Hepatozelluläres Karzinom


Das hepatozelluläre Karzinom (Leberkrebs) stellt weltweit die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache dar und gehört zu den fünfthäufigsten Karzinomen. In den westlichen Industrienationen ist eine stetige Zunahme der hepatozellulären Karzinome zu verzeichnen. Die Neuerkrankungsrate liegt in Mitteleuropa, Nordamerika und Australien bei 5 Personen auf 100.000 Einwohner. In Hochrisikogebieten wie Südostasien liegt die Neuerkrankungsrate bei 20-100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner.

Das hepatozelluläre Karzinom entsteht in der westlichen Welt in der Regel auf dem Boden einer Leberzirrhose. Die Ursachen für die Entstehung einer Leberzirrhose wiederum sind jedoch vielschichtig und regional unterschiedlich. Weltweit zählen Alkohol, Hepatitis-C-Virusinfektion und Hepatitis-B-Virusinfektion zu den häufigsten Ursachen für eine Leberzirrhose und ein hepatozelluläres Karzinom. Da die Leberzirrhose eine Präkanzerose für die Entstehung des Leberzellkrebses darstellt, sind regelmäßige Untersuchungen mittels Ultraschall und Bestimmungen von Tumormarkern wichtige Instrumente zur Früherkennung des Leberkarzinoms.

Die Therapie des hepatozelluläres Karzinoms ist in der Regel vielgestaltig und durch verschiedene Fachdisziplinen getragen. Neben operativen Verfahren wie der Leberresektion und der Lebertransplantation spielen auch zunehmend lokale Therapieverfahren wie die Radiofrequenzablation, die perkutane Ethanolinjektion oder eine transarterielle Chemoembolisation eine wesentliche Rolle. Bei dem letzteren Verfahren wird über einen Katheter, der über die Leiste in die Leberarterie vorgeschoben wird, selektiv der Tumor mittels Chemotherapeutika und embolisierenden Partikeln behandelt.

Seit 2007 steht mit dem Medikament Sorafenib erstmals auch eine wirksame Chemotherapie zur Verfügung. Sämtliche Verfahren zur Therapie des hepatozellulären Karzinoms sind an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie etabliert. Des Weiteren nimmt die Klinik an der Reihe von innovativen Studien zur Therapie des hepatozellulären Karzinoms teil.

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