iGOBSIS-live

Projekttitel

iGOBSIS-live: Intelligentes Gewaltopfer-Beweissicherungs- und Informationssystem - standardisierte computerunterstützte Gewaltopferuntersuchung vom Prototyp zur realen Praxiserprobung


Projektleitung

Prof. Dr. med. Stefanie Ritz-Timme, Dr. med. Britta Gahr


MitarbeiterInnen

Dipl. Soz.- Wiss. Melanie Siegel                                            Telefon: 0211 /  8104058     

Anne Tank, Ärztin

Marcel Jühling, Arzt


Projektdauer

2016 - 2019 


Projektfinanzierung

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW)


Informationen

Die regelhafte Untersuchung und damit einhergehende Sicherung von Beweisen nach Gewalttaten ist ein wichtiger Aspekte für eine Strafverfolgung mit Aussicht auf Erfolg und auch für die Betroffenen selbst z.B. für die Verarbeitung des Geschehens und (spätere) Rechtsverfolgung. Nicht immer ist vor Ort in den Praxen jedoch die Erfahrung im Umgang mit Gewaltopfern ausreichend vorhanden bzw. die Anzahl der Fälle so gering, dass Automatismen nicht ausgeprägt werden können. Hier setzt iGOBSIS an zwei wesentlichen Punkten an:

Das Informationsportal gobsis.de bietet zielgruppen-spezifisch aufbereitete Informationen zu allen relevanten Fragestellungen im Kontext Gewaltopferversorgung, Spurensicherung und psychosoziale Unterstützung. Hier können sich Betroffene sowie Ärztinnen und Ärzte umfangreich informieren. Des Weiteren erfolgt über dieses Portal der Zugang zur gesicherten IT-Anwendung iGOBSIS mit festgelegtem Nutzerkreis. Diese Anwendung ermöglicht nach Pseudonymisierung neben einer Fallverwaltung eine interaktive standardisierte Verletzungsdokumentation. Mittels einer kompletten Kartierung der Körperoberfläche und einer Verknüpfung der Areale mit hinterlegten Lokalisationsbezeichnungen sowie der Möglichkeit der Auswahl einer Verletzungsart und der Eingabe der Ausmaße der jeweiligen Verletzung kann schnell und effektiv dokumentiert werden - auch unter Integration von angefertigten Fotos. 

iGOBSIS unterstützt bei der Dokumentation und beim Erstellen des Asservatenprotokolls sowie bei der Verwaltung. 

Ferner besteht die Möglichkeit einer Rückkopplung über einen rechtsmedizinischen 24-Stunden-Dienst, der es den Ärztinnen und Ärzten vor Ort und in der betreuenden Rechtsmedizin ermöglicht, gemeinsam die Falldokumentation und Spurensicherung im kollegialen Dialog fachärztlich überprüfen zu lassen. 

Die Integration einer Suchmaske für Frauenberatungsstellen im gesamten Bundesgebiet ermöglicht Ärztinnen und Ärzte den Opfern im Anschluss an die Untersuchung passende Beratungsstellen anzubieten und bei der Kontaktaufnahme zu unterstützen. Der Test des vorhandenen Prototyps zeigte, dass einerseits eine Integration von wissensbasierten dynamischen Hinweisen das Ergebnis einer Untersuchung wesentlich verbessern kann und für eine Evaluation der versorgungsbezogenen und rechtlichen Aspekte und des Nutzens mit einer großen Zahl an Institutionen über einen längeren Zeitraum evaluiert werden muss. 


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