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Indikation eines Cochlea Implantats

Auszug aus den Leitlinien (AWMF Cochlea-Implantat Versorgung und zentral-auditorische Implantate 2012: 11ff)

„Für Cochlea-Implantat- Versorgungen kommen Patienten in Frage, bei denen mit Cochlea-Implantaten ein besseres Hören und Sprachverstehen als mit Hörgeräten absehbar zu erreichen sein wird. Die Funktionstüchtigkeit von Hörnerv und Hörbahn muss aufgrund der Voruntersuchungen angenommen werden können. Bei beidseitig gegebener Indikation ist eine beidseitige Implantation durchzuführen (Laszig et al, 2004).[..] Eine weitere Indikation besteht bei einseitiger Hörstörung mit CI-Indikation mit und ohne Tinnitus und erheblicher Einschränkung der Lebensqualität (van de Heyning et al 2008; Arndt et al. 2011)“

Eine grundsätzliche Indikation liegt bei postlingual (nach dem Spracherwerb) ertaubten und resthörigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vor. Bei prälingual (vor Spracherwerb) gehörlosen Erwachsenen liegt nur in Ausnahmefällen, die besonders geprüft werden müssen, eine Indikation vor.

Für prälingual gehörlose sowie perilingual (während des Spracherwerbs) ertaubte und resthörige Kinder gilt (vgl. AWMF Cochlea-Implantat Versorgung und zentral-auditorische Implantate 2012: 11ff):

„Bei diesen Patienten sollte eine möglichst frühzeitige Implantation innerhalb der ersten Lebensjahre oder kurzfristig nach Feststellung der CI-Indikation erfolgen. Die Indikationsstellung bei Kindern mit Verdacht auf Resthörigkeit sollte nicht ohne vorangegangene Beobachtungsphase einschließlich geeigneter therapeutischer Maßnahmen (optimierte Versorgung mit Hörgeräten, verbunden mit Frühförderung) gestellt werden.

Bei bakterieller Meningitis droht in einem nicht unerheblichen Prozentsatz eine obliterierende Labyrinthitis, die eine intracochleäre Implantation deutlich erschwert. Hier ist die audiologische und neuroradiologische Diagnostik unverzüglich einzuleiten, um bei Kindern so früh wie möglich die Cochlea-Implantat-Versorgung durchzuführen (Lenarz et al 1996; Nikolopoulos et al 2006).“

Kontraindikation

Absolute Kontraindikationen bei der CI Versorgung

  • Fehlende Cochlea oder fehlender Hörnerv (siehe zentral-auditorische Implantate)
  • Nicht sichergestellte postoperative Rehabilitation/Nachsorge
  • Fehlende Rehabilitationsfähigkeit bei der CI-Versorgung
  • Zentrale Taubheit mit Funktionsstörungen im Bereich der zentralen Hörbahnen

Relative Kontraindikationen bei der CI Versorgung

  • Mittelohrinfektionen (nach Sanierung Implantation möglich)
  • Negativer subjektiver Promontoriumstest
  • Schwere Allgemeinerkrankungen
  • Therapieresistentes Krampfleiden


Für weitere Informationen siehe Leitlinie der AWMF „Cochlea-Implantat Versorgung und zentral-auditorische Implantate“

Formalia

Terminvereinbarung im Sektretariat des Hörzentrums Düsseldorf, Herr Dillmann: 0211-81-17576.

Benötigte Unterlagen

  • Erwachsene: Überweisung für Uniklinik Düsseldorf, Hörzentrum
  • Kindern: Überweisung für Uniklinik Düsseldorf, Hörzentrum, SPZ
  • Aktuelle Hörtests
  • Vorbefunde
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