Koloskopie


Endoskopische Diagnostik


Ileo-Koloskopie 

Ziel der Ileo-Koloskopie („Darmspiegelung“) ist die Untersuchung des gesamten Dickdarms sowie eine Untersuchung des letzen Dünndarmabschnittes, des terminalen Ileums. Essentiell für eine vollständige und risikoarme Untersuchung des Darms ist hierbei eine ausreichend gute Vorbereitung. Hierzu sollte der Darm beginnend ab dem Mittag vor dem Untersuchungstag durch Einnahme eines Abführmittels und Trinken von ausreichend Spülflüssigkeit vorbereitet werden. Entsprechende Rezepte und Informationsmaterial wird durch den zuweisenden Arzt ausgehändigt. Spätestens am Tage vor der Untersuchung sollte der zuweisende Arzt mit dem Patienten ein ausführliches Aufklärungsgespräch führen, das schriftlich zu dokumentieren ist. Bei Notfalluntersuchungen, wie z.B. bei akuten Blutungen, ist eine Aufklärung auch unmittelbar vor dem Eingriff möglich.


Durchführung der Untersuchung

Die Untersuchung wird in der Regel in leichter Analgosedierung durchgeführt, das heisst, dass der Patient während der Untersuchung schläft. Die Untersuchung ist aber auch ohne Analgosedierung möglich. Während der Untersuchung werden Blutdruck, Puls und periphere Sauerstoffsättigung des Blutes kontinuierlich überwacht. Das Untersuchungsteam besteht in der Regel aus einem untersuchenden Arzt, einem Arzt für die Analgosedierung und einer endoskopischen Fachpflegekraft.

Schleimhautunregelmäßigkeiten, wie Entzündungen, Geschwüre oder Tumoren, können während der Untersuchung biopsiert werden. Es erfolgt dann eine feingewebliche Untersuchung durch das Institut für Pathologie des Universitätsklinikums. Voraussetzung für eine Biopsie ist eine ausreichend gute Blutgerinnung, die dokumentiert sein muss.


Darmkrebs-Screening

Darmspiegelungen werden nicht nur bei akuten oder chronischen Beschwerden, wie Schmerzen oder Durchfällen, sondern auch als Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt, mit dem Ziel Polypen/Adenome zu entfernen, aus denen sich ein Darmkrebs (Kolonkarzinom) entwickeln könnte. Die Entfernung solcher Polypen/Adenome mithilfe von Biopsiezangen oder elektrischen Schlingen kann während der Untersuchung unmittelbar durchgeführt werden.

Die feingewebliche Untersuchung erfolgt dann durch das Institut für Pathologie des Universitätsklinikums. Ein gehäuftes Auftreten von Dickdarmkrebs bei erstgradig Verwandten oder der erfolgte Nachweis von Risikofaktoren, wie z.B. Mitglieder von HNPCC-Familien/Lynch-Syndrom oder APC-Genträger bei familiärer adenomatöser Polyposis, sollte daher im Sinne des Darmkrebs-Screening Anlass sein, neben den allgemein empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen schon in jungen Jahren und in kürzeren Abständen eine Vorsorgekoloskopie durchführen zu lassen.


CED-Diagnostik 

Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED), wie dem Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa, bedürfen bei entsprechenden Beschwerden einer Darmspiegelung zur Beurteilung der Krankheitsaktivität und –ausdehnung. Daneben kann bei langjähriger CED auch das Dickdarmkrebs-Risiko erhöht sein, so dass hier zusätzliche Vorsorgekoloskopien erforderlich werden. In der Regel werden bei (Verdacht auf) CED sogenannte Stufenbiopsien durchgeführt, das heisst Entnahme von Gewebeproben in den einzelnen Dickdarmabschnitten sowie dem terminalen Ileum. Die feingewebliche Untersuchung zur Beurteilung der Krankheitsaktivität und –ausdehnung erfolgt dann durch das Institut für Pathologie des Universitätsklinikums.


Rektoskopie/ Sigmoidoskopie 

Bei ausgesuchten Fragestellung ist anstelle einer vollständigen Darmspiegelung auch eine Darstellung des Rektums (Mastdarm) und des Colon sigmoideums (Sigma, Krummdarm) ausreichend. Hierbei werden nur die ca. letzten 40 cm des Dickdarms sowie der Analkanal beurteilt. Eine Vorbereitung des Darms ist in der Regel mit Klysmen unmittelbar vor der Untersuchung durchzuführen. Neben der Beurteilung der dargestellten Dickdarmschleimhaut erfolgt auch eine Darstellung etwaiger Hämorrhoiden oder Schleimhauteinrisse im Bereich des Analkanals, sogenannte Fissuren.

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