Pneumologie

Die Sektion Pneumologie befasst sich schwerpunktmäßig mit der Behandlung sämtlicher Erkrankungen des Fachgebiets Pneumologie. Hierzu gehören die Differentialdiagnose unklarer Erkrankungen des Fachgebiets, die Diagnostik und Therapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie die Diagnostik und Therapie von Asthma bronchiale, insbesondere des schweren Asthma. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Diagnostik und  Therapie des Lungenkarzinoms und malignen Pleuramesothelioms. Eine Besonderheit ist die Schwerpunktbildung in der pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), sowohl in der Diagnostik als auch in der ambulanten weiteren Behandlung. Auch seltene und komplexe Lungenerkrankungen wie Sarkoidose, Lungenfibrose und seltene Lungenerkrankungen, wie z. B. pulmonale Lymphangioleiomyomatose, Churg Strauss Syndrom, Allergische Bronchopulmonale Aspergillose oder rheumatologische Erkrankungen mit Lungenbeteiligung (Kollagenosen, Vaskulitiden) werden in der Klinik diagnostiziert und behandelt.

Zur Diagnose der o.g. Krankheitsbilder stehen alle bronchoskopisch – endoskopischen Verfahren sowie bronchoskopisch – interventionelle Techniken zur Verfügung. Ebenso werden alle Formen der pulmonalen Bildgebung angeboten. Die Lungenfunktions-Diagnostik ist umfassend vorhanden.

Vor allem in der Behandlung des Lungen-Karzinoms besteht eine enge interdisziplinäre Kooperation incl. gemeinsamen Tumorboard mit der Hämatologie / Onkologie, der Thoraxchirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie und dem Comprehensive Cancer Center des UKD.

Besonders zu erwähnen ist der Vorteil des standardübergreifenden kooperativen Lungenzentrums der Sektion Pneumologie am Universitätsklinikum Düsseldorf mit der Lungenklinik des Florence Nightingale Krankenhauses in Düsseldorf-Kaiserswerth. An beiden Standorten werden die Patienten nach den gleichen hohen Standards versorgt.


Ausstattung und Methoden des Bereichs für Pneumologie

In der Pneumologie stehen folgende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung:
 
COPD
Die COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist eine, meist durch Rauchen aber auch wiederholte Atemwegsinfekte oder  Luftverschmutzung verursachte   Entzündung der Atemwege mit Husten und Auswurf (chronische Bronchitis) und Zerstörung des Lungengewebes (Lungenemphysem). Es entwickelt sich fortschreitende Atemnot, zunächst nur bei Belastung, schließlich auch in Ruhe.
 
Die Behandlung der COPD ist multifaktoriell und umfaßt neben Sekundärpräventiven und medikamentösen Maßnahmen auch Ernährung, Sport, Rehabilitation, Berufsunfähigkeitsfragen und vieles mehr. 
Bei fortgeschrittenen Emphysemen können wir durch verschiedene Verfahren der endoskopischen Emphysemtherapie die Lungenüberblähung reduzieren und so die Atemnot wirksam lindern. 
Im schwersten Stadium kann eine Erschöpfung der Atemmuskulatur auftreten, die durch Einleitung einer nichtinvasiven Heimbeatmung lebensverlängernd behandelt werden kann.

Interstitielle Lungenerkrankungen
Lungengerüsterkrankungen (interstitielle Lungenerkrankungen, Lungenfibrose) werden unter Wertung aller Befunde nach neuestem wissenschaftlichem Stand behandelt. Ihre vielfältigen Ursachen können eruiert, vermieden oder bei berufsbedingen Ursachen auch einer Entschädigung zugeführt werden.

Lungengefäßerkrankungen und Lungenhochdruck (PH, PAH)
Lungengefäßerkrankungen und Lungenhochdruck können als eigenständiges Krankheitsbild oder in Kombination mit chronischen Lungenerkrankungen auftreten und führen zu verstärkter Atemnot und Leistungsminderung. Hier wird eine differenzierte Abklärung einschließlich transthorakale Farb-Doppler Echokardiographie, Spiroergometrie und Rechtsherzkatheter durchgeführt, um so bisher oft noch unerkannte Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen, zum Wohle unserer Patienten.

Lungentumore/Brustwandtumore/Mediastinaltumore

Onkologische Krankheitsbilder aus dem pneumologischen Fachbereich werden hier mit modernstern Methoden diagnostiziert. Das Spektrum umfasst die Frühdiagnostik von Lungenkrebs, das präoperative Staging. Im Anschluß daran erfolgt die Festlegung des optimalen, individuell angepassten Therapieplanes  in unserem interdisziplinären Tumorboard.  Die Behandlung selbst erfolgt über unser  Universitätstumorzentrum  mit der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie, der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, durch uns selbst mit allen Formen der therapeutischen Intervention in der Endoskopie, bei operativen Optionen durch die thoraxchirurgischen Kollegen der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie und durch eine Vielzahl weiterer ärztlicher und nicht ärztlicher Partner.


Pneumologischer Funktionsbereich

Lungenfunktionsabteilung
Die Lungenfunktion dient der Erkennung des Ausmaßes der Beeinträchtigung  der Atemfunktion und um den Verlauf von Erkrankungen zu dokumentieren. Hier werden auch Allergietestungen, Blutgasanalysen und Belastungsuntersuchungen (Spiroergometrie) durchgeführt.
 
Sie ist in direkter Nachbarschaft mit der EGK- und Echokardiographieabteilung und auf selber Ebene mit den pneumologischen Ambulanzen, sodass kurze Wege und ein rascher Ablauf der Diagnostik gewährleistet werden. Anders als in der oft auch hausärztlich durchgeführten Spirometrie erfolgt hier eine Bodyplethysmographie in durchsichtigen Messkabinen. Mit dieser können zusätzlich wichtige Lungenvolumina gemessen werden, unter anderen um die Lungenüberblähung zu quantifizieren.
 
Pathologische Befunde können durch Inhalationen mit atemwegserweiternden Medikamenten auf Ihre Reversibilität untersucht oder mittels unspezifischer oder spezifischer Provokationsmessung aufgedeckt werden.
 
Aus geringen, meist aus den Ohrläppchen entnommen Blutmengen, wird die Sauerstoffversorgung und Kohlendioxidabatmung gemessen.

Sollte eine Operation notwendig werden, kann in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen des Hauses die Lungenfunktion nach einer Operation abgeschätzt werden.
 
Pneumologische Endoskopie
Mit modernster Technologie führen wir jährlich etwa über 500 Bronchoskopien durch. Die räumliche Nähe zur Pathologie, Cytopathologie, Mikrobiologie, Virologie und Zentrallabor ermöglicht eine rasche, präzise und effektive Diagnostik von Erkrankungen der Lunge und des Brustkorbs auf höchstem Niveau.
 
Durch modernste endoskopiesche  Spezialverfahren (z.B. NBI, Zoomendoskopie) zur Früherkennung des Lungenkarzinoms können unter bestimmten Voraussetzungen frühe Lungentumoren auf endoskopischem Wege erkannt und schonend geheilt werden.

Zur Abklärung einer Vielzahl von Lungenkrankheiten stehen Spezialinstrumente wie Kryobiopsie, endobronchoaler Ultraschall (EBUS), Nadeln, Zangen, Bürsten, Saugkatheder ect. zur Verfügung.
 
Verengungen der Atemwege, die oft im Rahmen einer Krebserkankung auftreten, aber auch gutartige Ursachen haben können,  beseitigen wir effizient durch Kryorekanalisation, Argonplasmakoagulation, HF-Chirurgie und mit Verfahren wie  dem endobronchialen Stenting über starre Endoskope oder können interdisziplinär in Kooperation mit der HNO- oder thoraxchirurgischen Klinik eine Optimale Versorgung sicher stellen.
 
Mit der endoskopischen Lungenvolumenreduktion (ELVR) können wir Ihnen bei speziellen Emphysemformen, wie sie oft bei schwerer COPD vorkommen zu einer Symptomlinderung und Verbesserung Ihrer Belastbarkeit verhelfen.

weitere:

Lungenfunktions-Untersuchungen

  • Spirometrie
  • Bodyplethysmographie
  • CO-Diffusionskapazität
  • Atemmuskelkraft
  • Inhalativer Provokationstest
  • Blutgasanalyse

Belastungsuntersuchungen

  • 6-Minuten-Gehtest
  • Spiroergometrie

Schlafapnoe-Screening
Einleitung einer Heimbeatmungstherapie in Zusammenarbeit mit dem Schlaflabor der Klinik für Nephrologie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. C. Rump) Flexible Bronchoskopie mit Materialgewinnung eingeschließlich

  • broncholaveolärer Lavage
  • endobronchiale – und transbronchiale Biopsien
  • transbronchiale Nadelaspiration

Pleurasonographie

Pleurapunktion und Anlage von Thoraxdrainagen

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