Klinik für Neurochirurgie

zur Startseite

Zum Spektrum der bei uns behandelten Bewegungsstörungen gehören

Auch andere, seltenere Bewegungsstörungen kommen eventuell für eine Behandlung mittels Neuromodulation in Frage. Für alle Erkrankungen bieten wir individuelle Beratungen an.

Welche Ursachen haben diese Er­krankungen?

Die Ursache dieser Erkrankungen beruht auf einer gestörten Kommunikation tief liegender Kernge­biete im Gehirn, den Basalganglien. Hier kommt es zu einem Ungleichgewicht aktivierender und hemmender Botenstoffe (Neurotransmitter). Die Wirkung kann teilweise durch Medikamente ersetzt werden. In vielen Fällen ist sie aber unzureichend oder - im Verlauf der Erkrankung - mit zunehmenden Neben­wirkungen verbunden.

Ziel der funktionellen Neurochirurgie ist, gestörte oder verloren gegangene Funktionen durch direkte Beeinflussung der physiologischen Prozesse zu korrigieren. Hierbei wird die Funktionsstörung unterschieden von der zugrundeliegenden Pathologie (z. B. dem Untergang Dopamin-produzierender Zellen der Substantia nigra als pathologischer Befund und dem Symptomkomplex Tremor-Rigor-Bradykinesie als Funktionsstörung bei Morbus Parkinson).

Welche Möglichkeiten bietet die Neuromodulation?

Neuromodulation bei Morbus Parkinson, Tremor-Erkrankungen, Dystonie, Chorea Huntington und Depressionen

Die Therapieoption der Neuromodulation in der Behandlung von Bewegungsstörungen ist die zielgesteuerte (stereotaktische) Implantation von Stimulationselektroden in tiefe Hirnregionen. Je nach Erkrankung und Beschwerdebild eignen sich zur Implantation unter­schiedliche Kerngebiete des Gehirns. Diese werden mit einem Stimulationssystem ver­­­bunden (Tiefe Hirnstimulation in der Wikipedia). Das System kann von außen programmiert und auf die individuellen Erfor­dernisse des Patienten angepasst werden.

Die technisch und personell aufwendige, wenngleich wenig gefährliche, Hirnschrittmacher-Operation wird nur an wenigen Neurochirurgischen Zentren durchgeführt. Wir führen an unserem Zentrum diesen Eingriff überwiegend in Vollnarkose durch. Die früher häufig eingesetzten Wachoperationen werden nur noch in ausgewählten Fällen durchgeführt. Die hochpräzise Bildgebung mittels MRT im Vorfeld der Operation und elektrophysiologische Messungen während der Operation sind ausreichend, um den idealen Zielpunkt zu identifizieren. Eine Austestung des Effektes am wachen Patienten während der Operation wird damit verzichtbar. Es ist eine intensive Kooperation mit spezialisierten Neurologen notwendig, um das individuelle Krankheitsbild präzise zu diagnostizieren, die Eignung eines Patienten für den Eingriff zu beurteilen, den Grad der Beschwerdebesserung vorherzusagen und die optimale Einstellung der Stimulationsparameter des Hirnschrittmachers nach der Operation festzulegen.

Die meisten Bewegungsstörungen wie Tremor (unwillkürliches Zittern), Rigor (Steifigkeit), Akinese (Antriebsarmut) und auch die Fehl- und Schleuderbewegungen der Dystonie sind gut unterdrückbar. Nach der Operation können sich die Patienten etwa 50-60% der Medikamente ersparen und vermindern damit unangenehme Nebenwirkungen. Im Laufe der Monate nach der Operation wird schrittweise die optimale Einstellung der Stimulationsparameter bestimmt. Dazu wird der Stimulator über ein spezielles Gerät telemetrisch angesteuert und programmiert. Der Patient kann mit Hilfe eines kleinen Therapiesteuergerätes selbst die Funktion des Stimulators überprüfen und ggf. anpassen.

Die Kosten für die Operation (Implantat, OP-Kosten und Krankenhausaufenthalt) werden von der Krankenkasse übernommen. Die Nachbetreuung erfolgt gemeinsam durch den behandelnden Neurologen und den Neurochirurgen.

MediathekInformation und Wissen
LageplanSo finden Sie uns