Prinzipien der modernen Hämotherapie, Sicherheit von Blutpräparaten

Prinzipien der modernen Hämotherapie

Folgende Grundsätze bestimmen unsere Behandlung im Hämophilie-Zentrum:

  • Gezielte, bedarfsgerechte, individuell risikoadaptierte Substitution
  • Minimierung transfusionsbedingter Risiken
  • Qualitätskontrolle und Chargendokumentation der Präparate
  • Kontrolle ("Monitoring") des Transfusionserfolgs durch gezielte hämatologische und gerinnungsphysiologische Laboruntersuchungen
  • Dokumentation des Transfusionseffekts
  • Immunologische, hämatologische und infektionsdiagnostische Begleituntersuchungen

Wie sicher sind die Blutpräparate heute?

Nach der AIDS-Katastrophe in den 80er Jahren sind große Anstrengungen unternommen worden, um der Übertragung von Virusinfektionen durch Blutprodukte und Gerinnungsfaktoren-Konzentrate vorzubeugen. Hierzu hat die Uni-Blutspendezentrale einen wesentlichen Beitrag geleistet. Bereits 1996 haben wir als einer der ersten Blutspendedienste weltweit routinemäßige virusgenomische Nukleinsäure-Amplifikations-Testungen auf HIV-RNA und HCV-RNA (Hepatitis C) eingeführt. Seit 1999 (HCV) bzw. 2001 (HIV) sind diese virusgenomischen Testverfahren bei allen Blutspenden gesetzlich in Deutschland vorgeschrieben. Der Erfolg dieser Maßnahmen lässt sich an zwei Zahlen verdeutlichen: Die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung durch ein Blutprodukt beträgt heute 1:5.000.000, einer HCV-Übertragung 1:3.500.000. Zum Vergleich: das Risiko, bei der Autofahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz (oder Krankenhaus!) einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang zu erleiden, liegt aktuell bei 1:12.000! Trotz dieser Fortschritte bei der Blutspenderdiagnostik und in der Arzneimittelsicherheit, z.B. auch durch Herstellung rekombinanter Gerinnungsfaktor VIII- und IX-Präparate, besteht kein 100-prozentiger Schutz. Infektionsdiagnostische Untersuchungen gehören deshalb zu den Prinzipien der modernen Hämotherapie.

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