehen, also die Eröffnung des Schädels notwendig.

Welches chirurgische Vorgehen Anwendung findet wird im Einzelfall auf Grundlage aller Befunde interdisziplinär entschieden.

Medikamentöse Behandlung

Bei einigen Hypophysenadenomen ist eine medikamentöse Behandlung, entweder als primäre Therapieform oder zur Unterstützung anderer Maßnahmen, möglich. Hier sei vor allem eine besondere Form des Hypophysenadenoms – dasProlaktinom – erwähnt. Diese Hypophysenadenome reagieren in der Regel empfindlich auf die Wirkung einer hormonartigen Substanz, dem Dopamin. Über diesen Mechanismus ist es möglich durch sogenannte Dopamin-Agonisten das Wachstum von Prolaktinomen zu stoppen und sie sogar gänzlich zur Rückbildung zu bringen.

Ob eine medikamentöse Behandlung in Frage kommt, kann nach einer endokrinologischen Beurteilung entschieden werden. Eine regelmäßige endokrinologische Verlaufskontrolle sowie radiologische Kontrollen sind notwendig, um einen Therapieerfolg einschätzen zu können. Mitunter ist kein ausreichender Therapieerfolg zu erreichen, so dass nach Versagen einer medikamentösen Behandlung die chirurgische Behandlung in Frage kommen kann. Jeder Fall wird dabei interdisziplinär beurteilt, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Bestrahlung

Ist aufgrund begleitender Umstände eine Operation nicht möglich, das Risiko dafür zu hoch oder sprechen andere Gründe dagegen und liegt keine Möglichkeit für eine medikamentöse Behandlung vor, so ist in vielen Fällen eine gezielte Bestrahlung des Hypophysenadenoms möglich.

Auch bei einem wiederkehrenden Tumor oder bei einer Invasion und Ummauerung von wichtigen Gefäßen oder Nerven durch den Tumor kann die Strahlentherapie eingesetzt werden. Der Einsatz der Bestrahlung in der Behandlung wird interdisziplinär besprochen und ein individuelles Konzept für jeden Patienten erstellt. Die Patienten werden in der Strahlenklinik (Direktor: Univ.-Prof. Dr. W. Budach) des UKD behandelt, in den meisten Fällen erfolgt die Behandlung ambulant

PD Dr. K. Beseoglu
PD Dr. K. Beseoglu
Dr. T. Beez
 
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  • Zuletzt aktualisiert am 21.02.2017
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