HIV/AIDS-Forschung


Nach Beginn der AIDS-Pandemie wurde 1988 die Ambulanz zur Betreuung von HIV-Positiven am Uniklinikum Düsseldorf gegründet. Diese hat sich zu einem der größten deutschen Behandlungszentren entwickelt. Aus diesem Grunde nahm die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie an vielen internationalen Studien zur Einführung von antiretroviral wirksamen Medikamenten teil. Die Einführung von Substanzen wie Didanosin, Lamivudin, Tenofovir, Efavirenz, Etravirin, Ritonavir, Lopinavir, Amprenavir, Fosamprenavir, Tipranavir und Maraviroc in die klinische Routine wurde so unterstützt und kam auf diese Weise vielen Patienten in einer frühen Phase der Zulassung zugute. Auch aktuell werden neue antiretrovirale Substanzen oder neue Formulierungen und Kombinationen bereits im Einsatz befindlicher Medikamente in klinischen Studien angewandt, um eine weitere, stetige Optimierung der medikamentösen HIV-Therapie zu ermöglichen.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Abteilung ist die klinische Forschung zur HIV-Resistenz im Rahmen  der antiretroviralen Therapie. Im Vordergrund stehen Studien zur Epidemiologie der Primärresistenz in Nordrhein-Westfalen. Diese haben die Erfassung der Häufigkeit von mutierten HIV-Virusstämmen bei Patienten zum Gegenstand, die bislang keine antiretrovirale Therapie erhalten haben. Die erste Studie wurde von der Heinz-Ansmann-Stiftung für AIDS-Forschung unterstützt und zeigte eine Häufung von Resistenzen in der Region. In der Folge wurde ein größeres Projekt (RESINA) initiiert, das seit 2003 vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung gefördert wird. In den vergangenen Jahren haben insgesamt 38 HIV-Behandlungszentren aus Nordrhein-Westfalen an der Datenerfassung teilgenommen, derzeit rekrutieren 35 Zentren aktiv Patienten für die Kohorte. Zum Ende des Jahres 2010 umfasste das RESINA-Kollektiv 2510 eingeschlossene Patienten. Die RESINA-Studie ist somit international eines der größten Einzelprojekte zur primären HIV-Resistenz. 

Im Rahmen der Resistenzforschung kooperiert das Düsseldorfer Zentrum mit dem AREVIR-Projekt, das ein Verbund von Medizinern, Virologen und Informatikern darstellt. Die Resistenzdaten der klinischen Zentren werden in einer Datenbank gesammelt und bioinformatisch weiterverabeitet. Mit den Methoden künstlicher Intelligenz des maschinellen Lernens wird die Vorhersagequalität der genotypischen Befunde optimiert. Die Kooperation ist nichtkommerziell und hat sich im Verein Genafor zusammengeschlossen. Das AREVIR-Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Verschiedene weitere nationale und internationale Studien in der MX-Ambulanz/Station beschäftigen sich z.B. mit dem optimalen Zeitpunkt des Beginns einer antiretroviralen Therapie und der Behandlung opportunistischer Infektionen.

Die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie nimmt teil am Kompetenznetz HIV/AIDS, das die Grundlagenforschung sowie Kohorten- und Optimierungsstudien der HIV-Therapie fördert. Weiterhin werden Daten in die bundesweite Kohorte ClinSurv sowie die Serokonverter-Kohorte am Robert Koch-Institut eingebracht. Desweiteren ist die Klinik an der Deutschen HIV-Lymphomkohorte beteiligt, die sich mit der Behandlung der HIV-assoziierten Lymphome beschäftigt.

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