Maßnahmen gegen MRSA ausgeweitet: Patienten müssen mit häufigeren Screenings rechnen

Maßnahmen gegen MRSA ausgeweitet: Patienten müssen mit häufigeren Screenings rechnen

Im Universitätsklinikum Düsseldorf werden die Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung von multiresistenten Erregern in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie ausgeweitet.

Hintergrund sind zwei Ausbrüche mit dem multiresistenten Erreger MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) in den Jahren 2017 und 2018.

Im vergangenen Jahr wurde im Rahmen der Routine-Untersuchungen (Screenings) bei 23 Patienten dieser Erreger nachgewiesen, der auf der Station übertragen wurde. Es infizierten sich 12 Patienten, bei elf Patienten wurde lediglich eine Besiedelung mit dem Erreger festgestellt, d.h. sie trugen den Keim bspw. auf der Schleimhaut, ohne jedoch daran zu erkranken. Auch im Jahr 2018 konnte bei insgesamt 14 Patienten der übertragene Erreger nachgewiesen werden, von denen elf Patienten lediglich besiedelt waren und drei Patienten eine Infektion mit diesem Erregerstamm erlitten. Die Patienten wurden erfolgreich antibiotisch behandelt.

Aufgrund des wiederholten Nachweises hat man die Erreger genauer analysiert.  Durch die vom Universitätsklinikum eingesetzte so genannte „Gesamtgenomsequenzierung“ des Bakteriums konnte jetzt im Nachhinein nachgewiesen werden, dass es sich bei beiden Ausbrüchen um denselben Erreger handelt. Durch seinen „genetischen Fingerabdruck“ war dieser MRSA-Typ eindeutig zu identifizieren. Neue von Patienten mitgebrachte Erreger kann man davon unterscheiden.

Durch die Analyse ist nun aber sicher, dass dieses spezifische Bakterium erneut in die Klinik hereingetragen wurden – vermutlich durch ambulante oder stationäre Patienten, die wieder in der Klinik behandelt wurden. So konnte es an andere Patienten weitergegeben werden.

Die Analyse-Methode wurde durch eine Arbeitsgruppe am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des UKD etabliert und war Voraussetzung, um gezielte Gegenmaßnahmen zur Infektionsprävention einsetzen zu können.

In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf hat das Klinikum daher seine Hygienemaßnahmen verstärkt. Eine Ausbreitung auf andere Stationen wurde so verhindert.

Ein Bündel von Hygienemaßnahmen soll die weitere Übertragung verhindern: Patienten, die Träger des multiresistenten Erregers sind, werden isoliert, die Klinik vermeidet bestimmte Kontaktmöglichkeiten der Patienten untereinander auf der betroffenen Station und sucht kontinuierlich aktiv nach dem Erreger, indem dieHäufigkeit  des Patientenscreenings auf den MRSA-Erreger deutlich erhöht wird (bei der Aufnahme von Patienten und dann wöchentlich). Dies gilt auch für ambulante Patienten mit wiederholten Besuchen in der Klinik. Auch die vorsorgliche Schließung eines Selbstbedienungs-Getränkeautomaten gehört zu den Maßnahmen, um so eine Weitergabe des Keims auf diesem Wege zu verhindern. Zudem werden zur Sicherheit in der Klinik alle Patientenzimmer umfangreich grunddesinfiziert, auch wenn kein Patient mit dem Erreger in dem Zimmer gelegen hat.

Die Umsetzung von Hygienemaßnamen beim Personal wird durch die Krankenhaushygiene unterstützt und bewertet, bei Abweichungen wird nachgeschult und ein Wundmanager wird bei der Versorgung von komplizierten Wunden einbezogen. Sollten neue Fälle auftreten, werden diese wie bisher umgehend behandelt und dem Gesundheitsamt gemeldet.

Hintergrund:

Bakterielle Infektionskrankheiten können meist gut mit Antibiotika behandelt werden. Seit einigen Jahren treten jedoch vermehrt Bakterien auf, gegen die die üblichen Antibiotika nicht mehr wirksam sind, weil sie gegen diese Antibiotika widerstandsfähig (resistent) geworden sind. Sind bestimmte Bakterien gegen mehrere Antibiotikaklassen resistent, spricht man von „multiresistenten Bakterien“ oder „multiresistenten Erregern“ (MRE). Der bekannteste MRE ist der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, kurz MRSA. Sensible Varianten des Staphylococcus aureus gehören für viele Menschen zur Hautflora (Kolonisation), mit MRSA sind 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung besiedelt.

Am UKD werden Patienten über die Anforderungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut (RKI) hinaus bereits bei der Aufnahme, im Verlauf des stationären Aufenthaltes und bei entsprechender Risikokonstellation auch poststationär im Rahmen der ambulanten Weiterbehandlung auf MRSA untersucht. Auch für weitere multiresistente Erreger (MRE) gibt es Screening-Vorgaben, die auf den Empfehlungen des RKI basieren. Das Universitätsklinikum wird diese Strategie weiterverfolgen.

Kontakt: Pressestelle des Universitätsklinikums Düsseldorf, presse@med.uni-duesseldorf.de

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