HIV und AIDS


HIV-Infektion


Definition/Ätiologie/Pathogenese

Die HIV-Infektion wird durch das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) verursacht. Das HIV infiziert insbesondere die Abwehrzellen des Menschen, vermehrt sich in diesen Zellen und zerstört diese. Hierdurch entsteht eine zunehmende Abwehrschwäche.


Symptome/Klinik

In den ersten Monaten bis Jahren nach einer Infektion bestehen keine Symptome. Mit der Zeit wird das Immunsystem eines HIV-Patienten jedoch zunehmend beeinträchtigt, sodass andere Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten eine Erkrankung hervorrufen können. Bei fortgeschrittener Immunschwäche können Infektionen schwer und lebensbedrohlich verlaufen und die HIV-Erkrankung befindet  sich dann im AIDS-Stadium. Einige typische Beispiele für AIDS- Erkrankungen sind eine Lungenentzündung durch Pneumocystis jiroveci, eine Entzündung der Speiseröhre durch Candida-Pilze, eine Entzündung des Gehirns durch den Parasiten Toxoplasma gondii oder Kaposi Sarkome an Haut und Schleimhäuten. Wird eine HIV-Infektion in einem frühen Krankheitsstadium erkannt, kann durch eine rechtzeitige Gabe von HIV-Medikamenten das Auftreten einer AIDS-Erkrankung mit ihren lebensbedrohlichen Komplikationen in aller Regel verhindert werden.


Diagnose

Die Diagnose einer HIV-Infektion wird mittels Antikörpernachweis gestellt. Hierbei muss ein Antikörper-Suchtest (ELISA) immer durch einen Bestätigungstest (Western-Blot) abgesichert werden. Nach Diagnose einer HIV-Infektion werden die CD4-Zellen bestimmt. Hierdurch kann festgestellt werden, wie stark das Immunsystem beeinträchtigt ist, bzw. wie weit die HIV-Erkrankung fortgeschritten ist. Von der Höhe der CD4-Zellen hängt ab, ob bereits Medikamente gegen HIV genommen werden müssen.

Nach Diagnosestellung der HIV-Infektion wird jeder Patient auch auf das Vorliegen möglicher Begleiterkrankungen hin untersucht, z.B. auf Hauterkrankungen, andere sexuell übertragene Erkrankungen, einen Pilzbefall in Mund und Speiseröhre oder eine Augenbeteiligung durch Cytomegalievirus, Candida-Pilze oder Toxoplasma gondii. Weiterhin wird untersucht, ob Antikörper Hinweise auf durchgemachte Infektionen geben, welche bei fortschreitender Immunschwäche zu einer Erkrankung führen können, wie beispielsweise die Herpesviren.


Therapie

Der Therapiebeginn wird individuell festgelegt und hängt unter Anderem von Begleiterkrankungen und der Geschwindigkeit des Abfalls der CD4-Zellen ab. Durch Einleitung einer antiretroviralen Therapie wird ein weiterer Abfall der CD4-Zellen und somit das Fortschreiten der HIV-Infektion bis zur lebensbedrohlichen Immunschwäche verhindert. Dies gilt für Patienten, deren HIV-Erkrankung rechtzeitig erkannt wird. Wird eine HIV-Infektion erst festgestellt, wenn bereits AIDS vorliegt, muss eine HIV-Therapie immer zeitnah begonnen werden.

Eine HIV-Therapie wird in Tablettenform eingenommen und besteht aus einer Kombination mehrerer Substanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Ihr betreuender Arzt legt zusammen mit dem Patienten eine geeignete Kombination von Tabletten fest, hierbei spielen die Lebensumstände und Begleiterkrankungen des Patienten eine entscheidende Rolle.

Wichtig ist die regelmäßige Einnahme der HIV-Medikamente, auf diese Weise wird die Vermehrung der HI-Viren verhindert. Eine Heilung der Erkrankung ist nicht möglich. Bei guter Verträglichkeit der Medikamente führen die meisten Patienten jedoch ein beschwerdefreies Leben und müssen lediglich täglich ihre HIV-Medikamente einnehmen.


Verlaufsuntersuchungen

Patienten mit einer HIV-Erkrankung stellen sich regelmäßig in mehrmonatigen Abständen in der Infektions-Ambulanz vor. Hierbei wird die CD4-Zellzahl, die Anzahl von HI-Viren im Blut (HI-Viruslast) kontrolliert und es wird der allgemeine Gesundheitszustand bestimmt. In regelmäßigen Abständen sollten auch Organfunktionen kontrolliert werden und es werden Vorsorgeuntersuchungen angeboten.


Vorbeugung

Zur Vorbeugung vor anderen Infektionen sollten Impfungen durchgeführt werden, beispielsweise gegen Hepatitis A und B, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Pneumokokken, Haemophilus und jährlich gegen das Grippevirus Influenza.


Links: 

Deutsche AIDS-Hilfe: www.aidshilfe.de

Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG): www.daignet.de

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