Angiologie

Diagnostische, interventionelle und molekulare Angiologie

Die Angiologie stellt das Teilgebiet der Inneren Medizin, welches sich mit arteriellen, venösen und lymphatischen Gefäßerkrankungen beschäftigt.

Die Sektion Angiologie der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie gliedert sich in die Säulen nicht-invasive Diagnostik, interventionelle Therapie und molekulare Angiologie. Diese dritte Säule der Angiologie umfasst die grundlagenwissenschaftliche Untersuchung zur Gefäßphysiologie, Pathophysiologie von Gefäßerkankungen und neuen Therapieansätzen (molekulare Angiologie).

Wichtig in der Gefäßheilkunde ist die ganzheitliche Erfassung des Patienten, was nur durch entsprechend umfassende Diagnostik und eine strenge interdisziplinäre Ausrichtung der Behandlungskonzepte möglich ist. So arbeiten wir im UKD eng mit den benachbarten Disziplinen der Inneren Medizin wie Kardiologie, Diabetologie, Rheumatologie und Nephrologie zusammen und der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskularchirurgie, dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie sowie dem Institut für Hämostaseologie, Hämotherapie und Transfusionsmedizin. Komplexe Befunde werden so interdisziplinär diskutiert, um für den Patienten die beste, d.h. erfolgreichste und sicherste Behandlung zu erreichen. In einem translationalen Ansatz  werden klinisch relevante grundlagenwissenschaftliche Themen mittels experimenteller und klinischer Ansätze  untersucht. Das übergeordnete Ziel stellt hierbei die Entwicklung von zukunftsweisenden Therapiekonzepten dar.

Das ambulante und stationäre Leistungsspektrum der Angiologie umfasst die Diagnostik und Behandlung von Arterien, Venen und Lymphgefäßen. Im Einzelnen sind dies:

  • akute und chronische Verschlusserkrankungen der peripheren extremitäten- und hirnversorgenden Arterien sowie der viszeralen und retroperitonealen Arterien
  • diabetisches Fußsyndrom
  • arterielle Aneurysmen
  • arteriovenöse Fisteln
  • venöse Thrombosen mit und ohne Lungenembolie
  • Venenerkrankungen
  • Lymphgefäßerkrankungen
  • Vaskulitiden, insbesondere die Reisenzellarteriitis vom Großgefäßtyp
  • Angiodysplasien
  • Angeborene und erworbene Gefäßmalformationen


Klinische und wissenschaftliche Ausbildung

Die Klinik bietet ein kompetitives gefäßmedizinisches Ausbildungsprogramm über 72 Monate an. Ziel ist es international kompetitive „Wissenschaftler-Ärzte“ individuell auszubilden, die nachhaltig das Feld der Gefäßmedizin vorantreiben können. Die Basisausbildung erfolgt allgemein Internistisch mit kardiovaskulärer Ausrichtung eingebettet in die Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie (36 Monate). In der folgenden speziellen angiologischen Weiterbildung werden neben allen nicht-invasiven diagnostischen Verfahren die angiologisch-interventionellen Techniken gelehrt. Die volle Weiterbildungsberechtigung (36 Monate) der Ärztekammer Nordrhein zum Facharzt für „Innere Medizin und Angiologie“ liegt vor. Das Ausbildungsprogramm ist an eine universitäre wissenschaftliche Ausbildung mit Forschungsrotation in einem externen Institut gekoppelt und wird durch die Entwicklung von „Soft-Skills“ mit einer strukturierten Heranführung an Leitungsaufgaben abgerundet.




Ausstattung und Methoden des Bereichs für Angiologie

  • Diagnostik und Funktionsuntersuchungen des gesamten Gefäßsystems: Doppler- u. farbkodierte Duplexsonographie der peripheren Arterien und Venen, transkranieller Doppler und Duplex, Intravaskulärer Ultraschall (IVUS), Optische Kohärenztomographie (OCT), Oszillografie, Laufbandergometrie, arterielle Flussreserve, Venenverschlußplethysmographie (VVP), Lichtreflexrheografie und Kapillarmikroskopie*, Magnetresonanztomographie (auch ohne Kontrastmittel*), CO2 Angiographie
  • Interventionelle Therapie: Angioplastie peripherer Gefäße mit sämtlichen Ballon und Stenttechniken (Drug-eluting Ballon [DEB], Bare Metal Stent [BMS], Drug-eluting Stents [DES], resorbierbare Stents,  ummantelte Stents)* auch mittels CO2 Angiographie, kathetertechnische Embolektomie, Thrombinembolisation
  • Frühmarker der Athero- und Arteriosklerose: Fluss-abhängige Dilatation (FMD) Intima-media Dicke (IMT), Pulswellenanalyse mit Compliance und Stiffness-Bestimmung (Pulswellengeschwindigkeit [PWV] Aortaler Augmentationsindex [AIx], zentrale Blutdruck), Durchblutungsreserve (Doppler, Laser-Doppler, Venenverschlussplethysmographie [VVP])
  • Molekulare angiologische Marker: Stickstoffmonoxidstoffwechsel (Nitrit, Nitrat, Nitrosothiole), Mikropartikel (Endothel, Plättchen, Leukozyten), zirkulierende Endothelzellen und angiogenetische Zellen, Zytokine (VEGF, SDF-1a), Plättchenfunktion*, Chip basierte Expressionsanalysen*, Rheologie, Thrombophiliediagnostik*
  • Klinische Interventionsstudien**Intensive interdisiziplinäre Zusammenarbeit mit folgenden Kliniken/Instituten: Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Klinik für Endokrinologie und Diabetologie, Klinik für Rheumotologie, Klinik für Nephrologie, Biomedizinisches Forschungszentrum (BMFZ), Koordinierungszentrum Klinische Studien (KKS), Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmakologie, Institut für Hämostaseologie, Hämotherapie und Transfusionsmedizin, Neurologische Klinik, Neurochirurgische Klinik

Angiologie



Angiologie


Abbildung 1: Komplexe Stenose der Arteria carotis interna.

Interventionelle Angiologie

Eine ausführliche nicht-invasive angiologische Vordiagnostik mittels Doppler- und Duplexsonographie, interdisziplinäre Indikationsstellung, individualisierte schonende Eingriffe und ein optimales postinterventionelles Management ermöglichen einen kurzen stationären oder tagesklinschen Aufenthalt mit exzellenten Ergebnissen.

Die Angiologen des UKD arbeiten mit den modernsten Katheteranlagen im Herzzentrum Düsseldorf. Diese sind insbesondere für Gefäßinterventionen der oberen und unteren Extremität wie auch der Nierenarterien ausgelegt. So können auch komplexere Eingriffe mit minimaler Strahlendosis, bei hervorragender Bildqualität durchgeführt werden.

Eine besondere Möglichkeit stellen kontrastmittellose (CO2) bildgebende Verfahren da, die für Patienten mit Nierenerkrankungen oder Kontrastmittelallergien Interventionen zum Teil überhaupt erst möglich machen. Zusätzlich ermöglichen modernste Stent- und Ballontechnologien auch Einsätze in Gefäßbereichen die vor wenigen Jahren noch als nicht intervenierbar galten und mit aufwendigen Operationen versorgt werden mussten. Zur wissenschaftlichen Aufarbeitung und Qualitätssicherung haben wir das Düsseldorfer PTA Register eingerichtet.

Abbildung 3: Kompletter Verschluss der Beckenarterie links bei einer Patientin mit Nierenversagen und Transplantatniere mit Anschluss an rechte Arteria iliaca externa. Kontrastmittelfreie CO2 Angiographie der Beckenstrombahn. Kompletter Verschluss der Beckenarterie links bei einer Patientin mit Nierenversagen und Transplantatniere mit Anschluss an rechte Arteria iliaca externa. Kontrastmittelfreie CO2 Angiographie der Beckenstrombahn.

Abbildung 4: Interventionelle Therapie eines Verschlusses der Arteria poplitea rechts in kontrastmittelfreier CO2 Angiographietechnik bei einem Patienten mit nichtheilenden Wunden des rechten Fußes und präterminaler Niereninsuffizienz drohender Dialysepflichtigkeit. Rechts: Darstellung der distalen Arteria femoralis superficialis und poplitea mit Verschluss, Mitte: Ballondilatation und Einsatz eines medikamentenfreisetzendem Ballons. Links: Exzellentes Primärergebnis

Das Spektrum der interventionellen Diagnostik und Therapie umfasst  die Behandlung von Verengungen und Verschlüssen peripherer Arterien. 

  • Digitale Subtraktionsangiographie (DSA) mit konventionellem Kontrastmittel und CO2 Angiographie
  • MRA (Magnetresonanzangiographie) auch Kontrastmittelfrei i.R. klinischer Studien und CTA (Computertomographie-Angiographie) in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie
  • Konventioneller und Drug Eluting Ballon (DEB)
  • Beschichtete und unbeschichtete Stents (Bare Metal Stent [BMS], Drug-eluting Stent [DES])
  • Aspirationsthrombektomie
  • Interventioneller Verschluss von AV-Fisteln
  • Intravaskulärer Ultraschall (IVUS)
  • Optische Kohärenztomographie (OCT)
  • Thrombinembolisation von peripheren Pseudoaneurysmen
  • Rotablation
  • Laserangioplastie

Abbildung 5: Interventionelle Therapie eines Verschlusses der Arteria poplitea bei nicht heilender Wunde am rechten Fuß. Links: Ausgangsbefund mit seriellen teils hochgradigen Stenosen im Bereich der distalen Arteria femoralis superficialis und Verschluss der Arteria poplitea. Rechts: Postinterventionelles Ergebnis nach Behandlung mittels medikamentenfreisetzender Ballons.

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