Tropenmedizinische und internationale Gesundheitsforschung


Die Forschungstätigkeit der Tropenmedizinischen Ambulanz beinhaltet im Wesentlichen zwei Schwerpunkte: 1. Einsatz der Sonographie in den Tropen, 2. Neu auftretende Infektionen:


1. Sonographie

Die Anwendung der Sonographie und anderer neuer diagnostischer Methoden in tropischen Ländern wird untersucht. Dabei wird nicht nur die diagnostische Aussagefähigkeit dieser Methoden evaluiert, sondern auch berücksichtigt, ob sie im Kontext der begrenzten Ressourcen von Entwicklungsländern bestehen werden.

Sonographische Manifestationen von Tropenerkrankungen werden identifiziert. Die Wertigkeit der Sonographie zur Diagnose der Bilharziose, Leberegelinfektion und anderer parasitärer Infektionen, sowie zu deren Verlaufsbeurteilung nach Therapie wird untersucht. Epidemiologische Fragestellungen wie die Häufigkeit des Auftretens der Leberfibrose in verschiedenen Bilharzioseendemiegebieten werden geklärt. Neue diagnostische Methoden zur Erfassung der Genitalbilharziose werden entwickelt und erprobt.


2. Neu auftretende Infektionen

Internationale Migration und Reiseaktivität, ökologischer Umbruch und Klimawechsel führen sowohl zu Veränderungen bei der Epidemiologie von bekannten Erkrankungen, als auch zum Ausbruch bis dato unbekannter Erkrankungen. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Zentren (Robert-Koch-Institut, Weltgesundheitsorganisation, Centers of Disease Control) und Kompetenznetzwerken (SIMPID, TropNet) beschäftigt sich die tropenmedizinische Ambulanz mit der Identifikation solcher Veränderungen.


3. Klinisch-epidemiologische Forschung

Klinische Beobachtungen werden analysiert als Fallberichte oder als Beschreibung von Fallserien publiziert. Zu diesen Beobachtungen gehören unerwartete Malariaverläufe, Beschreibungen von neuen Therapiemodalitäten, ungewöhnliche Präsentationen von Infektionen, wie in Deutschland autochthon übertragene zystische Echinokokkose, Larva migrans cutanea, Rickettsiosen.


Internationale Gremientätigkeit

Mitarbeiter der tropenmedizinischen Ambulanz fungieren als Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und erarbeiten internationale Leitlinien zur Diagnose und Behandlung der Genitalbilharziose, zur Therapie der Bilharziose bei Schwangeren, zur standardisierten sonographischen Diagnose und Schweregradeinteilung der verschiedenen Bilharzioseformen und zur angepassten Diagnostik in Distriktkrankenhäusern von Entwicklungsländern.

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