Tapen

Physiotherapeutin Christiane Keller tapt eine junge Geigerin

 

Grundlagen

Deutschland ist das Land mit der weltweit größten Zahl von professionellen Musikern, Musikpädagogen, Laiengruppierungen, Musikstudenten, Musikschülern. Etwa 70 Prozent von ihnen bekommen im Laufe ihres Lebens gesundheitliche Probleme, die auf ihre Musikausübung zurückgehen. Von Ärzten fühlen sich Musiker oft unverstanden, viele haben Arzt-Odysseen hinter sich. Chronifizierung von Krankheiten, Fehlzeiten, Etatkrisen belasten die Musiker selbst, aber auch ihre Arbeitgeber und die Sozialkassen. Deshalb haben viele Musikhochschulen und Kliniken musikermedizinische Angebote eingerichtet. Auch die Musikerambulanz am Universitätsklinikum Düsseldorf möchte hier ihren Beitrag durch ein interdisziplinäres Behandlungsangebot leisten. Dies ist wichtig, weil viele Musikerkrankheiten mehrere Fachrichtungen gleichzeitig betreffen.

Zügige Diagnostik und Therapie

Die Interdisziplinäre Ambulanz für Musikermedizin im Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) legt Wert auf die zügige Abwicklung aller notwendigen diagnostischen Untersuchungen ihrer Patienten. So werden betroffene Musiker, die an komplexen Beschwerden leiden, oft an einem einzigen Tag geplant mit mehreren Ambulanzen vernetzt, meist mit der neurologischen, handchirurgischen, orthopädischen oder der HNO-Ambulanz. Durch diese überaus enge Zusammenarbeit der Experten kommt es dann schon früh zur Stellung der korrekten Diagnose und zur Einleitung eines Therapieplans. Vor allem Patienten, die von weiter weg kommen, profitieren von dieser Vernetzung der Fachkliniken am UKD.

Die Erstuntersuchung

Alle neuen Patienten werden zuerst von den Experten in der Musikerambulanz untersucht und befundet: Es sind Dr. med. Ulrike Kahlen (Fachärztin für Neurologie), Dr. rer. medic. Wolfram Goertz (Musikwissenschaftler und Musiker mit Aufbaustudium und Promotion im Fach Theoretische Medizin) sowie die Physiotherapeutin Christiane Keller. Wichtig ist diesem Team die Zusammenarbeit mit den Kollegen der Fachkliniken, die ihrerseits zum Teil über hohe musikalische Kompetenzen verfügen. So hat der Neurologie-Professor Dr. med. Sebastian Jander auch Violoncello an der Musikhochschule Köln studiert.

Ganzheitliche Therapie

Die Musikerambulanz verfolgt eine ganzheitliche Sicht. Deshalb werden die Therapiepläne fallweise über die unmittelbare Behandlung hinausgehen; sie umfassen gerade bei Musikern modifizierte Übepläne, das Lernen von Entspannungstechniken, Physiotherapie und ähnliches. Zusatzangebote sind Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Yoga, Stress-Simulation, Gesprächsführung, Krisenmanagement, Rhetorik und Mediation.

Yas, Jander, Goertz

Prof. Dr. med. Jander (l.) befundet mit Dr. Goertz eine Musikerin in der Musikerambulanz

 
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  • Zuletzt aktualisiert am 17.09.2015
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