Herztransplantation

Die Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf bietet das komplette Spektrum der chirurgischen Therapie der terminalen Herzinsuffizienz an. Hierzu gehört auch eine etabliertes Herztransplantationsprogramm, welches seit Jahren zu den  4 größten in Deutschland gehört.

 

Herztransplantation – aktuelle Situation in Deutschland

Die Herztransplantation (HTX) ist eine mögliche Therapie für ausgewählte Patienten mit terminaler, therapierefraktärer Herzinsuffizienz. Stellte sie für viele Jahre unter chirurgischen Gesichtspunkten die einzige, wirkliche Therapieoption mit Hinblick auf  Lebensqualität aber auch auf die Prognose der Patienten dar, so gewinnt in den letzten Jahren die Versorgung solcher Patienten mittels mechanischer Kreislaufunterstützung (MKU) als alternative Behandlungsmöglichkeit zunehmend an Bedeutung1. Aufgrund einer seit 2002 wachsenden Warteliste im Eurotransplant-Raum (ET) und der gleichzeitig rückläufigen Zahl der durchgeführten Transplantationen, entwickelt sich eine immer grössere Diskrepanz mit immer längeren Wartezeiten bis zur Transplantation. Erst im Jahr 2018 war eine erstmalige Trendumkehr zu erkennen mit Abnahme der Warteliste (719 Patienten) bei gleichzeitig steigenden Transplantationszahlen (316 Herz-Transplanationen)


Abb.1: Warteliste und durchgeführte HTX im ET-Raum zwischen 1991 und 2017

 

Nicht zuletzt aus diesem Grunde wurde im Jahr 2000 das Allokationsverfahren an diese Gegebenheiten adaptiert: Es wurde ein sog. „high urgent“ (HU)-Status eingeführt, der eine vordringliche Zuteilung der vorhandenen Organe an hochdringliche Patienten ermöglicht.

Auch nach Einführung des neuen Transplantationsgesetzes im Jahr 2012 nahm die Zahl der Herztransplantationen in Deutschland zunächst weiterhin ab, im Jahr 2018 kam es erstmalig wieder zu einem Anstieg auf > 300 HTX, was einer Steigerung um 20 % entsprach2. Durch die Einführung des Gesetzes zur Verbesserung der Strukturen und der Zusammenarbeit bei der Organspende (GSZO) zum 1. April 2019 sollte sich die Situation wahrscheinlich weiter verbessern. Die aktuell diskutierte Änderung hin zur Widerspruchslösung, wie sie in fast allen anderen europäischen Ländern gilt, sollte zusätzlich einen positiven Effekt auf die Spendezahlen haben.


Abb.2: Entwickung der HTX-Zahlen in Deutschland 1994-2018, DGTHG-Leistungsstatistik 2013 [11]


Ergebnisse nach Herztransplantation

Nicht zuletzt aufgrund vielfältiger Weiterentwicklungen im Bereich der immunsuppressiven Therapie nach HTX ist das Outcome sowohl bezüglich Mortalität und Morbidität deutlich verbessert worden.Das 1-Jahres-Überleben nach HTX liegt derzeit bei etwa 80 %, das 5-Jahres-Überleben bei 70 %. Die Lebensqualität nach HTX ist sehr gut, da nach Ablauf des 1. Jahres über 90 % der Patienten keinerlei Einschränkung ihrer üblichen Alltags-Aktivitäten beschreiben.
Die gute Langzeitprognose macht die HTX in der Regel zu einer definitiven Therapie. Viele Patienten leben mehr als 15 Jahre ohne grössere Komplikationen mit dem Spenderorgan.
Auf die Punkte Leistungsfähigkeit und Langzeitprognose nach HTX wird in den folgenden Abschnitten noch detailliert eingegangen. Die Häufigkeit der  Nebenwirkungen der notwendigen Immunsuppression nach HTX nimmt weiterhin ab, was vor allem durch die Möglichkeit einer individualisierten Immunsuppression begründet ist.
Abbildung 3 zeigt die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der immunsuppressiven Substanzen nach HTX.


Abb.3: Möglichkeiten der immunssuppressiven Kombinationstherapie 1 Jahr nach HTX


Für die Lebensqualität der Patienten nach HTX ist maßgeblich entscheidend, wie häufig eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist, unabhängig von der Ursache. Abbildung 4 zeigt, dass jenseits des 1. Jahres nach HTX fast 80 % aller Patienten nach Transplantation nicht mehr hospitalisiert werden müssen.


Abb.4: Re-Hospitalisierungsrate nach HTX (Follow-up-Untersuchung zwischen 2004 und  2017) (Zahlen der ISHLT)


Ein weiteres entscheidendes Kriterium für das Outcome nach HTX bzw. für die Lebensqualität nach HTX ist die Alltagsbelastbarkeit der Patienten. Hier zeigt sich, dass ab dem 2. Jahr nach HTX über 90 % der Patienten keine oder nur eine geringfügige Einschränkung ihrer üblichen Aktivitäten beschreiben (Abb. 5). Im 1. Jahr gilt dies immerhin schon für 88 % der Patienten.


Abb.5: Alltagsbelastbarkeit nach HTX (Zahlen der ISHLT)

 

Fazit

Bei terminaler Herzinssuffizienz stellt die Herztransplantation auch 2019 immer noch den chirurgisch-therapeutischen Goldstandard dar. Bezüglich der langfristigen Perspektive und auch der Lebensqualität gibt es auch im Jahr 2019 keine vergleichbaren Behandlungsoptionen.

1 Boeken Udo, Lichtenberg Artur. „Ist die Herztransplantation auch 2015 noch der therapeutische Goldstandard bei terminaler Herzinsuffizienz ?“ Aktuel Kardiol 2015; 4: 160-168

2 Beckmann Andreas, et al. „German Heart Surgery Report 2017: The Annual Updated Registry of the German Society for Thoracic and Cardiovascular Surgery.“ Thorac Cardiovasc Surg. 2018 Nov;66(8):608-621.
 


Kontakte:

Nummer für Notfälle:  0211-81-07648 (jederzeit erreichbar)
Stationsärztin Herzinsuffizienz: 0211-81-07714

Programmleitung Herztransplantation:

Prof. Dr. med. Udo Boeken   
Tel: 0211-81-07466  
Email: udo.boeken@med.uni-duesseldorf.de


Weiterführende Informationen:

MediathekInformation und Wissen
LageplanSo finden Sie uns