Patienteninformation zum Strahlenschutz

Bildgebende Verfahren mit Röntgenstrahlung verursachen einen nicht unerheblichen Anteil an der zivilisatorischen Strahlenexposition der Bevölkerung in Deutschland. Durchschnittlich beträgt die effektive Dosis durch natürliche und zivilisatorische Strahlenexposition in Deutschland aktuell 3,8 mSv. Hiervon entfallen 2,1 mSv auf die natürliche Strahlenexposition durch den Aufenthalt im Freien oder in Häusern und durch Ingestion und Inhalation (1).
Die mittlere Strahlenexposition durch medizinische Verfahren betrug im Jahr 2014 1,55 mSv. Ein erheblicher Teil der medizinischen Strahlenexposition entfällt dabei auf die Computertomographie. (1).
Im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universitätsklinik Düsseldorf haben der Strahlenschutz und die Optimierung der Dosis bei Untersuchungsverfahren mit Röntgenstrahlen eine große Bedeutung. Um stochastische Effekte ionisierender Strahlung zu minimieren, wird die Dosis der Einzeluntersuchung so gering wie möglich gehalten. Dabei achten wir nach dem ALARA-Prinzip („as low as reasonably achievable“) darauf, dass gleichzeitig eine ausreichende Bildqualität erreicht wird, so dass sicher eine Diagnose gestellt werden kann.
Jede Untersuchungsanforderung wird durch einen ärztlichen Mitarbeiter der Radiologie mit entsprechender Fachkunde geprüft (Prüfung der rechtfertigenden Indikation), um zu gewährleisten, dass der medizinische Nutzen der Untersuchung größer ist als mögliche Risiken durch die Röntgenstrahlen. Für jeden Patienten wird dann das im Hinblick auf die Fragestellung passende Verfahren mit der geringsten Strahlenexposition ausgewählt.
Durch technischen Fortschritt konnte die Strahlenexposition durch radiologische Verfahren in den letzten Jahren in unserer Abteilung deutlich optimiert werden. Wir verwenden dabei moderne, dosiseffiziente Geräte mit einer Vielzahl von Dosisoptimierungsmöglichkeiten. Die Geräte werden regelmäßig geprüft und gewartet, so dass technische Mängel ausgeschlossen werden können.

Eurosafe Imaging Star

Unsere Bemühungen beim Strahlenschutz wurden von der Europäischen Röntgengesellschaft mit der höchstmöglichen Anzahl von fünf Sternen bei Eurosafe Imaging ausgezeichnet. Die Wall of Stars von Eurosafe Imaging finden Sie hier: eurosafeimaging.org/stars/wall-of-stars

 

Dosismonitoring

Im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie werden hochmoderne Dosismanagementsysteme verwendet. So wird die Strahlenexposition unserer Untersuchungen fortwährend überwacht. Zusätzlich erfolgt hierbei ein Abgleich mit den Referenzwerten des Bundesamtes für Strahlenschutz. Durch die stetige Analyse der Dosisdaten sowie der Bildqualität unserer Untersuchungen kann eine Optimierung der Dosis gewährleistet werden.

Forschung

Die Arbeitsgruppe Dosis und Bildqualität am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie beschäftigt sich wissenschaftlich mit der Entwicklung und Evaluierung neuer Methoden zur Dosisreduktion vor allem in der modernen CT. Übergeordnetes Ziel unserer Forschung ist es, die Sicherheit unserer Patienten durch eine Optimierung und Reduktion der Strahlenexposition. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse unterstützen uns dabei, eine schonende Patientenversorgung zu gewährleisten.

Die Referenzwerte des Bundesamtes für Strahlenschutz

Die beiden Parameter, mit denen die Dosis im CT gemessen wird, sind der Computertomographie Dosis Index (CTDI), der die Strahlenexposition durch eine CT-Untersuchung bezogen auf die einzelne durchleuchtete Schicht beschreibt, und das Dosis-Längen-Produkt (DLP), welches zusätzlich das Untersuchungsvolumen mit einbezieht und sich aus der Multiplikation der Untersuchungslänge des bestrahlten Volumens mit dem CTDI errechnet.
Aktuelle Dosisexposition in der Computertomographie in unserem Institut im Vergleich zu den Referenzwerten des Bundesamts für Strahlenschutz:

Die Grafik zeigt Ihnen die aktuelle Strahlenexposition unserer CT-Geräte. Als Vergleich dienen die aktualisierten diagnostischen Referenzwerte für diagnostische und interventionelle Röntgenuntersuchungen vom 22.Juni 2016, welche das Bundesamt für Strahlenschutz ((Link BfS) festgelegt und veröffentlicht hat (Tabelle 1).

Tabelle 1: BfS-Referenzwerte für CT-Untersuchungen an Erwachenen pro Scanserie

CT-UntersuchungsartCTDIDLP
Hirnschädel60850
Gesichtsschädel20200
Nasennebenhöhlen (Sinusitis)890
Hals (Gesichtsschädel bis Aortenbogen)15330
CT-Angiographie der Carotis20600
Halswirbelsäule (Bandscheibe)25-
Halswirbelsäule (Knochen)20300
Thorax (bis einschließlich Nebennieren)10350
Lunge (Hochkontrast, Verlaufskontrolle)3100
Thorax und Oberbauch (bis einschl. Beckeneingang)10450
CT-Angiographie der gesamten Aorta13800
Prospektiv EKG-getriggerte koronare Angiographie20330
Oberes Abdomen15360
Abdomen mit Becken15700
Rumpf (Thorax+Abdomen+Becken)131000
Lendenwirbelsäule (Bandscheibe)25-
Lendenwirbelsäule (Knochen)10180
Becken (Weichteile)15400
Becken (Knochen)10260
CT-Angiographie Becken-Bein81000

 

Quellen:

(1)      Bundesamt für Strahlenschutz, Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2015, https://doris.bfs.de/jspui/bitstream/urn:nbn:de:0221-2017072814312/1/Parlamentsbericht_2015.pdf

 
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  • Zuletzt aktualisiert am 02.10.2018
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