Strukturelle Herzerkrankungen

Nach der ersten diagnostischen Rechtsherzkatheteruntersuchung 1929 folgte 1952 die erste interventionelle Therapie mit Valvulotomie einer Pulmonalklappenstenose. Es dauerte weitere Jahrzehnte bis 1977 die Ära der interventionellen Koronartherapie mit der perkutanen transluminalen Koronarangioplastie (PTCA) in der Vorderwandarterie durch Prof. Grüntzig in Zürich begann. Die folgenden Dekaden wurden durch den koronaren Schwerpunkt geprägt. Es konnte ein enormes Wissen in Bezug auf Pathophysiologie, Hämodynamik, Komorbiditäten, Risikofaktoren, Begleitmedikation, Materialkunde und interventionelle Techniken erarbeitet werden. Auf diesen Erfahrungen und insbesondere den Erfolgen der interventionellen Techniken aufbauend hat in den vergangenen 20 Jahren eine Erweiterung des Einsatzgebietes der interventionellen Kardiologie über den Bereich Koronardiagnostik und Koronartherapie hinaus stattgefunden. Zusammengefasst wird diese Entwicklung mit dem Begriff der interventionellen Diagnostik und Therapie bei Struktureller Herzerkrankung (SHD).
Der Begriff SHD wurde erstmalig von Martin Leon 1999 im Rahmen eines Transcatheter Cardiovascular Therapeutics meeting verwandt. Krankheitsentitäten übergreifend werden dadurch „non-coronary disease processes“ und die sich hierfür entwickelnden interventionellen Therapieoptionen zusammengefasst. Konkret umfasst SHD Vorhofseptumdefekte, Ventrikelseptumdefekte, Vorhofohrinterventionen, linksventrikuläre Aneurysmen, offener Ductus arteriosus botalli, paravalvuläre Leckagen, hypertrophe Kardiomyopathien, Herzklappenerkankungen und andere. Interventionelle Therapieverfahren in sämtlichen genannten Krankheitsentitäten werden am Standort durchgeführt.

Die Grundlage der Therapie von SHD-Patienten ist ein profundes kardiologisches Wissen mit den Schwerpunkten Bildgebung, Intervention und Hämodynamik. Aufbauend auf interventionellen Standardtechniken, die auf einer Interaktion von Drähten, Kathetern, Ballons und Stentgerüsten basieren, wurden zahllose, komplexe Verfahren entwickelt. Hierdurch kann heute eine Vielzahl von Krankheitsbildern effektiv interventionell behandelt werden, welche zuvor ausschließlich chirurgisch versorgt werden konnten.  Hierdurch ergeben sich für Patienten jeder Altersklasse individuelle Behandlungsoptionen. Der sinnvolle Einsatz dieser Innovationen basiert auf einer engen Interaktion mit der herzchirurgischen Klinik im Herzteam. Die Sektion Strukturelle Herzerkrankung verfolgt drei Ziele:

  • Überdurchschnittliche Behandlungsqualität nach nationalen und internationalen benchmarks.
  • Die Entwicklung neuer interventioneller Ansätze
  • Translationale und klinische Forschung

Diese Ziele werden durch ein hochmotiviertes Team mit den Schwerpunkten Bildgebung, Intervention, Hämodynamik, EMAH (Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern) in Kooperation mit der Clinical trials science unit, dem kardiologischen Labor und Industriepartnern verfolgt.

 

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