Allgemeine Hinweise

Allgemeines:

Der indirekte Nachweis einer Virusinfektion mittels der Serologie machte früher  einen großen Teil der virologischen Diagnostik aus. In den letzten Jahren hat der direkte Virusnachweis aus Untersuchungsmaterialien erheblich an Bedeutung gewonnen. Dabei sind zu der klassischen Virusanzucht in der Zellkultur Virusgenomnachweise mittels Hybridisierungs- oder PCR-Techniken hinzugekommen, die neben qualitativen Nachweisen mittlerweile auch quantitative Ergebnisse ermöglichen. Sowohl in der serologischen wie auch in der Virusgenom-Diagnostik ist es in vielen Fällen nicht möglich, aus einer Einzeleinsendung eine klare Aussage zu treffen, sondern entscheidend ist der zeitliche Verlauf. Die Angabe von "Normaltitern" und "Normwerten" ist daher in den meisten Fällen eher irreführend als nützlich und unterbleibt im Nachfolgenden.

Um der oben genannten Entwicklung Rechnung tragen zu können, wird in der Virologie wie folgt verfahren:


1. Lagerung von Seren bei –20 °C über ca. 5 Jahre für Parallel- und Nachtestungen.
2. Vermeidung von Methodenwechseln, um eine Konstanz von Messwerten zu ermöglichen.
3. Nutzung einer Virologie-spezifischen Datenbank, die es einerseits ermöglicht, einen Teil der Vorbefunde eines Patienten dem aktuellen Befund hinzuzufügen, andererseits bei Anruf von behandelnden Ärzten einen schnellen Zugriff bis hin zu den Daten von 1993  zu haben. Bei der Befundung durch den Laborarzt wird generell bei jedem Parameter nach Vorbefunden gesucht und dieser in die Interpretation einbezogen.

 

Messunsicherheit (Präzision und Richtigkeit) von quantitativen Untersuchungsparametern:

Die  klassische Bewertung von serologischen Testergebnissen ("signifikanter Titeranstieg") ist in den letzten Jahren zunehmend in den Hintergrund getreten zugunsten von Messergebnissen, die in Internationalen Units (IU) berechnet werden.  Hinzugekommen sind quantitative Nachweise mit Hilfe molekularbiologischer Nachweise (real time PCR), für deren Bewertung andere Kriterien als in der Serologie gelten.  Die Bewertung von individuellen Testergebnissen erfolgt deshalb im Rahmen einer fachspezifischen Begutachtung ("Validation") durch erfahrene Kollegen/Innen und findet sich normalerweise unter einem Ergebnis als Kommentar wieder. Im Einzelfall ist es sinnvoll, Ergebnisse und Angaben zu Messunsicherheiten von Methoden im direkten Gespräch mit uns zu besprechen.

Generell richten wir uns bei der Bewertung von quantitativen Messergebnissen nach den Richtlinien der Bundesärztekammer (RiliBÄK). Zur Bestimmung der Richtigkeit und Präzision von Messergebnissen werden arbeitstäglich positive Kontrollen in allen quantitativen Testen mitgeführt und in einem Datenbank-Tool entsprechend der Anlage B1 der RiliBÄK statistisch ausgewertet. Mathematische Grundlage ist dabei die Bestimmung der mittleren quadratischen Messabweichung (QMDM).

Der QMDM fasst die Berechnung der Unpräzision und der Unrichtigkeit und somit zufällige und systematische Fehler in einer Formel zusammen. Für den Fall , dass ein verwendetes Testsystem in unserem Labor zu große Abweichungen zeigt,  gibt es klare Verfahrensanweisungen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.

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