Kontakt

Radiofrequenzablation Intervention

OÄ Prof. Dr. med. Verena Keitel

Sprechstunden:

nach Vereinbarung

Radiofrequenzablation


Radiofrequenzablation bei Leberzellkarzinomen und Lebermetastasen

Bei der Radiofrequenzablation (RFA/ RITA) handelt es sich um ein örtliches Therapieverfahren zur Behandlung von bösartigen Tumoren der Leber. Dabei werden Tumoren der Leber durch Hitze zerstört. Die Hitze wird durch eine Sonde erzeugt, die unter Ultraschallkontrolle in den Tumor eingebracht wird. Durch einen Generator wird ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt, der über die Sonde zu einem Temperaturanstieg (bis 65°C) im Gewebe und so zu einer "Verkochung" des Tumors führt. Die Kontrolle der Tumorzerstörung erfolgt je nach verwendetem Gerät über eine direkte Temperaturmessung oder einer Bestimmung der Leitfähigkeit des Gewebes (Impedanz) während des Eingriffs. Dies geschieht über die Sonde selbst, zusätzliche Sonden sind nicht erforderlich.

Die Vorteile der Radiofrequenzablation gegenüber anderen Verfahren zur Therapie von Lebertumoren sind die geringe Nebenwirkungs- und Komplikationsrate. Selbst bei eingeschränkter Leberfunktion (z.B. bei einer Leberzirrhose) kann dieser Eingriff sicher durchgeführt werden. Der Eingriff wird meist unter "Betäubung" (Sedierung) und Schmerzausschaltung ohne die Notwendigkeit einer Vollnarkose durchgeführt. 

Der gesamte Eingriff wird mit Ultraschall verfolgt. Die Dauer des Eingriffs beträgt je nach Größe und Anzahl der behandelten Tumore zwischen einer und drei Stunden. In der Regel ist für die Durchführung einer Radiofrequenzablation ein stationärer Aufenthalt von wenigen Tagen ausreichend.


Welche Patienten sind für die Radiofrequenzablation geeignet ? 

Die Radiofrequenzablation kann bei Patienten mit nicht operablen primären und sekundären Lebertumoren angewendet werden, wenn das Tumorwachstum nicht zu ausgedehnt ist. Gesichert ist die Wirkung einer örtlichen Tumorbehandlung bei Leberzellkarzinom (hepatozelluläres Karzinom, Leberkrebs), also Tumoren, die primär in der Leber entstanden sind. Ob auch bei Lebermetastasen (Absiedelungen von Tumoren, die außerhalb der Leber entstanden sind) eine lokale Therapie sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

Je weniger Tumoren in der Leber vorliegen und je kleiner sie sind, um so sicherer können sie durch die Radiofrequenzablation zerstört werden. Je nach Art des Tumors kann es sinnvoll sein, die Radiofrequenzablation mit anderen Therapieverfahren (z.B. Chemotherapie oder Chemoembolisation) zu kombinieren.


Welche Patienten sind für eine Radiofrequenzablation nicht geeignet? 

Wenn die Tumorerkrankung nicht nur die Leber, sondern gleichzeitig auch andere Regionen des Körpers betrifft (Organe, Lymphknoten), ist eine Radiofrequenzablation meist nicht sinnvoll. Nur in Ausnahmefällen, wenn die anderen Lokalisationen wirksam und langfristig behandelbar sind, kann eine zusätzliche Radiofrequenzablation erwogen werden. Auch wenn viele über die Leber verteilte Tumoren vorliegen oder der Tumor zu groß ist, kann eine Radiofrequenzablation nicht durchgeführt werden. Schwere Gerinnungsstörungen oder eine ungünstige Lage des Tumors können eine Radiofrequenzablation ebenfalls unmöglich machen.

MediathekInformation und Wissen
LageplanSo finden Sie uns