Darmtumore


Der Dickdarmkrebs gilt mit aufgrund von 50.000-70.000 Neuerkrankungen pro Jahr als einer der häufigsten Karzinome in Deutschland. Darmkarzinome entstehen in der Regel aus kleinen Adenomen, die als Polypen imponieren.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich die Empfehlungen zur entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen. Hierzu zählen ab dem 50. Lebensjahr die digital-rektale Untersuchung und die Untersuchung des Stuhlen-okkulten Blutes. Ab 55 Jahren können gesetzlich Krankenversicherte eine Vorsorgekoloskopie kostenlos in Anspruch nehmen und diese nach 10 Jahren wiederholen lassen. Die Koloskopie gilt derzeit als zuverlässigste Methode zur Früherkennung des Darmkrebses. Für Patienten mit einer positiven Familienanamnese gelten frühere Vorsorgemaßnahmen. Dies gilt auch für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa.

Die Diagnostik und Therapieplanung des kolorektalen Karzinoms stehen der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie sämtliche moderne Verfahren zur Verfügung. Diese reichen von der modernen Endoskopie-Einheit bis zum PET-CT. Daneben stehen neuste molekularbiologische Verfahren zur Verfügung, die erbliche Veränderungen aufdecken können, welche für die Erkrankungsentstehung aber auch für das Therapieansprechen wichtig sind (z.B. Mikrosatelliteninstabilität, KRAS-Mutationen, pTEN Mutationen,…).

Dem Anspruch einer interdisziplinär geleiteten Therapie wird das Universitätsklinikum im besonderen Maße gerecht, insofern als alle möglichen Fachdisziplinen wie Gastroenterologie, Chirurgie, Strahlentherapie, Humangenetik, Onkologie, Pathologie, aber auch Stroma-Therapeuten, Ernährungswissenschaftler bis hin zum Psycho-Onkologen, Seelsorger und Sozialdienst am Standort vorhanden sind. Eine kontinuierliche interne Fortbildung im Rahmen der wöchentlichen Tumorkolloquien, sowie die enge interdisziplinäre Verzahnung garantieren den hohen Ausbildungsstand des ärztlichen Personals.

Darüber hinaus wird der interne Qualitätsanspruch durch eine ISO-Zertifizierung und Zertifizierung des Darmkrebszentrums nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft einer aufwändigen Kontrolle unterworfen.

Neben dem kompletten Spektrum der operativen Verfahren, die auch minimal-invasive chirurgische Verfahren mit einschließen, wird im interdisziplinären Chemotherapie-Zentrum die ambulante Gabe von Chemotherapeutika vorgehalten. Jährlich werden im ambulanten Chemotherapie-Zentrum ca. 4.000 Chemotherapien bei Tumoren des Magen-Darm-Traktes und der Leber appliziert.

Durch die verbesserten diagnostischen Verfahren und insbesondere durch die verbesserten therapeutischen Möglichkeiten konnte die Überlebensrate bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom auf ca. 30 Monate angehoben werden. Durch eigene grundlagenorientierte Forschungsarbeiten, aber auch durch die Teilnahme an klinischen Studien, ist die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie aktiv am wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn beteiligt und sichert zugleich den Patienten neuste Therapieoptionen.

MediathekInformation und Wissen
LageplanSo finden Sie uns